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Bündnis aus SPD, GEW und PH Heidelberg fordert herkunftssprachlichen Unterricht als Regelangebot an Schulen

Veröffentlicht am 09.07.2018 in Landtagsfraktion

Die SPD-Landtagsfraktion, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Pädagogische Hochschule Heidelberg mit dem Heidelberger Zentrum für Migrations-forschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) haben ein gemeinsames Konzept zur Einführung von herkunftssprachlichem Unterricht als Regelangebot an baden-württembergischen Schulen vorgestellt. Ziel ist es, den aktuell bestehenden Konsulatsunterricht abzulösen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch begründet den Vorstoß mit dem staatlichen Bildungsauftrag: „Wir können diesen wichtigen Teil der Bildung für unsere Kinder mit Migrationshintergrund in Baden-Württemberg nicht länger ausländischen Konsulaten überlassen, nur weil dies für unsere Landeskasse günstiger ist. Damit macht es sich die grün-schwarze Landesregierung zu einfach.“ Schlechte Ergebnisse in Schulvergleichs-studien hätten gezeigt, dass insbesondere die Schülerinnen und Schüler Unterstützung brauchen, die zuhause kein Deutsch sprechen. „Sprachförderung muss zur Kernkompetenz unseres Bildungssystems werden“, verlangt Stoch, gerade auch weil Baden-Württemberg das Flächenland mit dem bundesweit höchsten Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund ist und seit 2015 eine verstärkte Zuwanderung erfahren hat. „Das Potential des herkunftssprachlichen Unterrichts wird bisher gar nicht genutzt, kann aber ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept für erfolgreiche Integration sein. Eine Landesregierung, die ihre integrationspolitische Aufgabe ernst nimmt, muss der Förderung des Spracherwerbs höhere Priorität einräumen“, so die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. Wie eng die Förderung der Herkunftssprache und die Verbesserung der Sprachkompetenzen in Deutsch zusammenhängen, erklärt Professorin Dr. Havva Engin (Hei-MaT): „Wenn Kinder ihre Herkunftssprache richtig beherrschen, fällt ihnen auch das Deutschlernen viel leichter. Wir brauchen daher feste Strukturen, die auf eine koordinierte Zweisprachigkeit der Kinder setzen, statt eine doppelte Sprachlosigkeit zu provozieren.“ Deshalb soll aus Sicht des Bündnisses herkunftssprachlicher Unterricht in Baden-Württemberg zukünftig als freiwilliges Wahlfach angeboten werden, erst in Form eines fünfjährigen Schulversuches an 90 Schulen und dann überall dort, wo Bedarf besteht. Aktuell besuchen 38.500 Kinder den Konsulatsunterricht. Der Bedarf könnte aber steigen, wenn das Angebot von staatlicher Seite kommt. „Es gibt qualitätsvolle und angesichts der guten Haushaltslage realisierbare Wege, den herkunftssprachlichen Unterricht an unseren Schulen anzubieten. Kultusministerin Susanne Eisenmann fehlt dazu bislang schlichtweg der politische Wille“, konstatiert der bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Stefan Fulst-Blei und beziffert die Kosten für den vorgeschlagenen Schulversuch auf rund zwei Millionen Euro.

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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