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Bericht zum Online Vortrag: Gabi Rolland zur Situation der Hochschulen

Veröffentlicht am 29.07.2020 in Aktuelles

Gabi Rolland

Auch Hochschulen, Studierende und Studierendenwerke hart von der Corona-Krise betroffen

Auf Einladung des SPD-Ortsvereins Gengenbach informierte Gabi Rolland (MdL) online am 27.07.2020 über die aktuelle Situation der Hochschulen und Studierenden in Baden-Württemberg. Trotz brütender Sommerhitze nahmen zehn interessierte Personen an der  Online-Veranstaltung teil.

Gabi Rollands Vortrag gliederte sich in drei Bereiche: Hochschulen, Studierende und Studierendenwerke.

Hochschulen
Mitte März trifft die Corona Krise die Universitäten und Hochschulen unvorbereitet. Bundesweit folgte die Entscheidung, das Sommersemester digital durchzuführen. Diese komplette Umstellung des Lehrbetriebs auf digital war teuer, arbeitsintensiv und herausfordernd für Lehrende, Forschende, Studierende und Verwaltung. Doch es hat gut funktioniert. Es wurde viel publiziert. Im Vergleich zur Vergangenheit allerdings deutlich mehr von Männern als von Frauen. Hier zeigen sich die Auswirkungen des Ausfalls der Kinderbetreuung und der Schulen deutlich. Forschende Mütter konnten dadurch nicht ihren Beitrag leisten.

Inzwischen haben die Hochschulen insgesamt 46 Mio. Euro Unterstützung aus dem BW Nothilfefonds erhalten. Da auch das Wintersemester 20/21 hauptsächlich digital durchgeführt werden soll, muss jetzt dringend darüber diskutiert werden, wie Lehre und Forschung and den Hochschulen in Zukunft aussehen werden. Wieviel Präsenz an der Hochschule ist notwendig? Welche Digitalisierungs-strategien passen zu den unterschiedlichen Anforderungen im Laufe des Studiums? Wo ist Anwesenheit ein zwingender Bestandteil des Erfolges?

Die Diskussion dieser Fragen hat  Einfluss auf die Erweiterungen  und die Ausstattung der Hochschulen, aber auch auf die Hochschulstandorte. Denn wenn mehr Vorlesungen ins Netz verlegt werden, sinkt die Notwendigkeit für Studierende und Lehrende, vor Ort zu sein. Das wirkt sich aus - auf den Wohnungsmarkt, das kulturelle Angebot und die lokale Wirtschaft.

Im Fazit: es wird erhebliche Veränderungen in der Hochschulpolitik geben, auch mit Auswirkungen auf Hochschulstandorte wie Offenburg und Gengenbach.

Studierende

Aber auch auf Studierende sind erhebliche Härten zugekommen. Da die von vielen Studierenden genutzte Möglichkeit wegfiel, sich in der Gastronomie ein Zubrot zu verdienen,  sind für viele wirtschaftliche Einbußen entstanden. Einbußen, die oft nicht vom Elternhaus aufgefangen werden können.

Besonders hilfreich ist in dieser Situation die Öffnung des BAföG  für eine größere Menge von Berechtigten. Z. B. für Studierende, die bisher kein BAföG erhalten haben, weil ihre Eltern knapp zu viel verdienten, und die sich mit einer Mischung aus Elternunterstützung und Kellnern über Wasser gehalten haben. In BW können zusätzlich Nothilfe-Kredite beantragt werden. Darüber hinaus  wurde die Regelstudienzeit verlängert. Die Rückzahlung der Gebühren für das Semesterticket wurde bis jetzt leider noch nicht erreicht.

Für die internationalen Studierenden wurde verschiedene Lösungen zur Unterstützung gefunden, damit neben den wirtschaftlichen Problemen nicht auch noch aufenthaltsrechtliche Probleme durch die Corona-Krise entstehen, weil die Studierende nicht wie geplant ein- oder ausreisen können.

Studierende im dualen Studium haben insbesondere in den technischen Studiengängen erhebliche Probleme. Sei es,  ihre Pflichtpraktika in den Unternehmen noch zu starten oder Unterstützung für ihre Abschlussarbeiten zu erhalten. Die SPD-Landtagsfraktion hat bereits das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg um Klärung gebeten, welche Maßnahmen möglich sind. Ist eine Wiederaufnahme des MINT-Programms möglich? Oder eine Einstellungsoffensive in der öffentlichen Verwaltung?

Studierendenwerke

Studierendenwerke sind in der Hochschul-Infrastruktur die wichtigsten und konstantesten Beteiligten. Mit den von ihnen betriebenen Studierendenwohnheimen, Mensen, Cafeterias, Kiosken und Co. sind sie von den Schließungen und der Umstellung auf digitalen Unterricht ganz besonders betroffen - ihre Umsätze brechen weg. Die Mensen sind geschlossen, Studierende beziehen die Wohnheimzimmer nicht, sondern verfolgen die digitalen Vorlesungen vom Jugendzimmer im Elternhaus aus. Ob Instrumente wie Kurzarbeit eingesetzt werden können, um Studierenden-werke zu unterstützen, ist bei Beschäftigten der öffentlichen Hand zu prüfen.

Das Land BW zahlte 60 Mio. Euro aus dem Nothilfefonds an die Studierendenwerke. Denn in der Krise haben diese stark dazu beigetragen, Studierenden in Not zu helfen und Lösungen zum Wohle aller zu finden.

Im Anschluss an ihren Vortrag entbrannte mit Gabi Rolland eine lebhafte Diskussion.
Andrea Ahlemeyer-Stubbe vom SPD-Ortsverein Gengenbach bedankte sich bei Gabi Rolland für die Informationen, die auch für die Stadtratsarbeit in Gengenbach als Teilstandort der Hochschule Offenburg sehr wichtig seien.

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

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