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Zentral, digital und papierlos

Veröffentlicht am 03.06.2014 in Presseecho

Nach Jahren der Unsicherheit eröffnet das „neue“ Grundbuchamt in der Metropolregion.

Geschafft: Das Grundbuchamt für die gesamte Metropolregion bleibt zentral in Mannheim - und mit ihm alle 32 Mitarbeiter. Der neue Standort in der Voltastraße in Neckarau garantiert nun für die Bürger kurze Wege. Wäre es nach der alten schwarz-gelben Landesregierung gegangen, hätte sich, wer Akteneinsicht braucht, nach Tauberbischofsheim wenden müssen. Nicht nur Bürger und Mitarbeiter, auch die Stadt und die Landes-SPD hatten sich mit Händen und Füßen, vor allem aber mit guten Konzepten gegen diese Verlegung an die Tauber gewehrt. Mit dem Regierungswechsel in Stuttgart waren die Weichen dann neu gestellt worden - gestern nun feierte die neue Behörde, die an das Amtsgericht angegliedert ist, ihr großes Eröffnungsfest.

Dass eine Reform der überkommenen Strukturen mit 662 Grundbuchämtern allein in Baden-Württemberg notwendig war, darüber gab es keinen Streit. Justizminister Rainer Stickelberger, der sich zusammen mit seiner Mannheimer Parteifreundin Helen Heberer noch in Oppositionszeiten persönlich für den Verbleib des Amts im Herzen der Metropolregion starkgemacht hatte, sieht das ganz genauso: "Das war alles unübersichtlich und unpraktisch. Im ganzen Land haben wir 13 grundbuchführende Amtsgerichte etabliert, in ihnen gehen allmählich die Grundbuchämter auf. 115 sind schon eingegliedert, jeden Tag kommen neue hinzu".

Das Ziel hier in Mannheim sei klar formuliert: "Es ging uns um Bürgernähe, die Menschen, die diesen Service brauchen, haben kurze Wege", aber man habe eben auch die Mitarbeiter vor Ort im Blick gehabt: "Wir hatten 32 hoch qualifizierte Mitarbeiter, die dann an den Dienstsitz Tauberbischofsheim hätten wechseln müssen. Das hätten sicher nicht alle mitgemacht. So haben wir jetzt in Mannheim eine gute Lösung gefunden". Den Personalstand werde man künftig sogar auf 50 aufstocken.

 Darüber und über die Einweihung überhaupt freut sich auch Gabriele Meister, die Präsidentin des nun größten Amtsgerichts im ganzen Land: "Wir sind glücklich, für die Beschäftigten und für die Bürger. Hier fällt viel Geschäft an, und alle haben sich dafür eingesetzt, dass wir hier bleiben dürfen".

Ein helles, freundliches und funktionelles Domizil hat sich Bernd Müller, der Leiter der staatlichen Vermögen und Bau in Mannheim, für das Grundbuchamt ausgesucht. Das 2400 Quadratmeter große Gebäude, in dem früher die ABB residierte, hat Vermieter Michael Kuffler für rund 400 000 Euro renoviert und auf die neuen Anforderungen zugeschnitten, etwa die neue, großzügige Einsicht-Stelle, wo die Bürger die angeforderten Grundbuchauszüge sehen können. Auch er ist froh, "einen so guten Mieter zu haben".

 Das "Geschäft" läuft künftig weitgehend digitalisiert: Der Bürger als Kunde kann Anträge online versenden. Notare reichen Verträge digital ein, diese werden auf demselben Weg bearbeitet. "Neue Papierberge werden nicht aufgetürmt", vermeldete der Minister stolz. Die vorhandenen 180 Kilometer an Akten, zentral in Kornwestheim archiviert, verlieren dann mit jeder Digitalisierung mehr an Bedeutung. "Sie müssen aber noch zugänglich sein". Ab 2018 sollen Kunden, wenn sie ihr berechtigtes Interesse nachweisen, auch von Mannheim aus Einsicht in alle in ganz Baden-Württemberg vorhandenen Grundbuchakten nehmen können. Ein weiteres Plus für den zentralen Standort.
© Mannheimer Morgen, Dienstag, 03.06.2014

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