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Wolfachs Freie Wähler sind jetzt stärkste Fraktion

Veröffentlicht am 10.06.2009 in Presseecho

CDU gibt zwei Ratssitze ab, SPD gewinnt einen hinzu, Grüne neu im Rat

Die Zusammensetzung des neuen Wolfacher Gemeinderats steht. Bereits zum zweiten Mal in Folge verliert die CDU zwei Sitze im Stadtparlament. Stärkste Fraktion sind die Freien Wähler. Erstmals sitzt ein Vertreter der Grünen im Gemeinderat. Die SPD gewinnt einen weiteren Sitz.

Wolfach. Nach dem Kommunalwahlen vom Sonntag steht in Wolfach fest: die Gewichte im Stadtparlament haben sich spürbar verschoben. Nachdem die christdemokratische Fraktion zum zweiten Mal nach 2004 zwei Sitze verliert, ist sie nicht mehr die stärkste Fraktion im Ratssaal. Konstant geblieben sind dagegen die Freien Wähler, die weiterhin sieben Sitze belegen und damit die CDU um einen Sitz übertreffen.

Die beiden Fraktionen stellen indes wie vor fünf Jahren die beiden Ratsmitglieder, denen die Wolfacher Wähler am häufigsten das Vertrauen ausgesprochen haben. Absoluter Stimmenkönig ist Manfred Schafheutle, der mit 4.468 Stimmen das Votum von vor fünf Jahren um noch einmal knapp 900 Stimmen übertraf. Im Gegensatz zu ihrer Fraktion erhielt auch Kordula Kovac einen größeren Vertrauensbeweis als vor fünf Jahren. Auch sie legte noch einmal um rund 600 Stimmen zu. Mag sein, dass sich in diesem Ergebnis ihre jüngste Initiative um die Gynäkologie niederschlägt.

>>Alte Hasen<< bestätigt

Generell gilt jedoch, dass alle wiedergewählten Ratsmitglieder der bislang drei Fraktionen mehr Stimmen bekamen als vor fünf Jahren. Die Frauenquote hat sich im Zusammenhang mit der CDU-Fraktion in bemerkenswerter Weise verändert. Die Christdemokraten erreichen nämlich den Traumwert von 50%, was die Verteilung der Geschlechter in ihrer Ratsfraktion betrifft. Insgesamt sitzen jetzt fünf statt der bislang drei Frauen an Wolfacher Ratstischen. Die Frauen >>kratzen<< schon am Drittel.

Zumindest als kleine Überraschung, mit der man bei den bundesweit so gebeutelten Sozialdemokraten keinesfalls rechnete, darf der vierte Ratssitz für die Wolfacher SPD bezeichnet werden. Fraktionschef Manfred Maurer hatte im Vorfeld darauf gehofft, den Fraktionsstatus zu halten. Die drei bisherigen SPD-Gemeinderäte schafften den Wiedereinzug souverän, Fraktionschef Maurer mit der dritthöchsten Stimmenzahl aller Kandidaten.

Mit Carsten Boser hat auch ein Grüner – nicht ganz unerwartet – den Sprung in den Wolfacher Stadtrat geschafft, indem damit erstmals vier Parteien bzw. Wählervereinigungen vertreten sind. Ein klein wenig spiegelt das Wolfacher Ergebnis die Trends im Land wider: Die Großen verlieren oder stagnieren, die in Wolfach Kleinen gewinnen.

Ein Drittel >>Neue<<

Der neue Wolfacher Gemeinderat wird zu einem Drittel aus neuen Mitgliedern bestehen, die neue Ideen in sicherlich schwierige Jahre einbringen können. In der Zukunft, und das macht die Jahre keineswegs zum kommunalpolitischen Spaziergang, wird vor allem das Spardiktat und der Schuldenabbau die lokalen Debatten bestimmen. Mit jeweils über 1.200 Stimmen sind die beiden neuen Mitglieder Ulrich Wiedmaier und Hubert Kessler in der stärksten Ratsfraktion, den Freien Wählern, in den Rat eingezogen. Über 1.100 Stimmen gabs für Casten Boser. Das neue sozialdemokratische Ratsmitglied, Hans-Joachim Haller zog mit über 900 Stimmen ins Stadtparlament ein, während die beiden neuen CDU-Damen Gabriele Haas und Simone Heitzmann, knapp bzw. deutlich unter dieser Schallmauer blieben. Als Mitglieder anderer Fraktionen hätte dieses Ergebnis nämlich nicht zum Einzug in den Gemeinderat gereicht.

Stimmstärkster Kandidat, der den Sprung in den Stadtrat nicht schaffte, ist Horst Polus von den Freien Wählern. Der Geschäftsführer der Wolfacher Stadtkapelle schaffte mit 957 Stimmen ein respektables Ergebnis. Wie knapp Ergebnisse ausfallen können, die über die Einnahme eines Ratssitzes entscheiden, zeigt sich bei den Ergebnissen der CDU-Fraktion. Drei Stimmen mehr reichten Simone Heitzmann für den Einzug ins Stadtparlament vor der Gastronomin Ursula Tibaldi, für die 808 Stimmen abgegeben wurden.

(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Hans Geiger)

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