
Grußwort bei der Veranstaltung „Der Kislau-Prozess: Ein szenischer Bericht“ anlässlich des 90. Todestag von Ludwig Marum im Neuen Ständehaus in Karlsruhe

Grußwort bei der Veranstaltung „Der Kislau-Prozess: Ein szenischer Bericht“ anlässlich des 90. Todestag von Ludwig Marum im Neuen Ständehaus in Karlsruhe
Wer den baden-württembergischen Landtag betritt, begegnet Ludwig Marum. Unter dem an die Wand gemeißelten Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ befindet sich das Erinnerungsbuch an die von den Nazis verfolgten Parlamentarier*innen aus dem Südwesten.
Aber unser Landtagsgebäude ist hierbei ein Ort des unerträglichen Widerspruchs. Denn trotz dieses Ortes am Eingang – dieses Ortes des Gedenkens, der Erinnerung, der Mahnung an die Menschenwürde – befindet sich in diesem Gebäude auch eine Ehrenbüste für Carl Neinhaus – einem ehemaligen Landtagspräsidenten und einem Nazi.
Es ist wesentlich, dass der Landtag endlich beschlossen hat, sich der NS-Vergangenheit ehemaliger Abgeordneter zu stellen und in einem Forschungsprojekt Mitgliedschaften, Mitwirken aber auch Kontinuitäten zu untersuchen und Konsequenzen zu ziehen.
Es wird uns einmal mehr deutlich werden: Eine Stunde null gab es nicht. Es gab sie deshalb nicht, weil überzeugte Demokraten wie Ludwig Marum ermordet worden waren und ihr Beitrag für den Staat fehlte. Und es gab sie deshalb nicht, weil ehemalige Nazis in Staat und Politik ihren Platz finden konnten. In vielen Fällen in Spitzenpositionen.
Unsere Demokratie hat die Stärke genau zu schauen, was ist zwischen 1945 und 1955 passiert. Und was ist unterlassen worden? Dieser Abend heute ist ein herausragender Beitrag dazu.
Es wird uns einmal mehr deutlich werden, wie hart diese Demokratie über Jahrzehnte erarbeitet werden musste. Mit welchen unfassbar schlechten Bedingungen zu Anfang sie erarbeitet werden musste.
Und auch dies sollte uns aufzeigen, wie wichtig es ist, sich für unsere Demokratie einzusetzen.
Wir tun dies in diesen Monaten – und es ist sehr überzeugend und berührend – unter der Überschrift „Nie wieder ist jetzt.“
Mir ist dabei etwas aufgefallen. Früher wurde „Nie wieder!“ häufig angefügt an „Wehret den Anfängen.“ Das haben wir in den letzten Monaten nicht gemacht. Auch auf den Demonstrationen waren keine Schilder zu sehen „Wehret den Anfängen.“
Das hat einen Grund. Der Grund ist: Wir haben diesen Aufruf, diesen Schwur, in einer entscheidenden Phase unserer Demokratie nicht mit Leben gefüllt. Wenn wir ehrlich sind, dann haben wir in den letzten Jahren viele Anfänge zugelassen.
Es sind Rechtsextreme in unseren Parlamenten, Mitglieder von erwiesenermaßen rechtsextremen Landesverbänden der AfD sind Landräte oder Bürgermeister, wir hatten den Putschversuch von Ewiggestrigen, die Diskursverschiebung des Sagbaren, Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken – und nicht nur dort.
Die Wahrheit ist: Wir haben viel Anfang zugelassen. Die Konsequenz muss sein, spätestens jetzt zu antworten. Die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie zu zeigen. Durch das Demonstrieren für Freiheit, Vielfalt und Menschenrechte, wie wir es in den letzten Monaten erlebt haben und wie es sich beispielsweise auch auf Landesebene mit dem nach Einladung durch den SPD-Vorsitzenden Andreas Stoch gegründeten Bündnis für Demokratie und Menschenrechte gezeigt hat.
Wir müssen antworten, indem jeder und jede von uns die Stimme erhebt und laut widerspricht, immer dann wenn Fake News verbreitet, Diskurse verschoben, Hass und Hetze geschürt werden.
Wir müssen antworten mit allen Mitteln, die unser Rechtsstaat zur Verfügung stellt. Und wir müssen antworten nicht mit weniger, sondern mit mehr politischer Bildung, mit mehr Erinnerung, mit mehr Gedenken, mit mehr Wissenschaft. Das, was sich im ehemaligen KZ Kislau als Erinnerungsort entwickelt, ist das beste Beispiel dafür.
Und wir müssen antworten mit mehr Kultur, mit mehr Wissenschaft, mit mehr Forschung.
Vielen Dank für diesen Abend.
Homepage Daniel Born MdL
21.02.2026, 08:00 Uhr - 12:00 Uhr
öffentlich
SPD-Kinzigtal: Kuchenverkauf auf dem Bauernmarkt
Gengenbach, Marktplatz
hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.
(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)
Rotes aus der Ortenau
findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de
11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen
11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen
19.01.2026 18:25 „Startups fördern, Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken“
Parlament will EU-weite Unternehmensgründung binnen 48 Stunden ermöglichen weiterlesen auf spdeuropa.de
13.01.2026 10:25 Armand Zorn zum Handelsabkommen mit Indien
Handelsabkommen mit Indien schnell finalisieren Mit dem Mercosur-Abkommen wird ein bedeutender Schritt für offenen und fairen Welthandel gesetzt – doch das ist erst der Anfang. Deswegen unterstützen wir den Dialog zwischen Bundeskanzler Merz und dem indischen Premierminister Modi und sprechen uns für eine möglichst schnelle Finalisierung des Handelsabkommens mit Indien aus. „Die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens… Armand Zorn zum Handelsabkommen mit Indien weiterlesen
13.01.2026 08:24 Faire Erzeugerpreise und bezahlbare Lebensmittel
Esra Limbacher, stellvertretender Fraktionsvorsitzender: In der kommenden Woche startet mit der Grünen Woche in Berlin die international wohl wichtigste Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau. Besonders die hohen Preise für Grundnahrungsmittel in Deutschland stehen in dem Zusammenhang für die SPD-Bundestagsfraktion im Fokus. Es braucht dringend eine politische Initiative zur spürbaren Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher.… Faire Erzeugerpreise und bezahlbare Lebensmittel weiterlesen
Ein Service von info.websozis.de