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„Wir haben Beton aufgebrochen!“ – Wie geht es weiter mit dem neuen neunjährigen Gymnasium?

Veröffentlicht am 18.09.2024 in Pressemitteilungen

Zu einer offenen Diskussionsrunde rund ums das neue G9 hatte SPD-Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Fulst-Blei ins Café Wolfsbau in der Gartenstadt eingeladen.

„Wir haben wirklich Beton aufgebrochen“, zitierte Anja Plesch-Krubner die Worte von Stefan Fulst-Blei aus der damaligen Landtagsanhörung ihres Volksantrags. Mit diesem Satz beschrieb er bildlich, was von Plesch-Krubner zusammen mit ihrer Initiative „G9 jetzt! -BW“ erreicht worden war. Sie hatte sich über viele Jahre dafür eingesetzt, dass es in Baden-Württemberg endlich wieder das neunjährige Abitur als Regelform gibt – ebenso wie der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Fulst-Blei dafür auf politischer Ebene kämpfte. Für ihn war die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) sogar der persönliche Beweggrund in die Landespolitik zu gehen. Die Strapazen des G8 erlebte er mit seinen eigenen beiden Söhnen jahrelang mit – und auch wie ungerecht das Turbo-Abi für Kinder ist, die weniger Unterstützung von zu Hause habe. Bei der Diskussionsrunde im Café Wolfsbau, zu der Fulst-Blei Bürgerinnen und Bürger in die Gartenstadt eingeladen hatte, nahm auch Schulleiterin Silke Herr teil, die der Elterninitiative auch noch einmal dankte mit den Worten: „Wir wären heute nicht hier, wenn Sie nicht die 100.000 Unterschriften gesammelt hätten.“

Für Stefan Fulst-Blei bleibt nach wie vor eine zentrale Frage, was mit den vielen Schülerinnen und Schülern geschieht, die zurzeit weiterhin auf ein achtjähriges Gymnasium gehen. Die SPD hatte zuletzt im Landtag gefordert, ab 2025 nicht nur die Klasse 5 und 6, sondern, wie in Niedersachsen geschehen, bis zu Klasse 8 den Wechsel auf G9 zu ermöglichen. „Wir müssen auch für diese Jugendlichen, die ja mit am heftigsten unter den Corona-Maßnahmen gelitten haben, etwas anbieten“, betonte er. Für Plesch-Krubner liege die Lösung nicht darin, die Leistungsnachweise zu reduzieren oder einfach weniger Stoff beizubringen, wie es die grüne Landesregierung ins Auge fasst. „Dieses Wissen fehlt den Schülerinnen und Schülern später an der Uni“, befürchtete sie. Sie plädiert dafür, Programme wie Rückenwind nicht ergänzend, sondern direkt im Unterricht einzusetzen, zum Beispiel als zusätzliche pädagogische Kraft. Silke Herr meinte dazu: „Wenn die Landesregierung gute Lösungen für diese Jugendlichen anbieten würde, wie flächendeckende integrierte Nachhilfe in der Schule, könnte ich als Schulleitung dies relativ rasch umsetzen.“

Wie das neue G9 pädagogisch ausgestaltet werden könnte, dazu gab es verschiedene Ansätze. Plesch-Krubner erklärte, dass es praktizierte Bildungsgerechtigkeit sei, im Rahmen einer breiten, vielseitigen Gymnasialbildung weiterhin die Gedichtinterpretation zu lernen. Einige Gäste aus dem Publikum, darunter ein ehemaliger Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, fanden, dass man die gewonnene Zeit in Demokratiebildung und Informatikunterricht investieren solle. Hierbei sah Schulleiterin Silke Herr jedoch das drängende Problem, dass es aktuell kaum Lehrkräfte im MINT-Bereich gäbe. Sie selbst habe nur eine Lehrerin an ihrer Schule, die Informatik unterrichtet.

Auf wenig Verständnis in der Diskussionsrunde stieß das Vorhaben der Landesregierung zur verbindlichen Grundschulempfehlung, insbesondere mit Blick auf die angedachten Testverfahren. Ein Lehrer aus dem Publikum merkte an, dass ein wesentlicher Faktor für mehr Bildungsqualität die Klassengröße sei. Es seien häufig 30 oder mehr Kinder in einer Klasse – da sei individuelle Förderung kaum möglich. Fulst-Blei stimmte dem zu, als ehemaliger Berufsschullehrer könne er dies bestätigen. Thema waren auch die Wechselmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Schularten. „Hier ist einer der Knackpunkte die zweite Fremdsprache. Daher ist es wichtig, dass das Kultusministerium bei der Neugestaltung des G9 den Start der Fremdsprachen so plant, dass auch Realschülerinnen und -schüler eine Chance haben, auf ein Gymnasium zu wechseln und umgekehrt“, erklärte Fulst-Blei. Gleichwohl könnte der Beginn der zweiten Fremdsprache in der 7. Klasse sinnvoller sein, statt, wie jetzt vorgesehen, in der 6. Klasse. Dies wolle er auch im Landtag bei der nächsten Bildungsdebatte zur Sprache bringen. Auch wenn noch viele Fragen an diesem Nachmittag offenblieben – Lehrkräfte, Eltern und auch der Bildungspolitiker Fulst-Blei freuen sich auf das neue G9, darin waren sich alle einig.

BILDUNTERSCHRIFT: (v. l.) Sabine Herr, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, SPD-Landtagsabgeordneter Stefan Fulst-Blei und Anja Plesch-Krubner, Gründerin der Elterninitiative, diskutierten über das neue neunjährige Gymnasium.

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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