Zufallsfoto

Warum Generationengerechtigkeit im Grundgesetz verankern?

Veröffentlicht am 27.01.2007 in Politik

Für den Vorwärts schrieb ich folgenden Beitrag. Er macht deutlich warum der Begriff Generationengerichtkeit Teil und nicht Gegensatz des sozialdemokratischen Gerechtigkeitsbegriffs ist und erläutert beispielhaft wie die SPD Nachhaltigkeit in sozialpolitischen Fragen für sich definieren kann:

Unsere politische Entscheidungen leiden häufig an einem strukturellem Defizit: Künftige Generationen können nicht an den politischen Entscheidungen von heute partizipieren. Dabei haben Entscheidungen von heute mehr denn je weit reichende Konsequenzen. Diese wirken sich unmittelbar auf die Lebenschancen und Entfaltungsmöglichkeiten künftiger Generationen aus. Im politischen Alltagsgeschäft werden die Kosten politischer Entscheidungen oft auf die Schultern künftiger Generationen geladen, um Konflikten heute auszuweichen. Besonders deutlich wird dies beim Ressourcenverbrauch und bei der Verschuldung öffentlicher Haushalte. Beides schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten künftiger Generationen gravierend ein.

Gerechtigkeit und Solidarität sind die Grundpfeiler sozialdemokratischer Politik. Beide Prinzipien beziehen sich aber nicht nur auf die heute lebenden Generationen, sondern sind seit jeher auch in die Zukunft gerichtet. Es ist daher falsch, Verteilungsgerechtigkeit gegen Generationengerechtigkeit auszuspielen. Beides gehört unmittelbar zusammen. Insofern ist es nur konsequent, den bisher einzigen Teilbereich staatlicher Politik, den der Verfassungsgeber als Grundsatz der Zukunftsverantwortung im Grundgesetz verankert hat – die Nachhaltigkeit im Umweltschutz – auf andere Politikfelder auszuweiten.

In einer gemeinsamen Initiative haben Abgeordnete von SPD, Union, FDP und den Grünen jetzt eine Initiative gestartet, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit als Staatsziel in das Grundgesetz aufzunehmen. Über 100 Abgeordnete aus allen Fraktionen und aller Altersgruppen beteiligen sich daran.

Dabei sind – trotz des gemeinsamen Ziels – die Instrumente, wie wir z.B. beim Haushalt, in den sozialen Sicherungssystemen und im Klimaschutz mehr Nachhaltigkeit erreichen, durchaus umstritten. Uns Sozialdemokraten ist dabei vor allem wichtig, dass Generationengerechtigkeit mehr ist, als die Zahlungsbilanzen zwischen den Altersgruppen.

Ein Beispiel: während die Junge Gruppe der CDU meint, durch das Herausnehmen von Leistungen aus der Krankenversicherung Kapitalrückstellungen finanzieren zu können, halten wir Prävention für den richtigen Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Gesundheitsversorgung. Abgesehen davon, dass hier sehr viel größere Volumen der Kosteneinsparung erreicht werden, verbessern wir gleichzeitig die Lebensqualität aller Generationen. Denn Prävention kennt keine Altergrenze. Dieses Beispiel macht aber auch deutlich, dass Generationengerechtigkeit eben nicht die Umverteilung zwischen den Generationen bedeuten muss, sondern alle Generationen gleichermaßen betrifft.

Wir wollen als SPD-Abgeordnete die Debatte um eine Änderung des Grundgesetzes nutzen, um unser sozialdemokratisches Verständnis von Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit durchzusetzen. Sei es bei einer voll erneuerbaren Energie- und Ressourcenversorgung, sei es bei Prävention, bei Bildung, bei Erbschaftssteuer oder bei ausgeglichenen Haushalten. Der Begriff Nachhaltigkeit wurde von Sozialdemokraten geprägt, wir sollten ihn uns nicht von anderen wegnehmen lassen.

Homepage Peter Friedrich

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de