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Verena Bentele und Andreas Stoch im Café 8 der AWO in Heidenheim

Veröffentlicht am 04.02.2016 in Pressemitteilungen

Andreas Stoch und Verena Bentele im Heidenheimer Café 8 in der Bergstraße

Normalerweise treffen sich politisch Verantwortliche bei Vor-Ort-Besuchen mit anderen politischen Verantwortlichen. Dieses Mal nicht. Auf Vermittlung von Kultusminister Andreas Stoch kam Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderung, um mit den Beschäftigten des Café 8 in der Heidenheimer Bergstraße zu sprechen.

Inklusive Betriebe, das heißt, Arbeitsplätze, in denen Behinderte und Nichtbehinderte Menschen erfolgreich zusammen arbeiten, gibt es leider nicht sehr viele. Nach einer Einführung durch Frieder Raith, dem Leiter der Werkstatt am Bahnhof, zu der das Café 8 gehört, ging es auch gleich zur Sache. In den 20 Jahren des Bestehens der Werkstatt am Bahnhof war die Gründung des Café 8 eine wirkliche Innovation. Eine deutlich andere Arbeit, die behinderte Menschen am Markt erbringen. Als großen Erfolg bezeichnete Raith die Tatsache, dass von den 10 Beschäftigten, die im Jahr 2014 im Café 8 gestartet waren, alle noch dabei wären. Für die Beschäftigten wäre das eine klare Botschaft, dass sie ihre Arbeit erfolgreich durchführen würden.

Verena Bentele bedankte sich bei Andreas Stoch, mit dem sie in zahlreichen Arbeitsfeldern in Baden-Württemberg erfolgreich zusammenarbeitet, für das neue Schulgesetz, das Inklusion zum ersten Mal dort verankert. Stoch gab den Dank zurück und stellte fest: „Wir brauchen eine inklusive Überzeugung in unserem Land. Es muss ganz alltäglich und normal sein, dass Behinderte und Nichtbehinderte zusammen arbeiten“. Schnell bildete sich eine Runde aus den Vertretern der Beschäftigten, der AWO als Träger der Werkstatt am Bahnhof, Verena Bentele und Andreas Stoch. Zahlreiche Themen wurden angesprochen und diskutiert: Wie kann man Berührungsängste abbauen, wo kann es einen Übergang in den ersten Arbeitsmarkt geben, warum gibt es nicht mehr inklusive Betriebe?

Auch die Beschäftigten des Café teilten mit, dass es großen Spaß macht das Café 8 zu betreiben. Mittlerweile habe man zahlreiche Stammgäste und auch ein wirtschaftliches Konzept, indem man vegetarische und vegane Angebote anbieten würde. Die Nachfrage wäre sehr groß, offenbar habe man eine Nische gefunden. Verena Bentele, als Vegetarierin, probierte sich durch das Sortiment und war des Lobes voll. Als Botschaft des Gesprächs nahmen alle Teilnehmer mit, dass noch ein langer Weg zurückzulegen ist, bis es eine wirkliche Gleichberechtigung auch auf dem Arbeitsmarkt zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gibt. Dass dies möglich ist und dass jeder seine Chancen nutzen kann zeigt das Beispiel von Verena Bentele eindrucksvoll: Sie selbst, die blind geboren ist, hat viel aus ihrem Leben gemacht. So hat sie bei Paralympischen Spielen 12 Goldmedaillen im Biathlon und Langlauf gewonnen, studiert und arbeitete, bis sie ihre Funktion in der Bundesregierung übernahm, in zahlreichen Arbeitsfeldern sehr erfolgreich.

Bericht und Foto: Stefan Oetzel

Homepage Andreas Stoch

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