Japan blickt dieser Tage in den Abgrund. Nach dem schwersten Erdbeben seit mehr als 1000 Jahren und einem gewaltigen Tsunami unvorstellbaren Ausmaßes droht nun der nukleare Super-GAU. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Japan, die unermessliches Leid ertragen und dem Tod ins Auge sehen müssen.
Die Ereignisse, die wir derzeit in den Medien verfolgen, sind eine Mahnung an die ganze Welt. Sie machen auf schrecklichste Art und Weise deutlich, wie vermessen der Glaube an die Beherrschbarkeit der Kernenergie ist. Sie gleicht eher einem Tanz auf dem Vulkan, der nur so lange gut geht, wie nichts Unvorhergesehenes geschieht.
Die erste Reaktion der CDU ist angesichts des Geschehens in Japan unverständlich. Alles spricht dafür, dass sie diese gefährliche Strategie um jeden Preis fortführen will. Der Unionsfraktions-Vize im Bundestag Michael Fuchs verwies sogar darauf, dass es keine Berechtigung gäbe, von den Ereignissen in Japan auf Deutschland zu schließen. Damit soll den Kritikern gleich der Mund verboten werden!
Es ist richtig, dass ein Erdbeben von der Stärke des japanischen in Deutschland extrem unwahrscheinlich ist. Doch auch in Japan hieß es jahrelang, die Atommeiler verfügen über die modernsten Sicherheitsstandards. So äußern sich auch die Kraftwerksbetreiber in Deutschland. Doch die deutschen Kernkraftwerke sind nahezu ungeschützt gegen etwaige terroristische Angriffe oder Flugzeugabstürze. Die sieben ältesten deutschen Meiler verfügen über Schutzhüllen, die nicht einmal dem Einschlag eines Sportflugzeuges widerstehen könnten. Eine Studie des BUND vom 9. März 2011 offenbart gravierende Sicherheitsmängel in den vier in Baden-Württemberg stehenden AKW’s (Philippsburg 1 + 2, Neckarwestheim 1 + 2). Es ist verantwortungslos, dass der Reaktor Phillipsburg 1, der im Zuge des rot-grünen Atomausstiegs 2013 abgeschaltet werden sollte, nun im Rahmen der Laufzeitverlängerung bis 2020 am Netz bleiben soll.
Für mich haben die Ereignisse vor allem eines gezeigt: Es gibt keine sichere Atomkraft - nirgendwo auf der Welt. Die Nuklearenergie ist und bleibt eine Gefahr für die Menschen. Und diese Gefahr ist umso größer, je älter und unsicherer die Kraftwerke sind. Niemand von uns will auf Kosten der Angst in Japan Politik machen. Dennoch dürfen die Ereignisse nicht ohne Konsequenzen für die Politik bleiben: mit der Atomkraft muss Schluss sein. Ich sehe nur eine Regierung, die dazu in der Lage ist. Eine Regierung unter Führung der SPD, der Partei des leider viel zu früh verstorbenen Visionärs der erneuerbaren Energien Hermann Scheer. Wir garantieren eine Energieversorgung, die nachhaltig, sauber und im Blick auf Japan auch ungefährlich für die Menschen im Land ist!