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Übergangszahlen zum Schuljahr 2014/2015: Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Gemeinschaftsschulen steigt

Veröffentlicht am 10.02.2015 in Pressemitteilungen

Ein Sprecher des Kultusministeriums: „Immer mehr Eltern erkennen, wie gut die Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen auf die Begabungen und die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler eingehen und sie in ihrer Lernentwicklung fördern.“

Immer mehr Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg wechseln nach der vierten Grundschulklasse an eine Gemeinschaftsschule. Damit hat sich die Übergangsquote von 5,7 Prozent auf 10,3 Prozent im Vergleich zum vergangenen Schuljahr fast verdoppelt. Dies ist ein Ergebnis der amtlichen Schulstatistik zu den Übergängen von den Grundschulen auf die weiterführenden Schulen zum laufenden Schuljahr 2014/2015. Dieser deutliche Anstieg der Schülerzahlen in den Gemeinschaftsschulen ist auch Konsequenz des Ausbaus dieser Schulart auf 215 Standorte (209 öffentliche und sechs private) im aktuellen Schuljahr. „Immer mehr Eltern erkennen, wie gut die Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen auf die Begabungen und die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler eingehen und sie in ihrer Lernentwicklung fördern“, erklärte ein Sprecher von Kultusminister Andreas Stoch. Angesichts der in der vergangenen Woche genehmigten 62 neuen öffentlichen Gemeinschaftsschulen werde sich die Übergangsquote auf diese Schulart auch im kommenden Schuljahr weiter deutlich erhöhen.

 

Die vorliegenden Zahlen belegen zudem, dass die Landesregierung mit der Gemeinschaftsschule ihrem Ziel, die Chancengerechtigkeit in Baden-Württemberg zu erhöhen, deutlich näher gekommen ist. So sind zum Beispiel in den fünften Klassen der Gemeinschaftsschulen – im Unterschied zu den anderen Schularten – die Übergangsquoten der Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund nahezu identisch.

 

Der deutliche Zuwachs der Schülerzahl an Gemeinschaftsschulen bringt leichte Verschiebungen in den übrigen Schularten mit sich: So ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die auf ein Gymnasium gewechselt haben, von 44,6 auf 43,9 Prozent zurückgegangen. Auch die Realschulen verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr einen leicht zurückgegangenen Anteil von 36,2 auf 34,7 Prozent. Die Nachfrage nach den Haupt-/Werkrealschulen nimmt weiter ab: Nur noch 9,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler wechselten in die fünfte Klasse einer Haupt-/Werkrealschule.

 

Wie in den Vorjahren illustrieren die Übergangszahlen die große Heterogenität der Schülerinnen und Schüler insbesondere an den Realschulen: 56 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den fünften Klassen der Realschulen kamen im laufenden Schuljahr mit einer Empfehlung für diese Schulart dorthin, 21 Prozent hätten allerdings laut Grundschulempfehlung auch auf das Gymnasium wechseln können, 23 Prozent hatten eine Empfehlung für die Haupt-/Werkrealschule erhalten. Ähnlich wie im Vorjahr verfügen derzeit 88 Prozent der Schülerinnen und Schülern in den fünften Gymnasialklassen über eine Empfehlung für diese Schulart, hinzukommen 11 Prozent mit einer Empfehlung für die Realschule. „Diese Zahlen bestätigen noch einmal, wie wichtig es ist, die Realschulen dabei zu unterstützen, ihre Schülerinnen und Schüler in deren unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten zu fördern“, betonte Stochs Sprecher. „Dazu werden wir die Realschulen bereits ab kommendem Schuljahr mit zusätzlichen Ressourcen in erheblichem Umfang ausstatten.“ Ab dem Schuljahr 2016/17 ist vorgesehen, dass die Realschulen neben dem mittleren auch das grundlegende Niveau anbieten und ihren Schülerinnen und Schülern damit einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 ermöglichen.

 

93 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die zum laufenden Schuljahr an eine Haupt-/Werkrealschule gewechselt haben, taten dies auf eine entsprechende Empfehlung hin. Die Schülerschaft der fünften Klassen der Gemeinschaftsschulen setzt sich zu 9 Prozent aus Schülerinnen und Schülern mit Gymnasialempfehlung zusammen, 26 Prozent der Fünftklässlerinnen und Fünftklässler wechselten mit einer Realschulempfehlung dorthin, 65 Prozent mit einer Empfehlung für die Werkreal-/Hauptschule. „Wir gehen davon aus, dass die Attraktivität der Gemeinschaftsschule auch für Schülerinnen und Schüler mit einer Empfehlung für das Gymnasium mittelfristig landesweit deutlich ansteigen und sich dies in den Übergangsquoten niederschlagen wird“, erklärte ein Sprecher.

 

Wie diese Zahlen erkennen lassen, hat sich der Anteil der Eltern, die eine von der Grundschulempfehlung abweichende Entscheidung treffen, kaum verändert. Dennoch empfiehlt das Ministerium allen Eltern, die vor der Wahl einer weiterführenden Schule für ihre Kinder stehen, von den umfassenden Beratungsangeboten Gebrauch zu machen.

 

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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