Zufallsfoto

Tolle Diskussion zum Thema "Kirche und Staat"

Veröffentlicht am 30.04.2010 in Wahlkreis

Rund 45 Interessierte diskutierten mit zum Thema "Wie viel Kirche braucht der Staat?"

Ein voller Erfolg war der Diskussionsabend "Wie viel Kirche braucht der Staat?", zu dem Reinhold Gall Kirchenvertreter und interessierte Bürger/innen nach Sülzbach eingeladen hatte. Gemeinsam mit dem Weinsberger Dekan Georg Ottmar und dem Abstatter Abgeordneten und kirchenpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Ingo Rust erörterte man die Berührungspunkte zwischen Kirche und Staat und Fragen der Zusammenarbeit.

"Suche nach dem lebendigen Dialog

Von Margit Stöhr-Michalsky, Heilbronner Stimme

Obersulm - Die Frage "Wie viel Kirche braucht der Staat?" war bewusst provokativ gewählt worden. Reinhold Gall, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, und Ingo Rust, kirchenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, hatten zu einer Diskussionsrunde in die Ortsverwaltung Obersulm-Sülzbach eingeladen. Die Frage stellten sie an Georg Ottmar, den Dekan des Kirchenbezirks Weinsberg sowie an die überwiegend anwesenden Pfarrer, Kirchenräte und Mitarbeiter in diesem Bezirk.

Dabei wurde deutlich, dass sich die Frage nach der Quantität nicht stellte, dass sich Staat und Kirche aber gegenseitig in den geregelten Beziehungen stärken könnten. Mehr noch, die Politiker wünschten sich eine klare Einmischung bei ethischen Themen von Seiten der Kirche. Reinhold Gall: "Wir möchten einen starken Staat, in dem die Kirche Gewicht hat".

Ermutigung Er sah die Veranstaltung als Ermutigung, Themen in die Politik zu transportieren. Zurzeit diskutieren in ganz Baden-Württemberg Vertreter des Staates mit Vertretern der Kirche. Obersulm-Sülzbach war die 20. Veranstaltung dieser Art. Rust zeigte auf, dass es in der Praxis viele Berührungspunkte bei Staat und Kirche gebe, in der Bildung etwa, bei sozialen Einrichtungen, beim Denkmalschutz, so sei die Kirche der größte Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude, im finanziellen Bereich durch staatliche Leistungen. Er informierte über die gesetzlichen Regelungen in der Landesverfassung und im Grundgesetz. Dekan Georg Ottmar fand es schwierig auf die Frage, "wie viel Kirche braucht der Staat" zu antworten. Zwei Erwartungen beobachte er. Einerseits solle sich die Kirche ganz auf das Religiöse beschränken, andererseits solle die Kirche ein kritisches Gegenüber zum Staat sein. "Beides hat seine Berechtigung und seine Grenzen", sagte er.

Die Kirche habe jedoch eine Verantwortung für die Mitgestaltung der Gesellschaft, machte der Dekan deutlich. Er stellte vier Ebenen vor, wie sich Kirche einbringt. Da sei das bürgerliche Engagement der Mitglieder in allen Gremien, Berufen und Parteien, dann die sozialen und diakonischen Einrichtungen, das Gemeindeleben, das für viele eine Heimat sei, die Seelsorge und Nachbarschaftshilfe, die Erwachsenen Bildung mit Themen für Lebensgestaltung.

Werte Der vierte Bereich, in dem es um Wertevermittlung ging, bot erneut Stoff zur Diskussion. Für ihn sei der zentrale Wert dort, wo es um die "bedingungslose Würde des Menschen gehe", so Ottmar. Daraus entstünden die Einsätze auf vielen Ebenen. Fragen schlossen sich an, zum Beispiel "wie verankert ist die Kirche in der Gesellschaft?"

Kirchenaustritte waren ein Thema. "Wo konnte die Politik die Kirchemehr gebrauchen?" "Wir brauchen die praktische Beratung der Kirche", sagte Rust. Dazu forderte er auf, dass sich die Kirche bei ethischen Themen klar zu Wort melde.

Die Diskutierenden stellten fest, dass Staat und Kirche oftmals gleiche Probleme haben, bei dem Versuch, in der Gesellschaft gehört zu werden. Am Ende der Veranstaltung wünschten sich die Teilnehmer, dass der Dialog zwischen politischen Vertretern und kirchlichen Vertretern im Kirchenbezirk fortgesetzt wird."

Direkter Link zum Artikel

Bild: Gustav Döttling, Obersulm

Homepage Reinhold Gall MdL

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de