Zufallsfoto

Tauziehen um die Teufelsbrücke

Veröffentlicht am 13.03.2009 in Presseecho

Jungbusch: Politiker halten sich bei der Initiative "Rettet die Teufelsbrücke" bedeckt
Tauziehen um die Teufelsbrücke

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Philipp

Zwei Stunden teils hitzige Debatte, Austausch von mehr oder weniger bekannten Argumenten, gegenseitige Vorwürfe: Am Ende plädierte lediglich CDU-Stadträtin Regina Trösch, wenn auch nicht im Namen ihrer Partei, klar für den Erhalt der denkmalgeschützten Teufelsbrücke im Jungbusch. Andere Politiker, die die Bürgerinitiative (BI) "Rettet die Teufelsbrücke" eingeladen hatte, um eindeutige Signale zu erhalten, bezogen zum Bedauern der Bewohner kaum Stellung.
Viele Fragen offen

Bekanntlich will die staatliche Hafengesellschaft HGM bis 2015 einen neuen Containerterminal errichten und Verkehrswege ausbauen. Die Teufelsbrücke soll dafür weichen. Gegen den von der HGM beantragten Brücken-Abriss haben Bürger eine Petition in Stuttgart eingereicht, die Grünen im Landtag eine Anfrage an die Regierung gerichtet. Zusammengetragen werden die Fakten bei der Stadt, die muss alles prüfen und wartet derzeit auf wasserrechtliche und denkmalrechtliche Stellungnahmen.

Abwarten wollen auch die Sozialdemokraten: Viele Fragen seien noch offen, Alternativen und Kompromissvorschläge nicht vorhanden, beklagten SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer und Stadtrat Prof. Jörg Schmidt die unübersichtliche Lage - allerdings zum Unmut der 30 Bürger. Die waren ins Laboratorio 17 gekommen, um Aufmunterndes von ihren Volksvertretern im Landtag zu hören. Außer Heberer war indes niemand erschienen, ließen sich Klaus-Dieter Reichard (CDU) krankheitsbedingt und Uli Skerl (Grüne) entschuldigen. Und der Gemeinderat, so Schmidt, habe eh keine Entscheidung in der Sache zu treffen.

Stadt und Politik würden sich auf das rechtliche Verfahren zurückziehen statt zu planen, kritisierte BI-Sprecher Frank Maas und forderte den Oberbürgermeister auf, mit dem Land zu verhandeln. "Wenn sich alle zurücklehnen, ist das Ende absehbar", kritisierte er die passive Haltung: "Stadt und Gemeinderat müssen doch eine Meinung haben". Schließlich gehöre der Hafen zu Mannheim, habe die Stadt viel investiert am Verbindungskanal. Dazu gebe es die Westtangenten-Pläne. Maas: "Die Politiker haben es in der Hand, diese zu beschleunigen". "Wir erwarten, dass man sich im Rathaus klar äußert," betonten Bewohner und hoben die Einzigartigkeit des Industriedenkmals und seine Bedeutung für das gesamte Ensemble an der Kauffmannmühle hervor.
Nicht verkehrssicher

Der Zustand der Mühle sei wohl eher "eine Schande für den Jungbusch": Michael Dietrich, technischer Leiter bei der HGM, hält das Gebäude für "nicht im geringsten verkehrssicher und sehr gefährlich". Es müsste seiner Meinung nach gesperrt werden. Die Sanierung der maroden Teufelsbrücke (ohne Technikteil) würde die HGM 1,1 Millionen Euro kosten. Dietrich bedauerte: "Es hat uns überrascht, wie emotional das gehandhabt wird". Dabei habe die Stadt selber 2004 den Kauf der Brücke abgelehnt, verfolge die Planungen für den Hafenausbau nun seit zwei Jahren. Die Entwicklung am Kanal, so Dietrich, werde von der HGM auch nicht boykottiert: Promenade, Musikpark und Pop-Akademie stünden auf Hafengrundstücken. Die geplante Westtangente zum Mannheimer Norden sei zudem "nicht die Lösung für die Verkehrsprobleme im Hafen: 75 Prozent der LKW kämen aus anderen Richtungen. Im Übrigen würde die Trasse eh frühestens ab 2015 gebaut.

Im Quartier möchte man dagegen die Planungen für die Westtangente forcieren: Stadt und Hafen müssten hier zusammenkommen, so Michael Scheuermann. Der Quartiermanager formulierte vier Szenarien, die für die Bürger wichtig seien: Neben dem Bau der Verkehrstrasse, den Erhalt der Teufelsbrücke (ertüchtigt für Schifffahrt und Fußgänger) sowie Alternativplanungen für die Zufahrt an der Mühlauhubbrücke. In jeden Fall müsse die Verbindung zwischen linkem und rechtem Ufer am Kanal erhalten bleiben.

Mannheimer Morgen
13. März 2009

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de