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Stoch spricht mit Migranten über Arbeitsmarktsituation

Veröffentlicht am 05.04.2012 in Pressemitteilungen

Nach einem ersten Treffen im Dezember letzten Jahres lud der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch unlängst zu einem weiteren Gedankenaustausch mit Vertretern islamisch-türkischer Vereine in der Region ein.

Neben Vertretern türkisch-islamischer Vereine begrüßte der Abgeordnete auch Josef Eggstein, Leiter der Heidenheimer Agentur für Arbeit, Gebhard Bühler, Teamleiter Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit Aalen, Wolfgang Krause, Verantwortlicher für die Integration Jugendlicher beim Jobcenter Heidenheim, und Ludger Bradenbrink, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung Kreis Heidenheim e.V.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Situation von Migranten auf dem hiesigen Arbeitsmarkt, mit besonderem Augenmerk auf die Schulabgänger. Wichtige Informationen konnte hierzu Gebhard Bühler geben, der in der Aalener Arbeitsagentur auch das „Netzwerk Integration“ koordiniert. Die Agentur für Arbeit habe gemeinsam mit den Landratsämtern Ostalbkreis und Heidenheim und dem Göppinger Schulamt die Projekte „Zukunft“ im Ostalbkreis und „Startklar“ im Landkreis Heidenheim ins Leben gerufen. Die Agentur bzw. das Landratsamt vermitteln ehrenamtliche Ausbildungspaten an Hauptschulen. Die Paten unterstützen einzelne Jugendliche bei der Berufswahl und der Suche nach einem Praktikumsplatz oder einer Lehrstelle. Andreas Stoch zeigte sich sehr angetan von diesem Projekt und möchte es gern auf eine breitere Basis stellen: „Auch hinsichtlich des demografischen Wandels müssen alle vorhandenen Potentiale auf dem Arbeitsmarkt genutzt und alle jungen Menschen mitgenommen werden“, unterstreicht der Sozialdemokrat.

Außerdem möchte die Agentur für Arbeit mithilfe eines Mentorenprogramms mehr Migranten in Ausbildung bringen. Hierfür schult die Agentur ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren mit Migrationshintergrund, die dann gezielt in ihrem Umfeld Jugendliche aktiv bei der Ausbildungssuche unterstützen und den Eltern verdeutlichen, wie wichtig ein guter Schulabschluss und eine Ausbildung für ihre Kinder sind. Doch auch die Arbeitgeber in der Region sind aufgefordert, Migranten durch einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Andreas Stoch plant diesbezüglich Gespräche mit der IHK und der Kreishandwerkerschaft.

Neben der Arbeitsmarktthematik sprach man auch über die Schwierigkeiten von Nachzüglern, die im Schulkindalter ohne oder nur mit geringen Deutschkenntnissen hierher kommen. Ihr Sprachrückstand sei nur schwer aufzuholen und man müsse sich Gedanken machen, wie die Sprachkompetenz zügig und effektiv gesteigert werden könne, damit sie zur Ausbildungsreife gelangen. Während es für erwachsene Migranten solche Programme gebe, stünden diese jugendlichen Nachzüglern nicht zur Verfügung. Hier müsse, so Stoch, nach einer Lösung gesucht werden.

Weitere gesellschaftliche Aspekte waren Gegenstand des Treffens. Die Teilnehmer sprachen sich für einen verstärkten interreligiösen Dialog aus. Das Thema islamischer Religionsunterricht müsse hierbei aufgegriffen werden. Auch die Frage nach Bestattungen von Migranten der zweiten und dritten Generation in Deutschland müsse ebenso geklärt werden wie die Frage nach dem Umgang mit älteren Migranten und einer ihrem Kulturkreis entsprechenden Pflege. „Das sind Fragen, die wir uns stellen müssen“, meinte Stoch abschließend. „Schließlich leben diese Menschen teilweise schon lange hier oder sind hier geboren. Deutschland ist für sie zur Heimat geworden. Sie gehören zu unserer Gesellschaft und wir müssen uns entsprechend auf ihre Bedürfnisse einrichten.“ Für einen intensiven Austausch mit den verschiedensten Migranten-gruppen wird der Landtagsabgeordnete die Integrationsministerin Bilkay Öney einladen, bald wieder in den Landkreis Heidenheim zu kommen.

Homepage Andreas Stoch

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