Zufallsfoto

Stefan Fulst-Blei: „Der Rückenwind beim Lernen bleibt anscheinend nur heiße Luft“

Veröffentlicht am 23.08.2022 in Pressemitteilungen

Rund ein Jahr nach der Einführung des Programms „Lernen mit Rückenwind“ an baden-württembergischen Schulen zweifelt die SPD-Landtagsfraktion an der Umsetzung im Land. Auf eine entsprechende Anfrage konnte das Kultusministerium von Theresa Schopper nur stark veraltete und kaum detaillierte Kennzahlen vorlegen. Die aus dem Ministerium wiederholt geäußerte Angabe, das Programm laufe erfolgreich, entbehrt also jedes Nachweises.

„Auch beim ‘Lernen mit Rückenwind’ scheint die Landesregierung wieder im Blindflug unterwegs“, sagt Dr. Stefan Fulst-Blei, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Anders ist es nicht zu erklären, dass uns im August Zahlen von Anfang Februar vorgelegt werden, die noch dazu weder umfangreich noch detailliert sind. Weder weiß die Landesregierung, wie viele Angebote in den Ferien stattgefunden haben, noch weiß sie, wie viele Schulen derzeit überhaupt am Programm teilnehmen. Dabei hat die Kultusministerin die Kritik am stotternden Start des Programms immer mit dem Hinweis abgetan, dass das Programm zwei Jahre laufe und man noch an den Stellschrauben drehe. Nur wo und wohin will das Kultusministerium drehen, wenn man gar keinen Überblick darüber hat, wo und wie das Programm überhaupt läuft?“

Verlierer dieses Blindflugs sind für Fulst-Blei die Schulen: „Einmal mehr werden die Schulen mit der Durchführung alleine gelassen. Und dem Ministerium fehlt nicht nur der Überblick und die Verantwortung, sondern auch jeglicher Wille, vorhandene Fehler überhaupt auszubügeln und Verbesserungen vorzunehmen. Man setzt ein Programm aufs Gleis, produziert eine Überschrift und geht dann wieder Schlafen. Ob das Programm überhaupt läuft, scheint nicht wichtig zu sein.“

Wie praxisfremd die Sicht des Kultusministeriums ist, offenbaren für die SPD mache Antworten. So genüge dem Ministerium der Hinweis darauf, dass 86 Prozent der Schulen bereits einmal im Onlineverfahren des Programms „aktiv gewesen“ seien. Ähnlich hohe Zahlen habe das Land dann auch dem Bund gemeldet. „Was das aber bedeutet, weiß das Ministerium selbst nicht“, so Fulst-Blei. Ebenfalls eher eine Nebelkerze sei offensichtlich die Ankündigung gewesen, für die Aufholprogramme auch die Ferienzeiten anzubieten: „Wir haben selbst größte Mühe gehabt, einzelne Schulen zu finden, in denen überhaupt irgendwelche Angebote in den Ferien gemacht werden“, so Fulst-Blei. Das Kultusministerium kann keinerlei Zahlen vorlegen, das Haus von Ministerin Schopper teilt der SPD aber mit, die Angebote würden „vielfach genutzt“.

„Leider wird aus den nebulösen Antworten vor allem deutlich, dass das Programm einen Großteil der Schülerinnen und Schüler im Land gar nicht erreicht. Laut Datengrundlage sind durch die geplanten Fördermaßnahmen überhaupt nur an rund 157 000 Schülerinnen und Schüler angesprochen – in einem Land mit gut 1,5 Millionen Schülerinnen und Schülern. Viel zu viele Kinder und Jugendliche spüren keinerlei Rückenwind und werden ihre Lernlücken aus der Pandemiezeit in nachfolgende Klassenstufen weitertragen. Das ist nicht nur ein Nachteil für die Schülerinnen und Schüler selbst, sondern auch für einen Wirtschaftsstandort wie Baden-Württemberg.“

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

24.08.2026 19:52 Pflegenden Angehörigen die Alterssicherung zu kürzen, wäre das falsche Signal
Die angekündigte Kurskorrektur von Bundesgesundheitsminister Linnemann bei der Pflegereform unterstützen wir, sagt Christos Panztazis. Dafür braucht es aber auch eine gerechte Gegenfinanzierung. „Wir begrüßen die angekündigte Kurskorrektur von Bundesgesundheitsminister Linnemann ausdrücklich. Es ist richtig, die geplante Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige komplett zurückzunehmen. Wir als SPD haben von Anfang an deutlich gemacht: Die Stabilisierung… Pflegenden Angehörigen die Alterssicherung zu kürzen, wäre das falsche Signal weiterlesen

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de