Zufallsfoto

SPD kritisiert Verzögerungen und mangelnde Sachkunde der Landesregierung beim Thema Geldwäsche in Baden-Württemberg

Veröffentlicht am 11.01.2010 in Landespolitik

Quelle: photoexpress.com, Fotograf: eka

Polizeiexperte Reinhold Gall: "Die Landesregierung hat die ordnungsgemäße Umsetzung des Geldwäschegesetzes über eineinhalb Jahre verzögert"

Die SPD-Fraktion kritisiert heftig das überaus zögerliche Vorgehen der Landesregierung gegen Geldwäsche in Baden-Württemberg. Die Landesregierung habe die organisatorische Umsetzung des deutschen Geldwäschegesetzes vom August 2008 über eineinhalb Jahre versäumt, erklärte Reinhold Gall, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. "Die Landesregierung hat es mit Schlamperei und anhaltender Nichttätigkeit geschafft, die Aufsicht über die Geldwäsche teilweise lange Zeit zu verzögern", sagte Gall. "Hier wird einmal mehr deutlich, wie sehr die schlechte Qualität der Regierungsarbeit das Land beeinträchtigt", sagte Gall. "Offenbar hat die Verbrechensvorbeugung keine Priorität für die Landesregierung." (Antwort: Drs. 14/5572).

Nach dem Gesetzesbeschluss vom August 2008 sei erst eine Rüge des Bundes im Juli 2009 notwendig gewesen, bevor das Landeskabinett im Dezember 2009 eine organisatorische Regelung der Landesaufsicht für den Immobilien- und Versicherungsbereich beschlossen und diese dem Regierungspräsidium Karlsruhe zugeordnet habe. Die damit verbundenen zusätzlichen acht Überwachungsstellen werden deshalb ihre Tätigkeit erst im Jahr 2010 aufnehmen können, also eineinhalb Jahre nach Erlass des Gesetzes.

Gall kritisierte außerdem die geringe Auskunftsbereitschaft und Sachkunde der Landesregierung bei diesem Thema. Auch angesichts der gravierenden Vorwürfe in den Medien über mangelnde Aufsicht des Landes bei der Geldwäsche erwartet er eine konstruktivere und offenere Herangehensweise sowie sachdienlichere Auskünfte gegenüber dem Landtag. So hätten die öffentlichen Vorwürfe insbesondere eine laxe Kontrolle der Landesregierung bei der Geldwäsche über Immobilien- und Versicherungsgeschäfte sowie über das Glücks- und Wettspielgewerbe betroffen. Dennoch sei die Landesregierung in ihrer Antwort nicht in der Lage gewesen, die Geldwäsche in diesen speziellen Bereichen zu erläutern, kritisierte Gall.

Die dargelegte polizeiliche Gesamtstatistik zur Geldwäsche in Baden-Württemberg weise aber für das Jahr 2008 mit insgesamt 813 Geldwäscheverdachtsanzeigen und 271 Delikten eine hohe Zahl auf, zumal das neue Geldwäschegesetz erst im August 2008 in Kraft getreten sei. Leider gebe die Landesregierung weder Auskunft über die Entwicklung im Jahr 2009 noch einen Vergleichsbericht zu den Vorjahren bekannt.

Als gravierende Regelungslücke bezeichnete Gall den Umstand, dass beispielsweise Spielhallen und Wettbüros nicht den besonderen Verpflichtungen des Geldwäschegesetzes unterworfen seien. Der Verweis der Landesregierung, dass Sportwettbüros nach dem Glücksspielstaatsvertrag nicht erlaubt seien, sei zwar richtig, aber in der Sache wenig hilfreich. Schließlich bestehen in Baden-Württemberg seit Jahren rund 500 dieser Sportwettbüros, wie die Landesregierung an anderer Stelle eingeräumt hat (vgl. LT-Drs. 14/4936 S. 21).

Jedenfalls bestätige die Landesregierung in ihrer Antwort, dass bei der EU vor wenigen Wochen eine Beschwerde über die mangelhafte Umsetzung der EU-Geldwäscherichtlinie in Deutschland eingegangen sei. Der Beschwerdeführer rügt, dass nicht alle von der EU-Richtlinie erfassten Bereiche vom deutschen Geldwäschegesetz abgedeckt würden. Bei dieser Beschwerde spiele auch eine Rolle, dass die Landesregierung die organisatorische Umsetzung des deutschen Geldwäschegesetzes über ein Jahr lang versäumt habe. Die EU-Kommission behalte sich - je nach Ausgang des Beschwerdeverfahrens - die erneute Einleitung eines Verfahrens wegen Vertragsverletzung gegen Deutschland ausdrücklich vor. "Hier wird besonders deutlich, dass die Bekämpfung der Geldwäsche einen viel zu geringen Stellenwert für die Landesregierung hat", sagte Gall. "Wenn erst die EU kommen muss, um das Land an seine Pflichten bei der Verbrechensbekämpfung zu erinnern, wirft dies ein eindeutiges Licht auf die Qualität der hiesigen Regierungsarbeit."

Homepage Reinhold Gall MdL

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de