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SPD fordert Kehrtwende in der Milchwirtschaft

Veröffentlicht am 07.11.2016 in Pressemitteilungen

MdL Ernst Kopp: „Angesichts der Milchpreiskrise muss man dringend die Tierhaltung und Milchproduktion umstellen“.

Für eine Kehrtwende in der Milchwirtschaft hat sich der SPD-Agrarexperte Ernst Kopp ausgesprochen. „Angesichts der Milchpreiskrise muss man dringend die Tierhaltung und Milchproduktion umstellen“, erklärte Kopp. Statt immer mehr Kühe zu halten, von denen jede immer mehr Milch geben muss, wäre es sinnvoller, die Kühe tiergerecht zu halten und hochwertige Milch auf Grünfutterbasis zu erzeugen. Kopp verlangte deshalb eine Förderung der Umstellung auf extensive Milcherzeugung und keine Förderung mehr für Investitionen in die Haltung von „Hochleistungskühen“.

Heutige „Hochleistungskühe“ benötigten weitaus mehr Futter, dazu noch eiweißreiches Kraftfutter, das meist aus Südamerika importiert werden müsse. Außerdem würden doppelt so viele Medikamente verabreicht wie bei Milchkühen ohne Kraftfutter und Hochleistungsziel. Die Tiere würden derart intensiv für die Milcherzeugung von oftmals 8.000 bis 10.000 Litern im Jahr genutzt, dass auch ihre Lebensdauer geringer sei als die ihrer weniger ausgenutzten Artgenossen. „Die damit verbundenen Mehrkosten sind angesichts der niedrigen Erzeugerpreise für die Milch überhaupt nicht mehr wirtschaftlich und angesichts der Überproduktion volkswirtschaftlicher Unsinn“, sagte Kopp.

Kühe, die in biologischer Landwirtschaft gehalten werden oder auch Kühe, die nur heimisches Grünfutter wie Heu bekommen, seien gesünder, lebten länger und verursachten weitaus geringere Futterkosten. Zudem gingen die Futterkosten nicht zu Lasten einer ökologisch fragwürdigen Sojaproduktion in Südamerika, die fast immer auch auf genveränderten Sojapflanzen beruhe.

Landwirte, die ihre Milch extensiv mit heimischem Grünfutter herstellten oder biologisch produzierten, erzielten weitaus höhere Preise als die konventionellen Milchproduzenten. Ferner könnten sie oftmals besser in die Direktvermarktung oder auch in die Veredelung gehen, wie etwa Joghurt oder Butter aus eigener Herstellung. „Auch dem Tierschutz ist mit einer solchen tiergerechteren Haltung gedient“, so Kopp.

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