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SPD-Abgeordnete besuchen Solvay in Bad Wimpfen

Veröffentlicht am 26.10.2010 in Wahlkreis

Bei einem Betriebsrundgang informierten sich jetzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic und sein SPD-Landtagskollege Reinhold Gall über die Firma Solvay Fluor GmbH in Bad Wimpfen. Begleitet wurden sie vom Vorsitzenden des SPD Ortsvereins Alexander Bergtold und seinem Stellvertreter Karlheinz Geipert. Werkleiter Hans-Peter Wickel gab einen Einblick in das weltweit agierende Unternehmen mit Sitz in Brüssel. In Wimpfener Werk werden Grundchemikalien für die weiterverarbeitende Industrie hergestellt. Diese finden beispielsweise Eingang als Lötflußmittel zur Produktion von Autokühlern in der Automobilindustrie und im Pharmabereich als Treibmittel zur Herstellung von Asthmasprays. Der größte Teil des Warenein- und ausgangs erfolgt über den werkseigenen Bahnanschluss und die Schiffsanlegestelle am Neckar gegenüber des Werkseingangs. Das Werk in Bad Wimpfen mit derzeit 330 Beschäftigten ist der drittgrößte Standort von Solvay in Deutschland.

Gerade die Personal- und Ausbildungssituation interessierte die beiden Politiker. Die Firma musste in den vergangenen Jahren Personal abbauen, kam jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen aus, so Werksleiter Wickel nicht ohne Stolz. Es wurden Altersteilzeitverträge geschlossen und freigewordene Stellen nicht neu besetzt. Trotz allem bildet die Firma in Bad Wimpfen nach wie vor aus, in diesem Jahr gibt es 14 Auszubildende. Auch eine Schulkooperation mit dem Hohenstaufengymnasium wurde ins Leben gerufen und ein Stipendium ausgeschrieben. Juratovic warb für den Initiativkreis „Hauptschülern eine Chance geben“, den er mitgegründet hat und der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Ausbildungsstellen für Hauptschüler zu finden.

An einer anderen Stelle drückt dem Unternehmen der Schuh. Obwohl der Stromverbrauch im Werk in den vergangenen Jahren gesenkt werden konnte, sind die Energiekosten gewaltig gestiegen und schlugen im Vorjahr mit 6,9 Millionen Euro zu Buche. Im Vergleich dazu habe man 2008 nur 5,4 Millionen Euro bezahlt, obwohl der Strombedarf fast um ein Fünftel höher war. Schuld daran seien die kontinuierlich steigenden Stromnebenkosten, die derzeit bei etwa 27 Prozent liegen, so Wickel.
Juratovic und Gall erklärten, dass die höheren Kosten durch die Umstellung des Energiesystems entstanden seien, wobei sehr stark der Verdacht auf Kartellbildung der Stromkonzerne bestehe. Langfristig gesehen werden die Strompreise jedoch durch den Ausbau erneuerbarer Energien sinken, vorausgesetzt, die Stromkonzerne bauen ihre Netze aus.
Zum Abschluss bedankten sich die beiden Abgeordneten Juratovic und Gall für den Austausch und versprachen mit der Firma im Dialog zu bleiben.

Homepage Reinhold Gall MdL

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