Zufallsfoto

Schwetzinger MdL Daniel Born war Obmann im Untersuchungsausschuss zum Dubai-Debakel

Veröffentlicht am 10.02.2021 in Landespolitik

Auch nach stundenlangen Ausschusssitzungen folgten für den SPD-Obmann Daniel Born Gespräche mit Medienvertretern

Daniel Born, Obmann der SPD im Untersuchungsausschuss zum Dubai-Debakel, sieht Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in der hauptsächlichen politischen Verantwortung für das Expo-Debakel der Landesregierung.

Stuttgart. Der Schwetzinger Wahlkreisabgeordnete Daniel Born (SPD) gehört zu den Abgeordneten im Landtag, die nicht nur vier- oder fünfmal in einer Debatte am Mikrofon stehen. In der letzten Woche sprach er am Mittwoch einmal zum „Gesetz für europäische Kooperationen“ und danach zur Reform des Zweckentfremdungsverbots von Wohnraum. Born, der in dieser Legislaturperiode zum Vorsitzenden des Arbeitskreises Wirtschaft seiner Fraktion und wohnungspolitischen Sprecher gewählt wurde, sagt zwar, dass keine Rede im Plenum einfach Alltagsgeschäft sei, aber diese Themen ihn eben doch aufgrund seiner Fachgebiete über die gesamte Mandatszeit begleitet hätten. Anders gestaltete sich die Lage am darauffolgenden Donnerstag. In der Debatte über den Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses zum Expo-Pavillion sprach Born als Obmann im U-Ausschuss und fasste seine Kritik zusammen: „Die Landesregierung ist naiv in einen Vertrag hineingestolpert, hat munter CDU-Freunde mit Fantasietiteln ausgestattet, sich international blamiert und 15 Millionen Euro am Golf von Dubai versenkt. So geht Regieren nicht, so geht Verantwortung nicht.“

Bereits vor der Rede und dem Auftritt vor der Landespresse hatte Born in einer Wahlkreiskonferenz die Bürger über die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses informiert. „Hier geht es darum bis spät in die Nacht ein einmaliges Debakel aufzuklären. Unsere Mitarbeiter mussten sich innerhalb kürzester Zeit durch 42 Aktenordner und über 100.000 E-Mails arbeiten. Und im Ausschuss haben wir insgesamt 25 Zeugen bis in die Morgenstunden befragt.“ erklärte Born den zahlreichen Teilnehmern auf der Wahlkreiskonferenz.

Eine Teilnehmerin fragte, ob der Baden-Württemberg-Pavillon für die Expo 2021 in Dubai nicht ursprünglich als Projekt der Wirtschaft geplant war und weshalb nun die Steuerzahler die Zeche zahlen müssten.

Daniel Born griff die Frage gerne auf, denn hier lag ein Dreh- und Angelpunkt der Ausschussarbeit. „Die Wirtschaft war nie wirklich an Bord – weder eine IHK, noch eine Handwerkskammer oder eine Gewerkschaft. Die Ingenieurkammer, die Messe Freiburg und Fraunhofer hatten Überlegungen angestellt – aber bei Vertragsschluss noch nicht einmal eine Projektgesellschaft gegründet. Das Land hatte denn auch den damaligen Hauptgeschäftsführer der Ingenieurkammer zum Generalkomissar des Landes – einen Titel, den es gar nicht gibt – benannt. Im Vertrag mit der Expo stand das Land als Vertragspartner und die Staatssekretärin war bei der Unterzeichnung anwesend. Und später war man überrascht, dass das Land und nicht die Wirtschaft zahlen soll.“ so Born.

Dieser Geschäftsführer und rechtswidrig benannte Generalkommissar wurde mittlerweile von der Ingenieurkammer gekündigt, berichtet Born und ergänzt: „Er hat aber schnell einen neuen Job gefunden: Er ist nun Geschäftsführer des CDU-Wirtschaftsrats.“

Daniel Born sieht Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in der hauptsächlichen politischen Verantwortung für das Dubai-Debakel der Landesregierung. „Es mag sein, dass sie sich noch bis zum Ende der Wahlperiode über die Zeit rettet, auch wenn ein Rücktritt von ihrem Amt dringend geboten wäre. Die Untersuchungen haben das verheerende Missmanagement der Ministerin aber schonungslos zu Tage gefördert. Frau Hoffmeister-Kraut hat die Projekt-Steuerung völlig unterschätzt und das millionenschwere Expo-Vorhaben zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle gehabt. Wir haben auch die Zeugenaussagen von Warnern aus dem Ministerium gehört. Diese wurden aber kaltgestellt oder ihnen wurde die Zuständigkeit entzogen. Dass der verheerende Vertrag vor Unterzeichnung an das Ministerium gemailt wurde, diese Mail aber nicht gelesen wurde, ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie katastrophal hier gearbeitet wurde.“, so Daniel Born. Aus seiner Sicht habe sich im Wirtschaftsministerium eine unheilvolle Mischung aus politischer Verantwortungslosigkeit, fehlendem Problembewusstsein und einer geradezu irrwitzigen ,Augen-zu-und-durch-Mentalität‘ gezeigt.

Eine wichtige Erkenntnis des Untersuchungsausschusses war aber auch, dass die Wirtschaftsministerin die teure Entwicklung noch hätte stoppen können, dieses jedoch unterliess. „Zunächst war die Benennung des Generalkomissars durch die Abteilungsleiterin erfolgt. Dann kam ein Schreiben zurück, dass diese Benennung noch einmal erfolgen müsste und bis dahin der verheerende Vertrag nicht wirksam sei. Dieser Vorgang wurde der Ministerin persönlich vorgelegt. Und was passiert? Das Land erklärt zum zweiten Mal die Benennung und der Vertrag wird gültig.“ Wundert sich der Schwetzinger Abgeordnete.

Der Untersuchungsausschuss offenbarte eine weitere erschreckende Erkenntnis, so Daniel Born: „Wer glaubte, die Zeiten von CDU-Seilschaften gehörten der Vergangenheit an, wurde eines Besseren belehrt. Dabei hat auch CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann ganz gehörig an den Fäden gezogen und sich für weitere Millionenzusagen des Landes eingesetzt. Dass sie dabei laut Akten von ihrem Stiefsohn und Pressesprecher des Projektpartners ,angetriggert‘ werden sollte, hinterlässt mehr als nur ein Geschmäckle.“ Born fügte hinzu: „Bei millionenschweren Verpflichtungen, die das Land eingeht, dürfen Verwandtschaft und Parteibuch keine Rolle spielen!“

Eine andere Frage war, ob Born nach den stundenlangen Sitzungen und Recherchen das Dubai-Debakel der Landesregierung eher als Drama oder als Provinzposse sieht.

Born hierzu: „Manchmal mussten wir lachen – aber aufgrund der Kostenexplosion bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Richtig absurd ist, dass die Expo ohne Pandemie jetzt schon liefe, die verschiedenen Beteiligten aber in ihren Aussagen munter schwankten, wie das Ganze zu finanzieren sei. Von Sponsoren über Patenschaften bis zum Verkauf von Rubellosen war alles dabei. Aber da kann man natürlich auch im Ungewissen schwelgen, wenn durch die Fehler der Landesregierung feststeht, dass der Steuerzahler für die Kosten haften muss.“

Homepage Daniel Born

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de