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„Schule muss Räume schaffen“: Born im Gespräch mit Schulleiterin der Neurott-Gemeinschaftsschule Knaube

Veröffentlicht am 16.01.2025 in Wahlkreis

Ketsch. Hochmotiviert und mit klarer Vision hat Heike Knauber vor einem halben Jahr die Leitung der Neurott-Gemeinschaftsschule übernommen. Beim Besuch von Landtagsvizepräsident Daniel Born nutzte die Pädagogin die Gelegenheit, um mit dem Wahlkreisabgeordneten und Bildungsexperten der SPD-Landtagsfraktion über die Herausforderungen und Chancen an ihrer Schule zu sprechen. Dabei ging es nicht nur um ihren Start an der Ketscher Gemeinschaftsschule, sondern auch um die Zukunft der Schule und zentrale Fragen der Bildungspolitik in Baden-Württemberg. Heike Knauber, die ursprünglich aus dem Stuttgarter Raum stammt, bringt eine bemerkenswerte berufliche Vita mit. Nach einem Lehramtsstudium in Ludwigsburg und den USA sowie einem Master in Bildungsforschung war sie drei Jahre in der Bildungsforschung tätig. Ihr Herz schlägt jedoch für die Praxis: „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die Basis, auf der wir gesellschaftlich alles aufbauen.“

„Ich bin hier mit offenen Armen empfangen worden“, sagte Knauber und ließ erkennen, wie sehr sie sich über die herzliche Aufnahme durch das neue Kollegium gefreut hat. Der Abschied von ihrer alten Schule in Kirchheim unter Teck sei ihr nicht leichtgefallen, daher bedeute ihr dieses warme Willkommen besonders viel. Eine unterstützende Gemeinschaft – genau das möchte sie auch für die Kinder und Lehrkräfte an der Neurott-Gemeinschaftsschule weiterentwickeln. Knauber setzt dafür auf Innovation und den Erhalt von Bewährtem gleichermaßen.

Auf die Frage, was die Neurott-Gemeinschaftsschule auszeichnet, fällt ihr die Antwort leicht: „Hier wird besonders viel Wert auf eine positive Lernkultur legt, das schätze ich sehr. Die Kinder erfahren weniger Druck, weil unterschiedliche Wege und Ziele ermöglicht werden. Dazu gehört auch das Kulturprofil der Schule. Kunst und Kultur leisten einen entscheidenden Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.“ Ob durch kulturelle Projekte oder den jährlichen Sponsorenlauf – die Schule setzt Zeichen für Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Knauber möchte diese Ausrichtung der Schule weiter stärken und Raum für neue Projekte schaffen.

Die Herausforderungen, die sich dabei ergeben, kennt Knauber: „Die Raumkapazitäten der Schule sind erschöpft. Das Gebäude wurde für eine andere Pädagogik gebaut. Ein hochmoderner Anbau, wie der für unsere Mensa, ist deshalb nicht nur ein bauliche Maßnahme, sondern die Grundlage für modernes Lernen und Begegnung“, so Knauber. Born pflichtete ihr bei: „Schule muss als Ort der Demokratiebildung Räume für Aushandlungsprozesse schaffen – ganz konkret.“

Die Bedeutung der Schule als Lern- und Erfahrungsraum für Demokratie war eines der zentralen Themen im Austausch zwischen dem Bildungspolitiker und der Rektorin der Ketscher Gemeinschaftsschule. „Diversität begegnet jungen Menschen in der Schule auf eine Weise, wie sie es später im Leben kaum mehr erleben werden“, erklärte Born. Für ihn ist es essenziell, dass Jugendliche lernen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, Kompromisse auszuhandeln und auch mit Niederlagen umzugehen. Die sportbegeisterte Schulleiterin sieht im Sportunterricht eine ideale Plattform für diese Art des Lernens. „Gewinnen und Verlieren gehören dazu und einen guten Umgang damit üben wir jeden Tag.“ Gleichzeitig plädiert sie dafür, den Bildungsplan zu überarbeiten und mehr Raum für Soft Skills, Projektarbeit und die Reflexion von Werten zu schaffen. „Leider fehlt dafür oft die Zeit“, bedauerte sie.

Die Nachwirkungen der Corona-Krise belasten die Schule nach wie vor. „Die psychischen Herausforderungen der Jugendlichen sind deutlich spürbar“, berichtete Knauber. Das breite Anforderungsspektrum, das von individueller Förderung über Berufsorientierung bis zur Elternberatung reicht, fordert auch die Lehrkräfte. Knauber verwies darauf, dass die Schule ein Spiegel der Gesellschaft sei: „Die Vielfalt, die wir hier erleben, verlangt von uns als Schule neue Antworten. Das betrifft nicht nur den Umgang mit kulturellen Unterschieden, sondern auch Themen wie Medienkompetenz, digitale Bildung und den sozialen Zusammenhalt.“

Auf Social-Media-Plattformen könnten Kinder und Jugendliche oft reale Personen nicht von erfundenen Profilen unterscheiden, erklärte Knauber. „Sie müssen lernen, Informationen zu hinterfragen und auch Phänomene wie Deep Fakes zu erkennen.“ Medienbildung hält auch Daniel Born für ein wichtiges Querschnittthema: „Wir müssen junge Menschen darauf vorbereiten, kritisch und reflektiert mit digitalen Medien umzugehen. Gleichzeitig müssen Schulen selbst besser ausgestattet werden, um zeitgemäße Bildung zu ermöglichen.“ Für den hiesigen Landtagsabgeordneten, der seit 2016 dem Bildungsausschuss angehört, ist Bildung die alles entscheidende Ressource: „Unsere Wirtschaft ist von Menschen für Menschen gemacht. Jeder junge Mensch soll spüren: Du machst den Unterschied für die Zukunft in diesem Land. Deine Ideen und dein Engagement werden gebraucht.“

Homepage Daniel Born

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