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Schulchaos in Baden-Württemberg?

Veröffentlicht am 24.10.2007 in Presse im Wahlkreis

Landtagsabgeordneter Dr. Frank Mentrup bei SPD-Diskussion im Kulturhaus Käfertal

Unter der Überschrift „Schulchaos in Baden-Württemberg“ diskutierten am 11. Oktober der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Frank Mentrup und Mitglieder der SPD-Gemeinderatsfraktion mit zahlreichen Gästen im Käfertaler Kulturhaus. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit der Herbstkampagne der SPD-Gemeinderatsfraktion „„Bürgerinnen und Bürger sprechen – Politiker hören zu“, die sich mit Themen rund um Kinder, Jugend, Bildung befasst.

Dr. Frank Mentrup zum „Bildungsaufbruch“ im Land

Nach der Begrüßung durch den Käfertaler Stadtrat Ralf Eisenhauer berichtete Dr. Mentrup über den von der SPD-Landtagsfraktion im April gestarteten „Bildungsaufbruch“. Hatte Eisenhauer schon die Bildungspolitik des Landes kritisiert – zu große Klassen, Lehrermangel, zu wenig Chancengerechtigkeit, zu wenig individuelle Förderung, fehlende Schulsozialarbeiter - so legte auch Dr. Mentrup den Finger in die Wunde des mangelhaften Schulsystems. „Die Landesregierung hat noch immer nicht die Zeichen der Zeit erkannt oder sie spielt die Probleme herunter“, so Mentrup mit Blick auf die demografische Entwicklung einerseits (es gibt immer weniger Hauptschüler und auch die Zahl der Grundschüler ist rückläufig), den Attraktivitätsverlust der Hauptschule andererseits. Fakt ist darüber hinaus, dass das bestehende Schulsystem soziale Benachteiligung und die Ungleichheit von Bildungschancen noch verstärkt. Hier setzt die SPD an und entwickelt ein von klaren Leitideen ausgehendes Konzept. Dr. Mentrup: „Wir plädieren für ein breites Bildungsverständnis, für die Verhinderung zu früher Auslese und für eine neue Schulstruktur, für Chancengleichheit, Integration, individuelle Förderung, für mehr Autonomie der Schulen und eine Überprüfung der Unterrichtsmethoden, für Eltern- und Familienbildung und für eine professionelle Frühpädagogik.“

Die SPD setzt sich für eine Reform des dreigliedrigen Schulsystems ein

Große Bedeutung kommt in jedem Fall einer Reform des Schulsystems zu. „Wir wollen, dass die Kinder nicht schon nach vier Jahren getrennt und auf unterschiedliche Schulformen verteilt werden. Es ist erwiesen, dass schwache Schüler von stärkeren lernen und auch starke Schüler vom gemeinsamen Lernen profitieren, wenn der Unterricht richtig organisiert ist. Wichtig ist es, die individuelle Leistungsfähigkeit einer/eines Jeden zu fördern.“ Die SPD setzt sich deshalb für eine von vier auf sechs Jahre verlängerte Grundschule ein; Haupt- und Realschulen sollen zu einer 10-jährigen Gemeinschaftsschulen mit einem neuen pädagogischen Konzept zusammengeschlossen werden. Außerdem fordert die SPD, die Gebundene Ganztagsschule für alle Bereiche anzubieten, den Schulen mehr Selbständigkeit zu lassen, Eltern mehr einzubinden und vor allem mehr individuelle Fördermöglichkeiten zu eröffnen. „Da stehen wir im internationalen Vergleich ganz schlecht da“, so Mentrup. „Und es ist wirklich nicht vermittelbar, weshalb sich die CDU im Land so gegen eine Reform des Schulsystem sträubt. In anderen Bundesländern ist die CDU weiter, wie die Stadtteilschulen in Hamburg oder die Regionalschulen in Schleswig-Holstein zeigen.“

SPD-Kommunalpolitiker verlangen mehr Engagement der Landesregierung für Schulsozialarbeit, Ganztagsschule und Eltern- und Lehrerbildung

Auch die Mitglieder der SPD-Gemeinderatsfraktion unterstützen die bildungspolitischen Vorstellungen der SPD im Land. Fraktionsvorsitzender Dr. Fulst-Blei sprach sich ebenso wie zahlreiche andere, die sich zu Wort meldeten, für eine Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems aus. Darüber hinaus monierte er, dass das Land zwar viele Projekte anstoße, sich dann aber schnell wieder aus der Verantwortung zurückziehe. „So war und ist die Schulsozialarbeit eine gute Idee und auch dringend notwendig, aber das Land lässt die Kommunen bei der Finanzierung allein“, klagte Dr. Fulst-Blei. „Anders als die Landesregierung wollen wir die gebundene Ganztagsschule, die für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist, auch nicht nur an solchen Schulen einrichten, die, wie die Landesregierung es formuliert, ‚ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag unter erschwerten Bedingungen erfüllen’. Wir wollen weitere Schulen mit Bedarf einbeziehen.“ Stadtrat Roland Weiß schlug vor, die Eltern stärker einzubeziehen und auch der Elternbildung einen größeren Stellenwert zu geben. „Wir sollten uns auch dafür einsetzen, der Grundschule generell ein verpflichtendes Vorschuljahr voranzuschalten und die Fortbildung von Lehrern neu zu regeln“ gab er den Bildungspolitikern im Land mit auf den Weg. In jedem Fall muss aber schnell der hohe Stundenausfall durch mehr Lehrer und Lehrerinnen bekämpft werden – darin waren sich alle einig.

Homepage Dr. Frank Mentrup MdL

Termine Gengenbach

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Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

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