Staatssekretärin Marion v. Wartenberg: „Mit PIA ist es uns gelungen, neue Zielgruppen wie Männer und Quereinsteiger/innen aus anderen Berufen für die Erzieherausbildung zu gewinnen.“
Staatssekretärin Marion v. Wartenberg: „Mit PIA ist es uns gelungen, neue Zielgruppen wie Männer und Quereinsteiger/innen aus anderen Berufen für die Erzieherausbildung zu gewinnen.“
Die ersten 491 pädagogischen Fachkräfte haben ihre dreijährige praxis-integrierte Erzieherinnen- und Erzieherausbildung (PIA) erfolgreich abgeschlossen. Davon besuchten 252 eine öffentliche und 239 eine private Fachschule für Sozialpädagogik. „Mit PIA ist es uns gelungen, auch neue Zielgruppen wie Männer und Quereinsteiger/innen aus anderen Berufen für die Erzieherausbildung zu gewinnen. Vielfältige Herausforderungen in den Kindertageseinrichtungen fordern Vielfalt beim Personal. Mit den PIA-Absolventen gibt es hier wertvolle Verstärkung“, erklärt Staatssekretärin Marion v. Wartenberg.
Auch angesichts der anhaltend großen Aufgabe, den zahlreichen Flüchtlingskindern eine gute frühkindliche Bildung und möglichst schnelle Integration zu ermöglichen, läge in diesem Ausbildungsmodell großes Potenzial für Kindertageseinrichtungen. PIA-Auszubildende mit ausländischen Wurzeln leisteten hier einen wichtigen Beitrag. Mit gut 13 Prozent männlichen Fachkräften könne der erste Jahrgang der Absolventen eine ansehnliche Quote aufweisen.
Ausbildungsmodell von Bewerbern und Kitaträgern sehr gut akzeptiert
Baden-Württemberg war das erste Bundesland, das eine praxisintegrierte Erzieherausbildung entwickelte. Im Schuljahr 2012/2013 startete PIA an 13 öffentlichen und 13 privaten Schulen mit 577 Schülerinnen und Schülern in einem Ausbildungsverhältnis. Im Schuljahr 2013/2014 konnte PIA mit erheblichem Zuwachs aufwarten: An den Fachschulen für Sozialpädagogik haben sich 1.223 Schülerinnen und Schüler als Auszubildende angemeldet – mehr als doppelt so viele wie in der ersten Runde. Im Schuljahr 2014/2015 wurde dieser Wert noch einmal getoppt: Über 1.400 Schülerinnen und Schüler haben ihre PIA-Ausbildung begonnen. „Der große Zuspruch zeigt, dass es uns gelungen ist, die Zielgruppe für eine Erzieherinnen- und Erzieherausbildung zu erweitern “, betont v. Wartenberg.
Im vergangenen Schuljahr 2014/2015 gab es insgesamt 65 Klassen (32 Klassen an öffentlichen Schulen, 33 Klassen an privaten Schulen). „Der starke Ausbau macht deutlich, dass dieses Ausbildungsmodell von den Trägern von Kindertageseinrichtungen und von den zukünftigen Auszubildenden sehr gut akzeptiert ist“, sagt v. Wartenberg. Allein unter dem Aspekt der Personalentwicklung und Personalbindung biete das Modell große Anreize für die Einrichtungen. Von den Bewerberinnen und Bewerbern werde neben der Ausbildungsvergütung insbesondere der höhere Anteil der praxisbezogenen Ausbildung in den ersten beiden Jahren als attraktiv betrachtet: Bei PIA erhalten die angehenden Fachkräfte - anders als in der konventionellen vollschulischen Ausbildung - im ersten Ausbildungsjahr rund 850 Euro, im zweiten rund 900 Euro und im dritten rund 950 Euro.
Bewerber spiegeln Vielfalt der Lebenswelten wider
Bei allen Ausbildungsrunden zeigt sich, dass die praxisintegrierte Erzieher-ausbildung viele Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulzugangsberechtigung oder mit abgeschlossener Berufsausbildung anspricht. In allen Ausbildungsrunden hatten knapp die Hälfte der Auszubildenden Abitur oder Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Bandbreite an Berufen ist vielfältig. Es finden sich beispielsweise auch Bankkaufleute, Biologielaboranten oder Floristinnen darunter. Bemerkenswert ist auch die Altersspanne (von unter 18 Jahren bis über 50 Jahren) bei den angehenden Fachkräften. „Diese Altersmischung ist für die Schulen und Einrichtungen natürlich eine Herausforderung. Aber vor allem ist sie eine große Bereicherung, da die künftigen Erzieherinnen und Erzieher die Vielfalt der Lebenswelten widerspiegeln und sich mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen in den Kitas einbringen“, sagt die Staatssekretärin.
Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg
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(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)
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