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Rösch und Born besuchen Familienbetrieb in Wiesloch: Das Handwerk macht die Wirtschaft stark

Veröffentlicht am 26.03.2025 in Landespolitik

Wiesloch. Ein eingespieltes Team, eine lange Tradition und viel Erfahrung – die Glaserei Sauer steht beispielhaft für das, was das Handwerk in Baden-Württemberg ausmacht: Fachkompetenz, Kontinuität und persönliches Engagement. Der Meisterbetrieb in Wiesloch ist auf die Reparatur von Fenstern spezialisiert und hat sich mit seiner Qualität und Verlässlichkeit einen festen Platz in der Region erarbeitet. Doch wie viele Handwerksbetriebe kämpft auch die Glaserei Sauer mit wachsenden Herausforderungen – sei es das Ringen um gesellschaftliche Anerkennung für das Handwerk, bürokratische Auflagen oder die immer schwieriger werdende Suche nach Auszubildenden.

Kürzlich hatte Familie Sauer Daniel Born, Vizepräsident des baden-württembergischen Landtags und SPD-Abgeordneter für den Wahlkreis Schwetzingen, sowie Xenia Rösch, SPD-Vorsitzende in Sandhausen, Gemeinderätin und Landtagskandidatin im Wahlkreis Wiesloch, in ihren traditionsreichen Handwerksbetrieb eingeladen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Herausforderungen, die besonders kleine und mittelständische Unternehmen unter Druck setzen.

„Die Dokumentationspflichten sind enorm und der Verwaltungsaufwand scheint uns oft unverhältnismäßig hoch. Oft wünschen wir uns mehr Vertrauen - wir leisten seit Jahrzehnten fachgerechte, zuverlässige Arbeit“, beschrieb Geschäftsführerin Gudrun Sauer ihren Eindruck.

Xenia Rösch erklärte zu Beginn des Besuchs: „Das Handwerk ist in Baden-Württemberg nicht nur traditionsreich, sondern wirtschaftlich unverzichtbar: Es stellt rund 13 % der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und erwirtschaftet etwa 9 % des Gesamtumsatzes aller Unternehmen im Land. Besonders in ländlichen Regionen sichert es Beschäftigung, Ausbildung und regionale Wertschöpfung. Und dennoch erleben viele Betriebe, dass ihre Arbeit gesellschaftlich zu wenig gewürdigt wird.“

Ein zentrales Thema war daher auch die Nachwuchssicherung. Die Suche nach Auszubildenden wird immer schwieriger – nicht nur bei der Glaserei Sauer. Daniel Born, der sich als Bildungsexperte seit Jahren für berufliche Bildung starkmacht, betonte: „Wir müssen dafür sorgen, dass junge Menschen das Handwerk wieder als lohnende, sinnvolle und sichere Berufsperspektive wahrnehmen.“ Dabei gehe es nicht nur um Berufsorientierung in den Schulen, sondern um echte Sichtbarkeit und Wertschätzung, so Born.

Beim Thema Familienfreundlichkeit geht die Glaserei Sauer mit gutem Beispiel voran. So übernimmt der Betrieb einen Teil der Kita-Gebühren für seine Angestellten – ein strategischer Schritt zur Fachkräftebindung, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. „Das ist ein wichtiges Signal für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und macht uns als Arbeitgeber attraktiver“, betonte Gudrun Sauer.

Kritik äußerte Familie Sauer an der Ausgestaltung der Grunderwerbsteuer. Die beiden SPD-Politiker sehen sich in dieser Kritik in ihrem Einsatz bestätigt: „Wir haben als SPD von Anfang an die vollkommen falsche Regelung von Grün/Schwarz abgelehnt. Nun sieht man in den Bescheiden, dass hier eine massive Steuererhöhung für viele stattgefunden hat“, so Born. Auch die Regelungsflut, die besonders kleinen Betrieben zu schaffen macht, wurde angesprochen. In der Praxis werde der Bürokratieabbau nicht dort vorangetrieben, wo die Belastung am größten sei. Dem stimmte auch der langjährige Schwetzinger SPD-Abgeordnete zu: „Es wird dort vereinfacht, wo der am Widerstand geringsten ist – aber nicht da, wo es uns wirklich am meisten helfen würde“, merkte Born kritisch an.

Im Anschluss an das Gespräch führten Gudrun und Gerolf Sauer ihre Gäste durch die Werkstatt. Bei allem Stolz auf das Geleistete klangen die abschließenden Worte der Gastgeber auch nachdenklich: „Manchmal kämpfen wir mit dem Gefühl, dass wir übersehen werden.“

„Unser Besuch hat einmal mehr eindrucksvoll gezeigt: Das Handwerk macht die Wirtschaft stark. Umso wichtiger ist es, dass wir seine Leistungsträger nicht allein lassen, sondern ihnen politische und gesellschaftliche Rückendeckung geben“, sagte Born beim Abschied. Xenia Rösch ergänzte: „Wer das Handwerk stärken will, muss für konkrete Entlastungen und Investitionen in Ausbildung und Familienfreundlichkeit sorgen.“

Homepage Daniel Born

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