Zufallsfoto

Notfallpraxis: Landtagsvizepräsident Born und Vorsitzender des Sozialausschusses Wahl in Schwetzingen vor Ort

Veröffentlicht am 23.10.2024 in Wahlkreis

Schwetzingen. Seit 25 Jahren leitet Dr. Andreas Reinicke den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Schwetzingen, Notdienste als Arzt leistet er dort seit 39 Jahren. Wenn es um den Wert dieser Einrichtung für die wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung geht, ist er der ideale Ansprechpartner. Am vergangenen Sonntagabend besuchten ihn deshalb Landtagsvizepräsident Daniel Born, Initiator der Unterschriftenaktion gegen die Schließung, und Florian Wahl, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzender des Sozialausschusses, gemeinsam mit den Stadträten Sabine Rebmann und Robin Pitsch vor Ort in der GRN-Klinik.

Die Landtagsabgeordneten ließen sich von Dr. Reinicke die Abläufe erklären und die beiden Behandlungsräume zeigen, die der Ärztliche Bereitschaftsdienst vor sechs Jahren am GRN-Klinikum in Schwetzingen bezogen hat. „Die Praxis ist oft der erste Ort, an dem Patienten Hilfe suchen, bevor sie gegebenenfalls in die Notfallambulanz der Klinik weitergeleitet werden. Das Zusammenspiel funktioniert nahtlos“, lobte Reinicke die vorbildliche Kooperation zwischen beiden Einrichtungen. Neben dem Arzt, der Patienten in der Notfallpraxis versorgt, deckt ein weiterer Arzt den Fahrdienst für Hausbesuche ab und besucht Patienten, die nicht auf den nächsten Öffnungstag ihrer Hausarztpraxis warten können. Die Ärzte, die den Fahrdienst leisten, beziehen für ihre Schichten ein kleines Appartement im Personalwohnheim der Klinik, um schnell verfügbar zu sein.

Niedergelassene Vertragsärzte haben laut Sozialgesetzbuch eine Dienstpflicht im ärztlichen Bereitschaftsdienst. "Wir haben einen Pool aus 30 bis 35 Ärzten, die Dienste in der Notfallpraxis übernehmen. Einen Dienst gegen den Willen gibt es bei uns nicht“, so Reinicke. Wer keinen Bereitschaftsdienst leisten kann oder möchte, für den findet sich Vertretung durch Ärzte, die keine Niederlassung haben, zum Beispiel, weil sie bereits im Ruhestand sind.“ Kollegen aus Fachgebieten wie Radiologie oder Gynäkologie, die eine andere Fachexpertise mitbringen, sind dankbar, dass es diese freiwillige Unterstützung gibt,“ fügte er hinzu.

Nach einer weitreichenden Entscheidung des Bundessozialgerichts, nach dem Poolärzte im notärztlichen Bereitschaftsdienst der Sozialversicherungspflicht unterliegen, musste die Handhabung angepasst werden: Nun schließt der Arzt, der zum Dienst eingeteilt ist, mit demjenigen, der für ihn übernimmt, einen Vertrag. Ein komplexes System. „Wie es in dieser Hinsicht weitergehen wird, ist noch nicht absehbar“, verzichtete Reinicke auf Spekulationen, welche Regelungen in Zukunft greifen werden.

Am vergangenen Sonntag war Dr. Barca in der Schwetzinger Notfallpraxis im Dienst. Der 64-jährige Orthopäde ist seit vielen Jahren mit Einsatzfreude dabei. Seine Schicht dauerte von 8 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. „Bei vielen Patienten geht es nicht nur um eine Behandlung, sondern auch darum, sie zu beruhigen und den weiteren Weg zu besprechen“, berichtete er. Wird der Dienst auch ausgenutzt von Menschen, die lange Wartezeiten in ihrer Hausarztpraxis scheuen? „Kaum“, ist Reinicke überzeugt. Dass Menschen sich mit Symptomen, die sie schon seit Wochen belasten, in der Notfallpraxis vorstellen, um Wartezeiten und schwierige Terminvereinbarungen in den regulären Praxen zu vermeiden, sei seiner Erfahrung nach eher selten.

Die Wartezeiten für Patentien würden zunehmen, so die Mediziner

Dass Wartezeiten für Patienten weiter zunehmen werden, halten die beiden Mediziner im Gespräch mit den Abgeordneten für genauso sicher: Der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Mannheim sei bereits jetzt überlastet, und die Schließung in Schwetzingen werde den Druck auf benachbarte Notfallpraxen und Notfallambulanzen erhöhen. „Die Notaufnahme des Krankenhauses ist für Patienten in schweren und lebensbedrohlichen medizinischen Notfällen da. Wir helfen bei allem, was weniger gravierend ist, aber nicht bis morgen warten kann. Sollte die Notfallpraxis in Schwetzingen geschlossen werden, ist mit deutlich längeren Wartezeiten zu rechnen“, warnte der Leiter des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

„Die Massivität der Schließungspläne hat uns sehr getroffen: Innerhalb von 18 Monaten sollen 30 Prozent der Notfallpraxen in Baden-Württemberg geschlossen werden“, verdeutlichte SPD-Sozialexperte Florian Wahl das drohende Ausmaß der Schließungen und ergänzte: „Der Ärztemangel spielt natürlich eine Rolle. Das Patientenverhältnis und die Lebensarbeitszeit von Medizinern haben sich verändert. Vor allem ist die Landesregierung aber ihrer Pflicht nicht nachgekommen, rechtzeitig die Studienplätze auszubauen.“

Vom massiven Widerstand, der sich gegen die Schließungspläne der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Schwetzingen zeigt und der Welle der Unterstützung für die Notfallpraxis, zeigte sich der Sprecher des Sozialausschusses beeindruckt.

Für Born offenbarte sich vor Ort noch einmal einer der Grundfehler der Schließungspläne: „Hier kann ich bei gesundheitlichen Problemen Hilfe finden und das eingespielte Team vor Ort entscheidet, ob ich in die Notfallpraxis oder in die Notaufnahme muss. Ich habe das selbst schon erlebt, als ich mit meiner Allergie ein plötzliches Problem bekam. Das kann doch in vielen Fällen nicht ich selbst gut entscheiden. Wenn die Notfallpraxis geschlossen wird, werden wenige nach Mannheim oder Heidelberg fahren. Sondern sie werden hier zum Klinik-Standort fahren und dann bleibt nur die Notaufnahme. Das bringt das System zum Platzen.“

Born war es ein Anliegen, den Ärzten und Beschäftigten der Notfallpraxis eine Rückmeldung aus den vielen Gesprächen anlässlich der Unterschriftensammlung zu geben. „Wir sagen nicht nur auf den Unterschriftenliste Danke für die wichtige Arbeit der Notfallpraxis. Die ganze Aktion ist getragen von Wertschätzung und Respekt für das, was die Ärzte und die Mitarbeiter in unserer Region leisten“, so der Schwetzinger Abgeordnete.

Auch Sabine Rebmann, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins in Schwetzingen, und Robin Pitsch, Fraktionsvorsitzender der SPD Schwetzingen, haben bereits mehrere Aktionen zur Unterstützung der Unterschriftenkampagne organisiert. „Die Schwetzinger Notfallpraxis hat sich als verlässlicher Partner in der Gesundheitsversorgung bewährt und wir brauchen sie auch in Zukunft. Es geht hier nicht um Parteipolitik, sondern um ein gemeinsames Anliegen der Bevölkerung“, so Pitsch.

Homepage Daniel Born

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de