Zufallsfoto

Neue Wege zur Lehrstelle

Veröffentlicht am 28.06.2014 in Presseecho

Grün-Rot will schulische Warteschleifen abbauen / Modellversuch in Mannheim

Gemeinsam mit der Wirtschaft will die baden-württembergische Landesregierung Jugendliche mit besonderem Förderbedarf besser auf eine betriebliche Ausbildung vorbereiten. "Wir bringen künftig die Schüler frühzeitig direkt in Kontakt mit der Praxis", sagt Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Zu den vier ausgewählten Modellregionen zählen Mannheim und Weinheim. Dort stellen Firmen 400 Plätze für Betriebspraktika zur Verfügung.

In Baden-Württemberg befinden sich aktuell rund 35 000 junge Menschen im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf. Viele sind freiwillig dort, weil sie Mittlere Reife, Fachhochschulreife oder Abitur nachmachen. Ein Drittel besuche solche Warteschleifen, weil sie mangels Schulabschluss oder wegen persönlicher Defizite keine Lehrstelle bekämen, schätzt Wolfram Leibe von der Regionaldirektion für Arbeit. Rund 6000 absolvieren das Berufsvorbereitungsjahr.

Dieser Bereich der Berufsvorbereitung wird schrittweise neu geordnet. Im Prinzip sollen drei Tage Schule ergänzt werden durch zwei Tage im Betrieb, erläutert Kultus-Staatssekretärin Marion von Wartenberg (SPD). Sie sagt: "Durch die intensive Einbindung des Betriebs sollen die Schüler von Anfang an die Realität besser kennenlernen und eine Vorstellung von ihren beruflichen Möglichkeiten bekommen." Für jeden Teilnehmer werde ein maßgeschneidertes Konzept erarbeitet. Die Lehrer würden dafür speziell fortgebildet.

Lutz Jahre, der Chef des Fachbereichs Bildung in Mannheim, erklärt am Beispiel seiner Stadt den neuen Ansatz. 150 junge Leute besuchen das Berufsvorbereitungsjahr und weitere 85 holen den Schulabschluss nach. Diese beiden Gruppen stehen im Zentrum des Versuchs "Duale Ausbildungsvorbereitung". Starten will Mannheim an der Justus-von-Liebig-Schule mit 40 Schülern in zwei Klassen. Theoretische und praktische Elemente sollen sich blockweise abwechseln. Jahre hofft, dass einem Teil der Schüler schon wenige Wochen nach den Sommerferien eine Lehrstelle vermittelt werden kann. Denn: "Sie kommen künftig viel näher an die Betriebe."

Die Mannheimer Landtagsabgeordneten Helen Heberer und Stefan Fulst-Blei begrüßen die Initiative. "Es ist ungemein wichtig, dass Jugendliche ein passgenaues Angebot erhalten", betont Heberer. Ihr Kollege sieht das Projekt als "Grundstein für eine Ausbildungsgarantie".

Weil die Jahrgänge kleiner werden, wird der Wettbewerb um Auszubildende schärfer. Im letzten Herbst blieben im Südwesten 5000 Lehrstellen unbesetzt. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging um 2,5 Prozent auf 74 400 zurück. In einer Zwischenbilanz für 2014 meldeten Ende Mai die Industrie- und Handelskammern allerdings zwei Prozent mehr abgeschlossene Neuverträge als ein Jahr davor, die Handwerkskammern sogar ein Plus von fünf Prozent.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 28.06.2014

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de