Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid: „Wir wollen jungen Flüchtlingen rasch eine berufliche Perspektive geben und Betriebe bei der Ausbildung von Flüchtlingen unterstützen"
Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid: „Wir wollen jungen Flüchtlingen rasch eine berufliche Perspektive geben und Betriebe bei der Ausbildung von Flüchtlingen unterstützen"
Um Flüchtlingen rasch eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen, fördert das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in den Jahren 2016 und 2017 im Rhein-Neckar-Kreis insgesamt vier Stellen für sogenannte Kümmerer. Rund 371.000 Euro stehen dafür bereit. Die Kümmerer haben die Aufgabe, für eine Ausbildung geeignete junge Flüchtlinge zu identifizieren, zu betreuen und passgenau auf Praktikums- und Ausbildungsplätze zu vermitteln. Zudem unterstützen sie die Betriebe.
„Die Menschen, die zu uns fliehen, wollen hier eine neue Heimat finden. Dazu gehört auch eine Ausbildung, denn Ausbildung und Beschäftigung sind die beste Integration“, sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid am Mittwoch (23. Dezember 2015). „Mit Hilfe der Kümmerer bekommen junge Flüchtlinge eine berufliche Perspektive. Gleichzeitig erhalten die Unternehmen, die Flüchtlinge ausbilden wollen, durch die Kümmerer die Unterstützung, die sie benötigen. Denn Flüchtlinge sind künftige Fachkräfte.“
Für die Kümmerer im Rhein-Neckar-Kreis ist je eine Stelle bei der Handwerkskammer Mannheim, bei der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar, beim Förderband e.V. Mannheim und beim Internationalen Bund angesiedelt.
Den Bewilligungsbescheid für die Handwerkskammer Mannheim hat Staatssekretär Peter Hofelich vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft anlässlich eines Besuchs der Handwerkskammer bereits persönlich an den Präsidenten Alois Jöst übergeben. „Viele Betriebe, gerade auch im Handwerk, suchen nach geeigneten Bewerbern für ihre Ausbildungsplätze“, berichtete der Staatssekretär. „Die Bereitschaft, Flüchtlinge auszubilden, ist groß. Wir wissen aber auch, dass es noch viele Unsicherheiten bei den Unternehmen gibt. Deshalb fördern wir mit den Kümmerern tatkräftige Unterstützer.“ Er betonte, dass für Ausbildungsbetriebe eine verlässliche Aufenthaltsperspektive für junge Flüchtlinge in Ausbildung besonders wichtig sei. Diese müsse über die Zeit der Ausbildung gelten, besser noch für zwei weitere Jahre der Beschäftigung.
Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft hatte das Programm „Integration durch Ausbildung - Perspektiven für Flüchtlinge“, in dessen Rahmen die Kümmerer gefördert werden, erstmals ausgeschrieben. Die Resonanz auf die Ausschreibung war sehr groß. „Das immense Interesse zeigt den Bedarf und die Bereitschaft der Kammern und Betriebe, sich für die Ausbildung von Flüchtlingen zu engagieren“, sagte der Minister. „Mit landesweit 37,5 Stellen für Kümmerer haben wir ein flächendeckendes Netz von Ansprechpartnern in Baden-Württemberg.“
Gefördert werden die Stellen mit insgesamt 3,6 Millionen Euro, das Geld fließt an 29 Träger in Baden-Württemberg. „Bei einem Betreuungsschlüssel von mindestens 1:20 können die Kümmerer rund 750 Flüchtlinge landesweit betreuen“, stellte Schmid fest. „Unser Ziel ist es, dass von den 750 Flüchtlingen zum Ausbildungsjahr 2016/2017 rund 500 in eine Einstiegsqualifizierung oder eine Ausbildung vermittelt werden.“
Zielgruppe des Programms sind junge Flüchtlinge mit geringem Förderbedarf und guten Chancen auf eine Vermittlung in eine Ausbildung. Voraussetzung ist, dass sie das Sprachniveau und die sonstigen Voraussetzungen für eine betriebliche Ausbildung im Wesentlichen mitbringen. In der Regel sind die Flüchtlinge hoch motiviert; weil sie aber das Ausbildungssystem in Deutschland nicht kennen, benötigen sie Unterstützung.
Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg
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(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)
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