v.l.v.r. Mentrup, Krück, BlockDie Veranstaltung war längst geplant gewesen, doch unter dem Eindruck der Geschehnisse in Japan erhielt sie ungeahnte Aktualität und Brisanz: Die Diskussion zum Thema Atomenergie, zu der die SPD- Rheinstetten in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Weißrussland 25 Jahre nach Tschernobyl geladen hatte.
Diskutanten waren Mirko Krück, Leiter der EnBW-Repräsentanz in Stuttgart, und Harry Block, beim BUND Karlsruhe zuständig für Emissionen und Atom. Während Krück, der sich wie alle Beteiligten sichtlich geschockt über den Atomunfall in Japan zeigte, zu bedenken gab, dass ein Ausstieg nicht innerhalb von zwei Jahren möglich sei, plädierte Block dafür, so schnell als möglich, auf die Nutzung der Kernkraft zu verzichten. Er kritisierte nicht nur die von der schwarz-gelben Bundesregierung im Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung, auch der Atomkonsens von Rot-Grün ging ihm nicht weit genug. „Es gibt keine sicheren und unsichere Atomkraftwerke. Das ist eine Illusion. Atomkraftwerke sind unsicher.“
Auch die Frage, wie die Endlagerung des deutschen Atommülls aussehen soll, löste Kontroversen aus. Block forderte, den Müll oberirdisch, jederzeit zugänglich und überwacht endzulagern, außerdem in denjenigen Regionen, in denen er produziert wurde. „Aus den Augen, aus dem Sinn - das ist mit uns nicht zu machen!“, so Block. Krück hielt dagegen: „Wir haben gute Gründe für Gorleben“, gab jedoch auch zu bedenken, dass es sich dabei um eine Frage handele, die von der Politik beantwortet werden müsse.
An diesen Punkt knüpfte Moderator Mentrup an. Seiner Meinung nach gibt es zwei sich grundlegend unterscheidende Wege: zum Einen eine Sicherheitsdebatte darüber, welches Atomkraftwerk noch wie lange weiterlaufen dürfe; zum Anderen ein Beschluss, so schnell als möglich auszusteigen und schneller als geplant, die notwendigen Grundlagen bezüglich regenerativer Energien zu schaffen. Mentrup selbst machte kein Hehl daraus, dass er für Letzteres plädiert. „Diskussionen über sichere und unsichere Kraftwerke bringen uns nicht weiter. Was wir brauchen sind auch nicht Tricks, sondern ein Konzept für den Ausstieg aus der Atomkraft. Als Erstes müssen in Baden-Württemberg Neckarwestheim I und Philippsburg I endgültig stillgelegt werden.“ Alle weiteren Schritte müssten Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in einem intensiven Dialog klären und mit einem Bürgerentscheid unumstößlich machen. Mentrup: "Unser klares Zielist, den Ausstieg aus der Atomenergie zu beschleunigen."