Pressemitteilung vom 25. Februar 2010
SPD-Landtagsabgeordneter für Erhalt des WWF-Aueninstituts in Rastatt / Antwort der Landesregierung auf Anfrage von MdL Kaufmann
Die Zukunft des WWF-Aueninstituts (WWF-AI) in Rastatt ist weiter hochgradig gefährdet. Dies geht aus der Antwort des Wissenschaftsministers des Landes Baden-Württemberg, Peter Frankenberg (CDU), auf eine Anfrage des Rastatter SPD-Landtagsabgeordneten Gunter Kaufmann hervor. In einem Antrag hat der Parlamentarier den Erhalt des Auen-Instituts in Rastatt gefordert und entsprechendes Handeln vom Land angemahnt.
Zwar lobt die Landesregierung in ihrer Antwort die Arbeit des WWF-Aueninstituts und schreibt, dass „eine Verweigerung der weiteren Zusammenarbeit mit dem WWF-AI wissenschaftlich einen Rückschritt bedeuten würde“, ist aber nicht bereit, sich aktiv für die Fortführung der Anbindung des Auen-Instituts am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (vormals Universität Karlsruhe (TH)) einzusetzen oder alternative Lösungen ins Gespräch zu bringen, kritisiert Gunter Kaufmann. Das Land mache es sich aber zu leicht, wenn es allein auf die Autonomie der Hochschulen verweist und die eigenen Einflussmöglichkeiten negiert.
Das Land müsste doch ein eigenes Interesse haben, dass das WWF-Auen-Institut fort besteht, da es z.B. über das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg selbst Auftraggeber für Aufträge an das WWF-AI aus dem Naturschutzbereich war.
Unterschiedliche Einschätzungen gebe es laut der Antwort der Landesregierung über die wissenschaftliche Forschung des WWF-AI. Zu Recht weise das Land in seiner Antwort aber darauf hin, dass die Auenökologie eine wichtige Forschungseinrichtung darstelle. „Der Ruf, den sich das Aueninstitut mit Prof. Emil Dister an der Spitze in der Vergangenheit erarbeitet hat, geht dabei weit über den wissenschaftlichen Bereich hinaus“, stellt Gunter Kaufmann in einer Bewertung der Arbeit der Einrichtung fest.
Gerade deswegen müsse es im Interesse aller Beteiligten sein, hier schnellstmöglich zu einer Lösung zu kommen. Insbesondere die jetzige Hinhaltetaktik und die dadurch bedingten Verzögerungen ärgern ihn. So dürfe man nicht vergessen, dass es bei dem WWF-AI nicht nur um ein Institut oder ein Gebäude gehe, sondern um Menschen. Diese leisten anerkannt gute Arbeit und sollten schnellstmöglich erfahren, wohin die Reise geht, macht der SPD-Landtagsabgeordnete deutlich. Es sei sonst nämlich zu befürchten, dass auch dem WWF irgendwann angesichts der Hinhaltetaktik des Landes und des KIT der Geduldsfaden reiße und das Aueninstitut am 31. März 2010 seine Arbeit beenden müsse.