Besuch im Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium Durmersheim mit v.l.n.r.: Wolfgang Boeckh, Ernst Kopp und Gunter KaufmannPressemitteilung vom 30. Dezember 2010
Schulleitungen der Gymnasien wehren sich gegen Erhöhung der Arbeitszeiten für Lehrkräfte durch Vorgriffsstunden / "Sind schon lange an Grenze der Belastbarkeit angekommen"
Der SPD-Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal und der Bietigheimer Bürgermeister und SPD-Landtagskandidat für 2011, Ernst Kopp, haben sich auf ihrer Informationstour durch verschiedene Schulen und Schularten im Wahlkreis auch die Probleme der Schulleitungen verschiedener allgemeinbildender Gymnasien im Landkreis Rastatt angehört.
So wurde Gunter Kaufmann im Vorfeld des Besuches des Tulla-Gymnasiums in Rastatt von Eltern mehrerer Schüler und vom Elternbeiratsvorsitzenden aufgrund des vermehrten Unterrichtsaufalls und der damit verbundenen besonderen Herausforderungen für die Schüler angesprochen. Ein Grund hierfür ist in der gemeinsamen Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern der ehemaligen Jahrgangstufen 10 und 11 in einer gemeinsamen Jahrgangsstufe bedingt durch das achtjährige Gymnasium (G8) zu finden. Trotz des Versprechens der Landesregierung, die riesige Bugwelle an Überstunden endlich abzubauen, sollen Lehrerinnen und Lehrer mit einer Zusatzstunde belastet werden.
„Die SPD-Fraktion im Stuttgarter Landtag hat sich bereits seit längerer Zeit für eine bessere Lehrerversorgung ausgesprochen, was von der Regierungskoalition aber stets mehrheitlich abgelehnt wurde“, so der Parlamentarier gegenüber Oberstudiendirektor Peter Blessing vom Tulla-Gymnasium Rastatt.
Unterschiedlicher Art seien laut Gunter Kaufmann die Gründe für den Unterrichtsausfall. Einerseits fehlt es in manchen Fächern und Schularten an Fachkräften, andererseits hat es die CDU-/FDP-Landesregierung über Jahre versäumt, eine verlässliche und langfristig angelegte Personalpolitik zu betreiben. Ernst Kopp will sich im Falle seiner Wahl vehement für die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte einsetzen, um die Unterrichtsversorgung an den Schulen im Wahlkreis zu sichern.
Auch beim Besuch des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums in Durmersheim wurden die beiden Kommunalpolitiker mit demselben Thema konfrontiert. Die Lehrkräfte schieben auch hier eine enorme Bugwelle an Überstunden vor sich her, die weder abgebaut, noch finanziell ausgeglichen werden können. „Wir sind schon lange an der Grenze der Belastbarkeit angekommen“, so auch hier die Meinung der Schulleitung. Heftig kritisiert wurde das geplante Vorgriffsstundenmodell der Landesregierung, das für die unter 40-jährigen Pädagogen eine zusätzliche Deputatsstunde verordnet. Die SPD-Landtagsfraktion, so Gunter Kaufmann, ist der Meinung, dass die Landesregierung mit dem Vorgriffsstundenmodell die aktuelle Haushaltslage schönt und die finanziellen Lasten auf künftige Haushaltsjahre verschiebt. Aber auch fachpolitisch hält dies der Abgeordnete für falsch, denn es belastet nicht nur die heutigen unter 40-jährigen Lehrkräfte über Gebühr. Dem konnte Oberstudiendirektor Wolfgang Boeckh vom WHG Durmersheim nur zustimmen und er betonte, dass mehr als 25 Wochenstunden in einem modernen Gymnasium mit den heutigen Anforderungen nicht zu leisten sind.
Gunter Kaufmann und Ernst Kopp wollen die Forderungen der betroffenen Schulleitungen und des Philologenverbandes unterstützen und warnen vor einer Fehlentscheidung der Landesregierung.