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MdL Gunter Kaufmann (SPD): „Schere zwischen Ausbildungsplatz-Suchenden und abgeschlossenen Ausbildungsverträgen klafft w

Veröffentlicht am 12.03.2007 in Pressemitteilungen
Pressemitteilung vom 12. März 2007

SPD-Landtagabgeordneter zieht ernüchternde Bilanz für das Ausbildungsjahr 2006/2007 / „Kein Anlass für Jubelmeldungen“

Auf völliges Unverständnis beim SPD-Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, stoßen die teilweise sehr selbstzufriedenen Meldungen aus der Wirtschaft und der Landesregierung zu den in diesen Tagen vorgelegten Zahlen über die abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für das Ausbildungsjahr 2006/2007.

Nach den nunmehr veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg ist zwar die Anzahl der Ausbildungsverträge um über 3000 bzw. 4,2 Prozent auf rund 76.000 gestiegen, so Gunter Kaufmann, der auch Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für berufliche Bildung ist. Diese Zahlen aber zum Anlass für Jubelmeldungen zu machen, wie dies beispielsweise Wirtschaftminister Ernst Pfister (FDP) mache, sei aber komplett fehl am Platz, machte Gunter Kaufmann deutlich.

So liegen die Zahlen zwar höher als im vorangegangenen Jahr, aber immer noch unter den 77.638 abgeschlossenen Lehrverträgen im Jahr 2001 und 77.401 im Jahr 2002. Hinzu komme, dass die Zahl der Schulabgänger an den allgemein bildenden Schulen seit 2001 um ca. 12 Prozent gestiegen ist, das Lehrstellenangebot hingegen hinterhinke und im Vergleich dazu stagniert habe. Konsequenz dessen ist, dass die Nachfrage nach Lehrstellen am Schuljahresbeginn mit 89.136 so hoch lag wie schon seit Jahren nicht mehr, so der SPD-Parlamentarier. Folge ist, dass sich immer noch eine riesige Lehrstellenlücke auftue und die Schere zwischen Ausbildungsplatz-Suchenden und abgeschlossenen Ausbildungsverträgen weiter auseinander klaffe. Darüber hinaus befinden sich rund 30.000 Jugendliche in so genannten schulischen und beruflichen „Warteschleifen“, wie im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) oder in der Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ) ohne wirkliche Perspektive auf einen Vollzeit-Job oder -Ausbildung. Davon seien 40 Prozent zudem Altbewerber, also junge Erwachsene, die mindestens schon eine „Warteschleife“ gedreht haben.

Die einzelnen Ausbildungsbereiche haben zu der Steigerung der Ausbildungsverträge zudem sehr unterschiedlich stark beigetragen. Während die Zahl im Ausbildungsbereich „Industrie und Handel“ zunahm, wurden vor allem in den pharmazeutisch-kaufmännischen Ausbildungsberufen der Apotheker (minus 28,1 Prozent), in den Fachangestelltenberufen der Patentanwälte (minus 16,7 Prozent) und der Rechtsanwälte (minus 6,5 Prozent) deutlich weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Jahr zuvor. Daher habe auch das Statistische Landesamt dargelegt, dass die Zunahme an Ausbildungsverträgen fast ausschließlich auf die positiven Entwicklungen in den beiden großen Ausbildungsbereichen „Industrie und Handel“ zurück zu führen ist, so der SPD-Parlamentarier.

Die Anzahl der Ausbildungsverträge sei einige der wenigen stichhaltigen Faktoren über den Erfolg der Ausbildungspolitik, so Gunter Kaufmann. Er erneuerte daher nochmals seine Forderung nach Einführung einer Meldepflicht für Ausbildungsstellen, um auch zum gesamten Ausbildungsmarkt über nachweisbare Zahlen zu verfügen. Ministerpräsident Oettinger (CDU) habe dies in seiner Regierungserklärung im Juni letzten Jahres auch vollmundig angekündigt zu prüfen, ohne dass bisher eine Entscheidung absehbar sei, kritisiert der SPD-Landtagsabgeordnete. Zudem fordert er den Aufbau eines externen Ausbildungsmanagements sowie die verbesserte Anrechnung und Anerkennung vollzeitschulischer Ausbildungsgänge.

Auch von dem Ausbildungspakt auf Bundesebene, der in der letzten Woche zwischen Bundesregierung und den Wirtschaftsverbänden geschlossen wurde, könne diese Misere nicht beheben werden. Gunter Kaufmann sieht daher abschließend auch das Land in der Pflicht, über ein Sonderprogramm die Schaffung neuer Ausbildungsplätze zu forcieren.

Homepage Gunter Kaufmann

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