Pressemitteilung vom 28. November 2008
Ansturm auf beruflichen Schulen im kommenden Schuljahr ist absehbar
Am Endes des laufenden Schuljahres werden die ersten Schüler des achtjährigen Gymnasiums zusammen mit den Schülern aus der 10. Klassenstufe die Mittlere Reife erwerben. Nach Angaben der Landesregierung besuchten im vergangenen Schuljahr 37.292 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe 8 in G8 und 35.772 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe 9 in G9. Insgesamt werden demnach 73.064 Schülerinnen und Schüler die Mittelstufe abschließen, sofern sie versetzt werden oder nicht vorzeitig das Gymnasium verlassen. In den vergangenen Jahren haben jährlich etwa 2.000 Schüler die Eingangsklassen in einem Berufskolleg besucht und ca. 2.300 Schüler in einem beruflichen Gymnasium ihre Schullaufbahn fortgesetzt. „In den Eingangsklassen dieser Schulen können nun die doppelten Anmeldezahlen erwartet werden“, erklärte Gunter Kaufmann. Darauf seien die Schulen nach Angaben des SPD-Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal allerdings nicht vorbereitet.
In der un vorliegenden Antwort auf einen Antrag des SPD-Landtagsabgeordneten musste Kultusminister Helmut Rau (CDU) eingestehen: „Es ist damit zu rechnen, dass wegen der zu erwartenden hohen Bewerberzahl die Nachfrage nach Schulplätzen das bestehende Angebot übersteigen wird.“
Damit will sich Gunter Kaufmann allerdings nicht zufrieden geben. Er fordert die CDU/FDP-Landesregierung auf, rechtzeitig auf die Folgen des doppelten Mittlere Reife-Jahrgangs zu reagieren. Nach Angaben der Gewerkschaften und Lehrerverbände sind etwa 100 zusätzliche Lehrerstellen notwendig, je nach örtlichen Verhältnissen müssen auch der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden als Schulträger der beruflichen Schulen gegebenenfalls zusätzliche Räume zur Verfügung stellen. Die Schulleiter der beruflichen Schulen Mittelbadens hatten sich bereits mit ihren Sorgen an den SPD-Landtagsabgeordneten gewandt. Sie sehen,wie Gunter Kaufmann, die Landesregierung in Zugzwang, um den erhöhten Unterrichtsbedarf zu gewährleisten.
Der SPD-Parlamentarier geht auch davon aus, dass es angesichts der Situation Endes dieses Schuljahres auch eine verstärkte Nachfrage nach Ausbilungsstellen geben wird. Deshalb sei es auch bei lahmender Konjunktur notwendig, nicht nur im privaten sondern auch im öffentlichen Bereich zusätzliche Ausbildungssstellen anzubieten.