Pressemitteilung vom 13. Oktober 2009
SPD-Landtagsabgeordneter warnt vor voreiligem Zurücklehnen
Die Entspannung auf dem mittelbadischen Ausbildungsmarkt ist nach Ansicht des SPD- Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, kein Grund zur Entwarnung. Die am heutigen Dienstag von der Bundesagentur für Arbeit im Bezirk Rastatt vorgelegten Zahlen, wonach es im Bereich der Arbeitsagentur Rastatt lediglich sieben unversorgte Bewerber und noch 70 offene Ausbildungsstellen gibt, vermittelt ein verkürztes positives Bild, warnt der Parlamentarier.
So werde zurecht in der Meldung der Arbeitsagentur darauf verwiesen, dass die Zahl der Bewerber um Ausbildungsstellen um 450 oder rund 19 Prozent zurückging und sich 360 Jugendliche entschlossen, weiter die Schule zu besuchen, zu studieren oder ein Praktikum zu machen. Viele der 360 Jugendlichen, von denen ein Großteil sicherlich auch gerne eine Ausbildung gemacht hätte, wenn sie eine gefunden hätten, werden daher zeitverzögert nach Schule oder Praktikum erneut auf den Ausbildungsmarkt drängen, ist sich Gunter Kaufmann, der auch Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für berufliche Bildung ist, sicher.
Bei vielen Wunschberufen bestehe auch hier im Mittelbadischen ein hohes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Nur wenn es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber gibt, haben die Jugendlichen auch die notwendigen Wahlmöglichkeiten, die ihren unterschiedlichen Begabungen gerecht werden, so Gunter Kaufmann. Als Richtwert gilt hierbei in der Praxis, dass auf 100 Bewerbern 120 bis 130 Ausbildungsplatzangebote kommen sollten.
Der Rückgang der Bewerberzahlen ist auch – wie von der Bundesagentur richtig erwähnt – bereits Vorbote des zu erwartenden Fachkräftemangels der nächsten Jahre, glaubt der SPD-Landtagsabgeordnete. Dank des Engagements verantwortungsbewusster Unternehmen und dem Einsatz der Gewerkschaften und örtlicher Betriebsräte sei die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zwar nicht so angespannt wie befürchtet. Er fordert die Wirtschaft aber dennoch auf, in ihren Bemühungen um die Verbesserung der Ausbildungssituation nicht nachzulassen. „Wer nicht ausbildet, hat nur die Einspareffekte von heute im Blick, erzeugt aber selbst den Fachkräftemangel von morgen“, so der SPD-Politiker.
Gunter Kaufmann sieht aber auch das Land in der Pflicht und verweist v.a. auf die Problematik der Altbewerber. Diese junge Menschen, die sich in so genannten Warteschleifen eines Übergangssystems befänden, verhelfen zwar zu schönen statistischen Ergebnissen und gelten als „versorgt“, verschärfen ansonsten aber das Problem, denn von Jahr zu Jahr wird der Konkurrenzkampf um die vorhandenen Ausbildungsplätze härter.
Zugleich mahnt der SPD-Parlamentarier nochmals eine bessere personelle, finanzielle und räumliche Situation der beruflichen Schulen an.