Pressemitteilung vom 11. April 2008
Deutlicher Rückgang bei dauerhafter Tätigkeit als Tagesmutter beklagt / unzureichende finanzielle Absicherung schafft erhebliche Unsicherheiten
Dem Tagesmütterverein im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden gelang es trotz großen Engagements nicht, ausreichend Tagesmütter nach ihrer Ausbildung in die aktive Arbeit der Kinderbetreuung zu führen bzw. zu halten, um die wachsende Nachfrage nach Plätzen zu decken.
Die 1. Vorsitzende des Tagesmuttervereins „Maxi & Moritz“ e.V. für den Bereich Baden-Baden-Bühl–Rastatt–Gaggenau und Murgtal, Christa Fritz, lud daher den SPD-Landtagabgeordneten für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, zu einem Gespräch ein, um die Gründe aufzuzeigen, warum trotz steigender Teilnahme an Qualifizierungskursen immer noch zu wenige Tagesmütter zur Vermittlung bereitstehen.
So wurde gegenüber Gunter Kaufmann betont, dass eine unzumutbar niedrige Bezahlung und die pauschale Besteuerung ein großes Problem für die Tagespflegepersonen darstellen. Besonders hinderlich seien auch die langwierigen Prüfungs- und Verwaltungsvorgänge und die von den Tagesmüttern zu entrichtenden Vorleistungen auf die zu erwartenden Leistungen der Jugendämter. Oft tragen die Tagesmütter ein unangemessenes finanzielles Risiko, wenn die kommunalen Leistungen erst nach Monaten zum Tragen kommen.
Wie die Vorsitzende des Tagesmuttervereins Christa Fritz sieht auch Gunter Kaufmann es als dringend notwendig an, dass die Arbeit der Tagesmütter und -Väter als qualifizierter Beruf angesehen wird. Die Entlohnung und die soziale Absicherung muss daher adäquat geregelt werden. Bereits seit langer Zeit gäbe es eine steuerliche Ungleichbehandlung zwischen Tagespflegepersonen, die im Rahmen der Jugendhilfe aus öffentlichen Mitteln finanziert werden und denen, die aus privaten Mitteln bezahlt werden, so der SPD-Parlamentarier.
Alle Tagesmüttervereine, so Christa Fritz, haben in den vergangenen Jahren wiederholt auf die widersprüchliche politische Entwicklung aufmerksam gemacht und zu Recht gefordert, den Beruf durch eine qualifizierte Ausbildung aufzuwerten und fest im öffentlichen Betreuungskonzept der Kommunen zu verankern. Dieser Forderung stimmte der SPD-Landtagsabgeordnete zu.
Nachdem der Tagesmütterverein im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden die Vorgaben der Verwaltungsvorschrift des Landes zum Ausbau der Kindertagespflege konsequent umgesetzt habe, wünscht sich die Vertreterin des Vereins „Maxi & Moritz“, dass das Rastatter SPD-Landtagsmitglied sich bei den zuständigen kommunalen Einrichtungen für die Belange ihres Vereins zum Wohle, letztendlich der Kinder, einsetzt.