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MdL Gunter Kaufmann: „Jede 16. Schulstunde an beruflichen Schulen verschwand aus dem Stundenplan“

Veröffentlicht am 25.01.2011 in Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 25. Januar 2011

Besonders viele Fehlstunden in Mittelbaden / Kopp und Kaufmann stehen weiterhin zu einem neuen Wirtschaftsgymnasium in Gernsbach

Der rechnerische Fehlstundenanteil an den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg ist auch in diesem Jahr nicht signifikant gesunken. Besonders viele Unterrichtsausfälle gibt es im nordbadischen Landesteil und hier v.a. in Mittelbaden. Dies geht aus einer Antwort der CDU-Kultusministerin Marion Schick (CDU) auf eine Landtagsanfrage des SPD-Landtagsabgeordneten für den Wahlkreis Rastatt/Murgtal, Gunter Kaufmann, und der SPD-Landtagsfraktion hervor.

So rangieren die beruflichen Schulen im Landkreis Rastatt bei den Fehlstunden im Verhältnis zu den Sollstunden mit 5,8 Prozent an neunletzter Stelle, die im Stadtkreis Baden-Baden mit 6,8 Prozent sogar an drittletzter Stelle aller 44 Stadt- und Landkreise. Das sind Stunden, die wegen fehlender Lehrkräfte nicht in den Stundenplan aufgenommen werden konnten. Hinzu kommt allerdings noch der Unterrichtsausfall durch Krankheit oder sonstige Verhinderungen der Lehrkräfte. Eine Stichprobe des Kultusministeriums ergab, dass an den beruflichen Schulen im Schnitt nochmals 7,3 Prozent der Lehrkräfte abwesend sind und dieser Unterricht nur knapp zur Hälfte durch andere Lehrkräfte vertreten werden kann.

Der hohe Unterrichtsausfall im Mittelbadischen ist hierbei keinesfalls den Schulleitungen oder den Lehrern an den beruflichen Schulen anzukreiden, sondern der Schulpolitik der Landesregierung, machen Gunter Kaufmann und der SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis, Ernst Kopp, deutlich. Die Lehrer würden einen „verdammt guten“ Job machen, so die beiden SPD-Politiker. Davon hätten sie sich in den letzten Wochen bei ihren vor-Ort-Terminen und Gesprächen an den Schulen überzeugen können.

Beide SPD-Politiker erneuerten in dem Zusammenhang ihre Forderung an das Land nach Einrichtung eines Wirtschaftsgymnasiums in Gernsbach. Trotz einstimmigen parteiübergreifenden Votums in der Sitzung des Rastatter Kreistages weigert sich das Kultusministerium weiterhin, dieses einzurichten. Dies ist umso unverständlicher, da der nordbadische Landesteil von den geplanten 100 zusätzlichen Klassen an den beruflichen Gymnasien nur 17 Klassen erhalten soll. Dabei wird jeder vierte Schüler der beruflichen Schulen in Nordbaden unterrichtet.

Gunter Kaufmann will dieses Thema zusammen mit dem Karlsruher SPD-Landtagsabgeordneten Johannes Stober auch auf der nächsten Sitzung des Kuratoriums der Landesvereinigung Baden e.V. ansprechen, in dem beide sitzen. Die Landesvereinigung Baden habe auch bereits an anderen Stellen die häufige Benachteiligung des badischen Landesteils durch die Landesregierung angeprangert.

„Obwohl das Problem seit Jahren besteht, steuert die Regierung beim Unterrichtsausfall nicht ausreichend dagegen“, erklärt Gunter Kaufmann, der zugleich Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion ist. Die Schüler litten unter den ausfallenden Unterrichtsstunden, die Lehrer unter ständigen Überstunden. Gleichzeitig benötige die Wirtschaft gut und umfassend ausgebildete Absolventen. Schließlich stiegen nicht nur die Anforderungen in vielen Berufen, es drohe auch ein Fachkräftemangel. „Wir erwarten viel von den Schülern unserer beruflichen Schulen“, so Gunter Kaufmann. Aber anstatt die Qualität in den Schulen sicherzustellen, gefährde die Landesregierung die Zukunft des Industriestandorts und die unserer jungen Menschen. „Das ist ein ganz schlechtes Zeugnis für die Bildungspolitik in Baden-Württemberg“, so Gunter Kaufmann und Ernst Kopp abschließend.

Homepage Gunter Kaufmann

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