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MdL Gunter Kaufmann fordert: „Weiterbildung im Land zu verbessern, ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben“

Veröffentlicht am 05.10.2009 in Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 05. Oktober 2009

Landes-SPD beantragt Einsatz einer Kommission „Weiterbildung als fester Bestandteil des Bildungswesens“

Gunter Kaufmann und die SPD-Landtagsfraktion sehen in der Weiterbildung eines der wichtigsten Themen für die kommenden Jahre. Die SPD-Fraktion im Landtag hat deshalb auf Betreiben der Bildungspolitiker einstimmig entschieden, eine Enquetekommission „Weiterbildung in öffentlicher Verantwortung und als fester Bestandteil des Bildungswesens in Baden-Württemberg“ zu beantragen. Der Landtag hat hierüber am kommenden Donnerstag zu entscheiden. Ziel der Kommission ist es, Struktur, Inhalt und Angebote der Weiterbildung auf den Prüfstand zu stellen und Finanzierungs- und Beteiligungsmöglichkeiten erheblich auszubauen. „Wir betrachten dies als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben“, so Gunter Kaufmann, Sprecher für berufliche Bildung der SPD-Landtagsfraktion.

Obwohl die Weiterbildung als Teil der Daseinsvorsorge ein öffentlicher Auftrag sei, werde das Thema von der Landesregierung kaum berücksichtigt. „Baden-Württemberg ist Entwicklungsland in der öffentlichen Weiterbildung“, betont Gunter Kaufmann. Umgerechnet auf die Bevölkerung werde die Qualifizierung mit gerade einem Euro pro Person gefördert. Das beste Beispiel seien die Volkshochschulen, die vom Land mehr oder weniger ausgetrocknet würden. Baden-Württemberg befindet sich hier am Ende der bundesweiten Skala. Derzeit werden 5,8 Prozent der Kosten vom Land getragen gegenüber 13,6 Prozent im Bundesdurchschnitt.

Das zeige, dass die Landesregierung die Bedeutung des Themas Weiterbildung offensichtlich ignoriere. „Politik und Staat müssen endlich ihrer Verantwortung für die Weiterbildung gerecht werden“, fordert der Parlamentarier.

Die Enquetekommission richtet sich deshalb sowohl an die Politik als auch an die Gesellschaft. Nur wer bereit sei, lebensbegleitend zu lernen und sich weiterbilden zu lassen, sei für die Zukunft gerüstet und verbessere die eigenen Chancen. Und nur ein Land, das seinen Bürgern dafür ausreichende Möglichkeiten biete, könne auch wirtschaftlich prosperieren. Das heiße aber auch, die schleichende Privatisierung der Weiterbildung zu stoppen und die Beteiligung der öffentlichen Hand auszubauen. „Erst, wenn alle Bürgerinnen und Bürger sich ohne finanzielle Zwänge beteiligen können, wird die notwendige Weiterbildung vorankommen“, sagte Gunter Kaufmann.

Die SPD-Fraktion im Landtag hält den jetzigen Zeitpunkt für eine solche Kommission für richtig, da Weiterbildung für Arbeitslose und Kurzarbeiter in der aktuellen Wirtschaftskrise eine immer größere Bedeutung erhalte. So drängen die Agenturen für Arbeit darauf, dass Betroffene die freie Zeit nutzen könnten, sich zu qualifizieren. „Es zeigt sich aber immer stärker, so Gunter Kaufmann, dass viele Unternehmen und Beschäftigte wenig oder gar nicht über die Möglichkeiten der Weiterbildung Bescheid wissen“. Viele innovative Angebote und Projekte seien zu wenig bekannt, andernorts mangele es an Angeboten beruflicher und wissenschaftlicher Bildung insgesamt.

Deshalb wolle die SPD erreichen, dass die öffentliche Hand in Baden-Württemberg ein übergreifendes Netzwerk an Angeboten ermöglicht. Dabei sollten neue Inhalte erfasst werden, wie eine systematische Bildungsberatung, der große Bereich der Elternberatung oder neue Angebote für Senioren. Alle Träger für die allgemeine und berufliche Qualifizierung müssten daher bereits in der Arbeit der Enquete-Kommission eine Rolle spielen, etwa die Regionalagentur für Arbeit, die Gewerkschaften oder soziale und kirchliche Einrichtungen. Nur mit einem solchen neuen Netzwerk könne nach Ansicht des SPD-Landtagsabgeordneten erreicht werden, dass tatsächlich alle Schichten der Gesellschaft sich für die Weiterbildung öffneten.

Homepage Gunter Kaufmann

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