Pressemitteilung vom 30. August 2008
SPD-Landtagsabgeordneter Gunter Kaufmann sieht Handlungsbedarf bei Kultusministerium und Landkreisverwaltung
Seit dem Schuljahr 2007/2008 fördert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Deutsch-Sprachkurse mit finanziellen Mitteln für die Schülerinnen und Schüler der Karlschule Rastatt, die trotz der Teilnahme an schulischen Sprachförderangeboten noch eine zusätzliche intensive sprachliche Förderung benötigen, um einen erfolgreichen Hauptschulabschluss erlangen zu können.
Gunter Kaufmann zeigt sich erstaunt, dass die Förderung dieses zusätzlichen Sprachunterrichtes ab dem Schuljahr 2008/09 nun eingestellt werden soll. Dieser Sprachkurs wurde bisher von insgesamt 25 Schülerinnen und Schülern der Klassen sieben und acht der Karlschule an sieben Wochenstunden wahrgenommen. Gleichzeitig wurde er in den Ganztagsbetrieb der Schule eingebunden und fügte sich somit pädagogisch sinnvoll in den Tagesablauf ein. Träger der Maßnahme ist das „Netzwerk Integration“, in dem die Karlschule, das Amt für Schule und Bildung des Landkreises Rastatt, der Arbeitskreis für Aus- und Weiterbildung e.V., das BAMF sowie der Jugendmigrationsdienst Rastatt/Baden-Baden vertreten sind. Für diesen Sprachkurs war eine Ausnahmegenehmigung der Hauptgeschäftsstelle des BAMF in Nürnberg erforderlich, da deren Leistungen sich nur an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, die nicht mehr schulpflichtig sind.
Die ersten Erfahrungen hätten gezeigt, so der SPD Fraktionsvorsitzende im Rastatter Gemeinderat, dass es nicht ausreicht, die SchülerInnen mit ihren einfachen Deutschkenntnissen allein zu lassen. In ihrem familiären Umfeld können sie nicht kompensiert werden, da die Eltern oftmals nur schlecht Deutsch sprächen oder zumindest im schriftlichen Bereich keine ausreichenden Kenntnisse besitzen. Der Sprachkurs würde immens dabei helfen, auf Defizite gezielt eingehen zu können.
Die im „Netzwerk Integration“ in Rastatt vertretenen Einrichtungen sind sich mit Kaufmann darin einig, dass die Zusatzsprachkurse auch in Zukunft notwendig sind, um den Kindern und Jugendlichen eine positive Aussicht in unserer Gesellschaft zu bieten. Auf eine Anfrage des Abgeordneten will sich das Kultusministerium im Einklang mit dem Amt für Schule und Bildung beim Landkreis Rastatt dafür einsetzen, dass eine rasche Lösung gefunden wird, um auch künftig diesen erforderlichen Sprachkurs fortführen zu können.