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Mannheimer Morgen: Zwischen Schutzkeller und Fiseursalon

Veröffentlicht am 02.03.2011 in Presseecho

Neckarau: Historischer Stadtrundgang "Hinter den Kulissen" führt ins Neckarauer Rathaus

Zwischen Schutzkeller und Fiseursalon
Von unserer Mitarbeiterin Astrid Mader

Für Geschichtsfans und Liebhaber anschaulich dargestellter Historie ist das Neckarauer Rathaus eine wahre Fundgrube. Liebevoll wurde das 1888/89 errichtete Verwaltungsgebäude, das mit der Eingemeindung in die Stadt Mannheim im Jahr 1899 zum Großraumbüro verkam, vom Verein "Geschichte Alt-Neckarau" Stück für Stück restauriert. Ja, noch mehr, in der Anlage, die sich räumlich über das Amtshaus selbst, die Remise, das Badehaus und den Hof erstreckt, haben ein alter Krämerladen, eine Schuhmacherwerkstatt, ein Friseursalon, ein Rektoren- und ein Klassenzimmer Eingang gefunden.

Im Keller wurden die alten Luftschutzräume wiederhergestellt. Im zweiten Obergeschoss freut sich die Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg der Siebenbürger Sachsen, Besucher mit dem farbenfrohen Leben der deutschen Auswanderer in Siebenbürgen vertraut zu machen. Eine Bauernwohnung im Dachgeschoss der Remise bringt dem Betrachter eindringlich nahe, wie anders das Leben der Menschen vor über 100, ja noch vor 60 Jahren war. Ein geeigneter Ort also, um hier mit der Stadträtin und Landratsabgeordneten Helen Heberer und dem Vorsitzenden des Vereins für Geschichte Alt Neckarau, Helmut Wetzel, und Kollegen ein wenig "hinter die Kulissen" von Neckarau zu schauen. Fast zu viele Gäste hatten sich für die Führung angemeldet. So ging es denn in drei Gruppen durch die Räumlichkeiten. Im Neckarauer Persönlichkeitenzimmer begegneten die Besucher nicht nur dem wohletablierten Bildhauer Gustav Seitz, Prof. Wilhelm Wundt, dem Tennisstar und früheren Liebling aller Deutschen, Steffi Graf, und anderen Prominenzen wie Eugen Konstantin Dörr, Franz Xaver Fuhr und Constantin Brünings. Man konnte auch lernen, dass der Ort zu Zeiten der französischen Revolution ein ewiger Zankapfel zwischen Franzosen und Österreichern war und dass die Örtlichkeit damals noch eine von Neckararmen umfangene Insel darstellte, auf die man nur über drei Brücken Zugang hatte. Erst später wurden die Arme aufgeschüttet, da waren die Franzosen wieder fort. Im Schulzimmer erkannten die Älteren ihre alten Schreibpulte wieder. Das Rektorenzimmer birgt ein Modell des Brückenheiligen Nepomuk, der in Lebensgröße wieder an seinem historischen Ort aufgestellt werden soll.

Beklemmend dann der Abstieg in den Luftschutzkeller, wo Wetzel nicht nur eine alte Fliegeralarmsirene in Gang setzte, sondern auch auf eine kleine Kollektion von Stabbrand-, Phosphorbrand- und Sprengbomben hinwies. Im Luftschutzraum daneben ein einsamer Teddy in einem provisorisch dort errichteten Stockbett. Gut, dass die Führung hier nicht endete. Im Friseursalon fielen die Rasiertassen privilegierter Gäste auf und in der Bauernwohnung die noch sehr altertümliche Behaglichkeit. Am Ende gab es, anlässlich des 20. historischen Rundganges, einen geselligen Umtrunk im Badehaus.

Mannheimer Morgen
25. Februar 2011

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