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Mannheimer Morgen: Unverständnis, Ärger und 2000 Unterschriften

Veröffentlicht am 26.03.2012 in Presseecho

O 4,?4: Verein Stadtbild und Mannheimer Liste starten Aktion für den Erhalt des Bankpalais / Sängerin Julia Neigel unterstützt den Protest
Unverständnis, Ärger und 2000 Unterschriften

Mit so viel Resonanz hatten selbst die Organisatoren nicht gerechnet. Zwei Stunden liegen die Unterschriften für den Erhalt des barock anmutenden Bankpalais in O?4 aus, da haben sich schon rund 800 Bürger eingetragen. "So was habe ich noch nicht erlebt", sagt Christopher Probst von der Mannheimer Liste (ML), die gemeinsam mit dem Verein Stadtbild die Unterschriftenaktion ins Leben gerufen hat.

Die Unterzeichner sind nicht nur Passanten, die am vergangenen Samstag über die Planken bummeln. Viele sind extra in die Stadt gekommen, um sich in die Listen einzutragen. "Die ganze Stadtgesellschaft bewegt das", sagt Volker Keller, zweiter Vorsitzender des Vereins Stadtbild. Auch Sängerin Julia Neigel stattet den Ständen einen Besuch ab. "Ich finde es empörend, dass man so ein Denkmal einfach abreißen will. Das zeigt eine vollkommene Willkür und Vergessenheit." Das sehen viele so, die ihre Unterschrift abgeben. Zum Beispiel Eleonora Wolf, die seit 1956 in Mannheim wohnt und den Wandel im Stadtbild mitverfolgt hat. "Glaspaläste haben wir doch schon genug", sagt sie.

Auch wenn die Eigentümerin "LBBW Immobilien" nicht von ihrem Abriss- und Neubau-Vorhaben abrücken will - bei der Unterschriftenaktion sorgt die große Resonanz für frischen Kampfeswillen und die leise Hoffnung, dass die Fassade im Barockstil möglicherweise doch erhalten bleibt. Die Landtagsabgeordnete Helen Heberer (SPD) bringt eine Änderung des Denkmalschutzgesetzes ins Spiel, um auch Gebäude unter Schutz zu stellen, die wie das O 4-Palais nicht aus historischer Zeit stammen: "Das könnte ein Zeichen sein, dass wir alle Mittel ausschöpfen. Die LBBW soll wissen: Es wird problematisch für sie.".

Stadtrat Rolf Dieter (ML) baut auf das politische Signal, das der Gemeinderat gegeben hat, als er sich einstimmig gegen den Abriss aussprach. Als "Stadtbild" und die ML die Listen um 16 Uhr einpacken, haben sie 2000 Unterschriften gesammelt. "Das ist sensationell", findet Christopher Probst. Und die Sammlung geht weiter: Bis zum 15.  März liegen Listen in der ML-Geschäftsstelle im Rathaus in E 5 aus. fab
© Mannheimer Morgen, Montag, 05.03.2012

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