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Mannheimer Morgen: Radfahrer fordern mehr Platz auf den Straßen

Veröffentlicht am 06.05.2009 in Presseecho

Innenstadt: Rund 350 Radler fahren zwei Stunden in Polizeibegleitung durch die Quadrate
Radfahrer fordern mehr Platz auf den Straßen

Emma möchte, dass es bessere Radwege in der Stadt gibt. Deshalb radelt die Zehnjährige zusammen mit ihren Eltern sowie über 350 anderen Radlern auf dem "Fahrad-Spaß-Umzug" durch die Quadrate. Den Zweiradfreunden heizen die 26 Musiker vom Trommelpalast unter Leitung von Gero Fei kräftig ein, ehe diese sich auf den Sattel schwingen.

Dass hinter dieser Tour ernste Forderungen stehen, macht SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer klar: "Es geht neben weniger Feinstaub und besserer Luft darum, die Akzeptanz von Autofahrern gegenüber Fahrradfahrern zu erhöhen, damit die beispielsweise morgens ungefährdet an den Bahnhof fahren zu können" Einige gefährliche Situationen habe sie dabei schon erlebt, schildert sie. Nach Ansicht von Stadtrat Ulrich Schäfer sollte Rad fahren gegen die Einbahnstraße erlaubt werden. Ihn nerven die vielen Zubringer, die morgens ihre Autos kreuz und quer abstellen. Der Freizeitradler Sascha Eder findet es dagegen schade, dass er nicht durch die Planken fahren darf.

Grünen-Stadtrat Manfred Raufelder will eine lebenswerte Innenstadt erhalten, in der Radfahrer gleichberechtigt neben Autos einherfahren. Auf dem Asamplatz überrascht Radkünstler Oliver Korus mit seiner atemberaubenden Trialshow. Nahezu mühelos überwindet er auf seinem Zweirad bis zu sieben übereinandergestapelte Paletten und kurvt über sein menschliches Hindernis Edvin Kocic. "Vielleicht ist das so, wie man sich in der Stadt als Radfahrer fühlt", lacht da Raufelder.

Obwohl sich zeitweise lange Schlangen hinter den Radlern bilden, ganz besonders in der Bismarckstraße, stecken die meisten Autofahrer das weitgehend gelassen weg. "Hätten wir das gewusst, wären wir mitgeradelt", zeigt sich Albert Lellek gefasst. Und Ramazan Yatmak findet die Aktion "einfach nur gut". Ein anderer meint dagegen, es sei schon ein wenig "nervig", weil es sowieso schwierig sei, einen Parkplatz zu finden. Nur einer - ausgerechnet in einem Auto einer deutschen Nobelmarke - findet die Aktion gar nicht toll und zeigt den Stinkefinger, ehe er an der Kolonne vorbeifährt.

Von einem vollen Erfolg spricht Organisator Gerhard Fontagnier. "Das war super." Emma ist ebenfalls ganz begeistert: "Ich finde das toll, weil man bei Rot auch über die Ampel fahren darf und der Polizist schaut dabei zu." has

Mannheimer Morgen
27. April 2009

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

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