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Mannheimer Morgen: Lösung mit Schönheitsfehler

Veröffentlicht am 21.02.2013 in Presseecho

Kritische Betrachtung: Nur eine knappe Mehrheit unterstützt die neue NTM-Leitungsstruktur
Lösung mit Schönheitsfehler

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan M. Dettlinger

Es ist also bei jenem "Schönheitsfehler" geblieben, den Stadträtin Helen Heberer (SPD) so gern vermieden hätte. Das Nationaltheater bekommt eine neue, flachere Führungshierarchie ohne Generalintendanz, doch dieses Modell wird nur von einer knappen politischen Mehrheit getragen (23 zu 19 stimmte der Gemeinderat am Dienstag ab). Wir könnten, wie Heberer, von einem Schönheitsfehler sprechen, ja. Wir könnten aber auch sagen: So sehen demokratische Verfahren aus, Politik ist so. Ideen brauchen Mehrheiten, und derzeit ist es im niedersächsischen Landtag noch weitaus knapper als im Mannheimer Gemeinderat.

Enttäuschend ist das Ergebnis aber tatsächlich, weil in allen Diskussionen davor, angefangen bei mehreren Kulturausschüssen bis hin zu Podiumsdiskussionen auch dieser Zeitung, jeder hier und da zu mäkeln hatte, viel Kraft und Nerven verloren gingen und all dieses Mäkeln und Optimieren in die Beschlussfassung des Gemeinderats auch noch einflossen - und am Ende aber immer noch jeder stand, wo er war. Die Meinungen waren - beiderseits - betoniert.

Wer nach einer Bestätigung sucht für die These eines immer wieder zitierten Bedeutungsverlusts demokratischer Plenen, Prozesse und Verfahren, ja des Verlusts am demokratischen Diskussionsstreit in einer sich zu einer Art Schein- oder Postdemokratie wandelnden Gesellschaft - hier kann er sie finden.

Wer ist der Bürger?

Wir leben in einer Zeit mit Konsensepidemie. Alles und jeder will alle und jede mitnehmen und Einheit schaffen. Dass dies, gerade in unserer vollkommen ausdifferenzierten Gesellschaft, gar nicht geht, wird oft übersehen. Den Bürger mitnehmen - was heißt das? Wer ist d e r Bürger?

Er hätte, so sagte Oberbürgermeister Peter Kurz im Gemeinderat, die Abstimmung an den Anfang des Prozesses legen und dadurch also ohne vieles und langes Diskutieren gleich von Beginn an klar machen können, wo die Reise mit dem Nationaltheater und dessen Führung hingeht. Die Mehrheiten waren ja von Beginn an klar: links und grün gegen rechts und liberal. Das blieb bis zum Ende so. Das Ergebnis wäre quasi gleich gewesen, der Prozess dorthin war also demokratisch hohl.

Zu schaffen machen wird dies jenen, die ab 1. März als Intendanten am NTM arbeiten werden: Ralf Klöter (Geschäftsführung), Klaus-Peter Kehr (Oper), Burkhard C. Kosminski (Schauspiel), Kevin O'Day (Tanz), Andrea Gronemeyer (Kinder- und Jugendtheater). Ihr Handeln wird die kommenden 34 Monate bis Dezember 2015 von allen argusäugig beobachtet werden. Die konservativen Gegner des Modells werden auf Fehler lauern, Zwist, Finanzlöcher und ästhetische Ausrutscher, die ihre Position bestätigen. Die Befürworter suchen ebenso Bestätigung. Kann sich das Theater - wie es einmal der Wunsch war - besser positionieren?

Ob in solcher Atmosphäre gutes Theater entsteht, darf bezweifelt werden. So bliebe am Ende der Vorwurf an beide: OB Kurz war zu schnell fixiert auf die eine Lösung, die Opposition bleibt scheinheilig, wenn sie sich um das Theater sorgt, ihm aber nach langem Prozess eine breite demokratische Unterstützung versagt.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 21.02.2013

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