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Mannheimer Morgen: "Lange gemeinsam lernen"

Veröffentlicht am 22.03.2011 in Presseecho

Wahlkampf: Pädagoge Otto Herz zu Gast bei der SPD

"Lange gemeinsam lernen"
Wer Otto Herz im Saal des Jüdischen Gemeindezentrums erlebt, wie er über die ideale Schule spricht, der denkt irgendwann an den Lehrer John Keating aus dem Film "Der Club der toten Dichter". Nicht nur, weil der Pädagoge Herz, den die SPD-Landtagskandidaten Stefan Fulst-Blei und Helen Heberer eingeladen haben, ein ähnlich unterhaltsamer Redner ist. Auch Gedanken wie der Zusammenhang zwischen Lust und Leistung könnten durchaus von dem idealistischen Film-Lehrer stammen.

Bildung ist das Hauptthema der Sozialdemokraten in diesem Wahlkampf, und ihr Gast Herz hat da jede Menge Erfahrung. Der Reformpädagoge war als Wissenschaftler an Forschungsinstituten in ganz Deutschland tätig. Sein Vortrag geht ins Grundsätzliche. Nicht die Gene seien verantwortlich. Vielmehr bestimmten die Einflüsse der ersten Jahre, wie ein Mensch die in ihm angelegten Möglichkeiten entwickle. Herz sagt auch, dass es keinen Sinn mache, Zehnjährige auf unterschiedliche Schulen zu schicken. "Sie sollen bis 16 in einer gemeinsamen Schule lernen." Nur so ließen sich Defizite aus der Familie ausgleichen.

Ziel Gemeinschaftsschule
Frank Mentrup, amtierender Abgeordneter im Norden und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, greift einige der Gedanken von Herz auf, als er die Ideen seiner Partei vorstellt: weiterer Ausbau der frühkindlichen Bildung, bei der das Land die Kommunen unterstützen müsse. Eine nicht bindende "Bildungsberatung" statt einer Grundschulempfehlung. Und gemeinsamen Unterricht bis zur neunten Klasse - erst dann sollten die Schüler entscheiden müssen, was sie machen, so Mentrup. Die mehr als 600 Hauptschulen, deren Bestand durch die neuen Strukturen gefährdet sei, könnten zu solchen "Gemeinschaftsschulen" werden. Unterm Strich führe das zu einer Bildung, die stärker auf das Individuum eingehe. Ein Ziel, das sich auch die Kandidaten Fulst-Blei und Heberer auf die Fahnen geschrieben haben. imo

Mannheimer Morgen
18. März 2011

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

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