Zufallsfoto

Mannheimer Morgen: Geteiltes Echo auf städtischen Vorstoß

Veröffentlicht am 28.12.2010 in Presseecho

Innenstadt/Jungbusch: Bezirksbeirat diskutiert über den Erhalt der Teufelsbrücke / Landtagsabgeordnete schreibt an Vorsitzenden des Petitionsausschusses

Geteiltes Echo auf städtischen Vorstoß
Von unserem Redaktionsmitglied Anke Philipp

Leichte Eingriffe in den Baukörper, eine neue Drehkonstruktion, um den Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen, dafür die alte Technik restaurieren, um sie öffentlich zugänglich zu machen: mit diesem Angebot im Streit, um den von der Rhein Neckar Hafengesellschaft beantragten Teilabriss der denkmalgeschützten Teufelsbrücke, stieß Josef Krah vom städtischen Fachbereich Baurecht und Umweltschutz auf ein geteiltes Echo im Bezirksbeirat Innenstadt Jungbusch. Während CDU, Linke und SPD froh wären, wenn sich am Baukörper überhaupt etwas täte und die Fußgängerverbindung erhalten bliebe, lehnen Grüne, der Denkmalbeirat der Stadt und die Bürgerinitiative "Rettet die Teufelsbrücke" das Angebot der Stadt ab.

Es könne nicht sein, sagte Initiativsprecher und Bezirksbeirat für die Grünen, Frank Maaß, dass man von Privaten verlange, Denkmale zu erhalten, das Land dann aber die Vorschriften missachten würde. Die marode Brücke, die seit den 70er Jahren nicht mehr gedreht werden kann, gehört der staatlichen Hafengesellschaft, die zunächst zwar den Teilabriss beantragt hatte, nach Ablehnung durch die Stadt aber zurückgerudert war und selber einen Vorschlag unterbreitete. Er sah ebenfalls eine neue Drehbrücke vor, allerdings ohne die alte Technik komplett zu restaurieren. An den Gründen, die zum Nein der Stadt geführt hätten, "hat sich aber nichts geändert", reagierte Frank Maaß mit Unverständnis und appellierte einmal mehr an die Verantwortlichen, das Denkmal insgesamt unverändert zu belassen und zu restaurieren.

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach - so ließe sich demgegenüber die Haltung der anderen Parteien auf den Punkt bringen: Sie fürchten, wenn sie das Angebot ausschlagen, dass sich dann gar nichts mehr tut, die Brücke am Ende gänzlich vergammelt. "Wir sollten auf der Ebene des Kompromissvorschlags weiter machen", riet Christian Kirchgässner (CDU) seinen Kollegen. "Der Weg ist gangbar", sagte auch Steven Kunz (Linke). Er begrüßte, dass die Teufelsbrücke nach dem Umbau dem alten Entwurf ähneln werde und auch die Wegebeziehung erhalten bleibe. Alexander Sauer (SPD) stimmte ebenfalls dem Kompromiss zu, allerdings nur, "wenn der Denkmalschutz gewährleistet wird".

Dass dies trotz der Eingriffe in den Baukörper dennoch so sei, versprach Josef Krah, der ansonsten den Politikern ins Gewissen redete. Dass die Brücke angesichts der weiteren Entwicklung am Verbindungskanal vor dem Hintergrund des Neubaus des Kreativzentrums und der Sanierung der Kauffmannmühle so stehenbleibe - "wollen wir das wirklich", fragte er und hielt zudem fest: "Das Geld fällt nun mal nicht vom Himmel".

Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier erinnerte dagegen an die Petition von 1000 Bürgern zum Erhalt der Brücke. Seiner Meinung nach wäre "es fatal, wenn die Stadt nun den Bürgern in den Rücken fällt". Im März 2009 hatten die Mannheimer eine Protestnote an den Landtag geschickt. Seither herrscht Schweigen, getan hat sich nichts. Immerhin: In der letzten Woche wandte sich SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer mit einem Brief an den Vorsitzenden des Stuttgarter Petitionsausschusses, Jörg Döpper. Die Politikerin möchte jetzt schnellstens erfahren, wann sich das Gremium mit der Brücken-Petition aus Mannheim befassen wird und warum das Wirtschaftsministerium nach mehrfacher Aufforderung noch immer keine Stellungnahme in der Sache abgegeben habe.

Mannheimer Morgen
22. Dezember 2010

Homepage Helen Heberer | Politik muss menschlich sein.

Termine Gengenbach

hier finden sich die nächsten Termine in des Ortsvereins Gengenbach. Eine Übersicht aller Termine der umliegenden Ortsvereine findet sich unter Termine.

Der Rote Ortenauer

(Zeitung des SPD-Kreisverbands Ortenau)

Rotes aus der Ortenau

findet sich unter https://www.roter-ortenauer.de

Banner

Jetzt Mitglied werden Online spenden

WebSozis

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de