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Mannheimer Morgen: Blumige Aussichten auf die Kulturtage

Veröffentlicht am 12.05.2011 in Presseecho

Vogelstang: Helen Heberer eröffnet die 17. Kulturtage mit einem beherzten Bekenntnis zu Blumen / Programm mit 19. Veranstaltungen geht bis Ende Mai

Blumige Aussichten auf die Kulturtage

Von unserer Mitarbeiterin Astrid Mader
Sie haben eine Tradition: Die Tage der kulturellen Begegnung auf der Vogelstang. Seit Kulturbürgermeister Lothar Mark in den Jahren 1994/1995 die Idee der "Stadtteilkultur" in Mannheim entwickelt hatte, rief die Vogelstang im Rahmen der "Kulturtage" mehr als 250 Veranstaltungen ins Leben, die von mehr als 30 000 Besuchern gewürdigt wurden, ganz abgesehen von den Gästen der verschiedenen Ausstellungen. Vom 1. bis zum 29. Mai finden die Kulturtage Vogelstang nun zum 17. Mal statt.

Der offiziellen Eröffnung der Veranstaltungsreihe am Weißen Sonntag durch die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Helen Heberer (MdL), im Evangelischen Gemeindezentrum ging ein Festgottesdienst voraus. Pfarrer Matthias Zaiss, der der Ausstellung "Blumen, Blumen, Blumen" der Mannheimer Malerin Marianne Merz als Hausherr seine Tore geöffnet hatte, widmete dem Thema eine ganze Predigt und sprach über die symbolische Bedeutung floraler Motive in den großen Weltreligionen und Sakralbauten, insbesondere aber in der Bibel. Da ließ sich erfahren, dass Blumen nicht nur als Bilder des Lebens, sondern auch des Todes und der Vergänglichkeit gelten. Dass Christus, der Erlöser als "Ros, aus einer Wurzel zart" letztlich dem Tod aber seinen Stachel genommen hätte, war seine Botschaft der Hoffnung und des Vertrauens auf Gottes Liebe.

Die Landtagsabgeordnete Heberer, zugleich Schirmherrin der Kulturtage, bedankte sich in ihrem Grußwort an die Besucher der Eröffnungsveranstaltung mit Musik von "Das Quintett" für die unzähligen, zu Farbe geronnenen "Blumensträuße", die Marianne Merz der Stadt und der Region im Laufe ihres Lebens geschenkt hätte. Seit 1968 lebt die gebürtige Berlinerin auf der Vogelstang und arbeitet dort als freischaffende Künstlerin, die hier und im Ausland mit ihren Porträtserien zu "Frauen der Bibel" und dem Gekreuzigten, mit Serien von Masken, Hexen und Collagen zur Situation der Weltwirtschaftskrise in mehr als 200 Ausstellungen zu Bekanntheit gelangt ist.
Merz stellt bis 31. Mai aus

Ihre 26 farbenfrohen Blumenbilder sind über die ganze Dauer der Kulturtage hinweg bis zum 31. Mai im Evangelischen Gemeindezentrum zu sehen. Daneben stehen Konzerte, Vorträge und sogar Vorführungen im Voltigieren, Kunstturnen und Modellbau auf dem Programm. Denn davon sind die Macher der Kulturtage überzeugt, wie auch Helmut Acker, der Sprecher des Kulturarbeitskreises, betonte: Nicht nur die traditionellen bildungsbürgerlichen Künste sollten ihre gemeinschaftsbildende Kraft unter Beweis stellen, sondern auch solche Aktivitäten, die im Allgemeinen weniger Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erlangen, obwohl sie ebenfalls hoher Kunstfertigkeit bedürfen. Es solle die Kultur, so ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, als Hefe im Teig verstanden werden und nicht bloß als garnierendes Sahnehäubchen auf dem Kuchen.

Mannheimer Morgen
04. Mai 2011

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