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Leserbrief von Bernd Rottenecker zur Thüringenwahl

Veröffentlicht am 19.02.2020 in Ortsverein

Unser Sympathisant Bernd Rottenecker hat zur Thürigenwahl einen Leserbrief geschrieben, der leider bis heute nicht veröffentlicht wurde. Er hat uns erlaubt, diesen Leserbrief hier zu veröffentlichen!

Leserbrief zum Artikel „FDP stellt Regierungschef dank FDP“ in BZ vom 6. Feb. 2020, Seite 1Lieber mit Faschisten regieren, als gar nicht?Die vermeintliche Machtergreifung der FDP mit Hilfe des Faschisten Höcke in Thü-ringen ist schon ein an Dreistigkeit kaum zu überbietender Politskandal. Und doch ge-lingt es den „bürgerlichen“ Demokraten aus FDP und CDU, die mit dem Thüringer „Flügel“ der AfD gemeinsame Sache machten, hier noch eins draufzusetzen: Ein ra-santes Verwirrspiel setzte ein, an dem die Berliner Parteizentralen und die wider-spenstigen Erfurter Filialen beteiligt waren. Aussagen und Gegenaussagen jagten sich in Minutenschnelle; Positionen, die eben noch verkündet wurden, waren eine Stunde später schon Makulatur.Das alles diente nur einem Zweck: die Verantwortlichkeit für die Wahl des FDP-Man-nes Kemmerich mit allen AfD - Stimmen zu verschleiern. Und im Verschleiern hat-ten die bürgerlichen Zündler in den letzten hundert Jahren doch einigen Erfolg. Hin-denburgs Dolchstoßlegende reichte die Schuld an Krieg und Niederlage im ersten Weltkrieg kurzerhand an die Sozialdemokratie und die deutschen Juden weiter. Der von Militärs und rechten bürgerlichen Kreise vor 100 Jahren (März 1920) inszenierte Kapp-Putsch, der die Berliner Reichsregierung stürzen sollte, scheiterte kläglich. Al-len Beteiligten gelang es, sich der Verantwortung zu entziehen. Von der Rolle des (rechten) bürgerlichen Lagers in der Phase zwischen 1930 und 1933, die in Hitlers Machtübernahme endete, ganz zu schweigen.Und vor welcher Gefahr wollte diese tapfere Bürgerwehr die Thüringer eigentlich ret-ten? Richtig! Der bisherige Ministerpräsident und Erzkommunist Bodo Ramelow wollte das Land in ein sozialistisches Musterkollektiv verwandeln. Pläne, die Hühner-ställe und Motorräder der Thüringer Omis zu verstaatlichen, lagerten schon in den Schubladen. Wie lächerlich die von CDU und FDP als heilige Grundposition gepflegte Gleichset-zung des linken und des rechten Radikalismus ist, macht gerade die Person von Ra-melow und seine erste Amtszeit als Ministerpräsident deutlich. Geräuschlos und mit angepasstem Politstil machte er seinen Job. Unsagbares wurde im Landtag allein von der AfD geäußert. Unvorstellbar, wie ein Erfurter Regierungschef Björn Höcke die-ses Land verändert und an die Wand gefahren hätte!Hätte es 1789 in Paris nur „Revolutionäre“ vom Schlage Ramelows gegeben, wäre die Bastille bis heute nicht gestürmt: ohne Erlaubnis des Könige hätte er es nicht ge-wagt.
 

Leserbrief zum Artikel „FDP stellt Regierungschef dank FDP“ in BZ vom 6. Feb. 2020, Seite 1

 

 

Lieber mit Faschisten regieren, als gar nicht?

 

Die vermeintliche Machtergreifung der FDP mit Hilfe des Faschisten Höcke in Thüringen ist schon ein an Dreistigkeit kaum zu überbietender Politskandal.

Und doch gelingt es den „bürgerlichen“ Demokraten aus FDP und CDU, die mit dem Thüringer „Flügel“ der AfD gemeinsame Sache machten, hier noch eins draufzusetzen: Ein rasantes Verwirrspiel setzte ein, an dem die Berliner Parteizentralen und die widerspenstigen Erfurter Filialen beteiligt waren. Aussagen und Gegenaussagen jagten sich in Minutenschnelle; Positionen, die eben noch verkündet wurden, waren eine Stunde später schon Makulatur.

Das alles diente nur einem Zweck: die Verantwortlichkeit für die Wahl des FDP-Mannes Kemmerich mit allen AfD - Stimmen zu verschleiern. Und im Verschleiern hatten die bürgerlichen Zündler in den letzten hundert Jahren doch einigen Erfolg. Hindenburgs Dolchstoßlegende reichte die Schuld an Krieg und Niederlage im ersten Weltkrieg kurzerhand an die Sozialdemokratie und die deutschen Juden weiter. Der von Militärs und rechten bürgerlichen Kreise vor 100 Jahren (März 1920) inszenierte Kapp-Putsch, der die Berliner Reichsregierung stürzen sollte, scheiterte kläglich. Allen Beteiligten gelang es, sich der Verantwortung zu entziehen. Von der Rolle des (rechten) bürgerlichen Lagers in der Phase zwischen 1930 und 1933, die in Hitlers Machtübernahme endete, ganz zu schweigen.

Und vor welcher Gefahr wollte diese tapfere Bürgerwehr die Thüringer eigentlich retten? Richtig! Der bisherige Ministerpräsident und Erzkommunist Bodo Ramelow wollte das Land in ein sozialistisches Musterkollektiv verwandeln. Pläne, die Hühnerställe und Motorräder der Thüringer Omis zu verstaatlichen, lagerten schon in den Schubladen.

Wie lächerlich die von CDU und FDP als heilige Grundposition gepflegte Gleichsetzung des linken und des rechten Radikalismus ist, macht gerade die Person von Ramelow und seine erste Amtszeit als Ministerpräsident deutlich. Geräuschlos und mit angepasstem Politstil machte er seinen Job. Unsagbares wurde im Landtag allein von der AfD geäußert. Unvorstellbar, wie ein Erfurter Regierungschef Björn Höcke dieses Land verändert und an die Wand gefahren hätte!

Hätte es 1789 in Paris nur „Revolutionäre“ vom Schlage Ramelows gegeben, wäre die Bastille bis heute nicht gestürmt: ohne Erlaubnis des Könige hätte er es nicht gewagt.

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