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Landwirtschaft: Daniel Born besucht Wersauer Hof / Wer die Agrarwende will, braucht Landwirte mit Haltung

Veröffentlicht am 12.08.2025 in Bundespolitik

Reilingen. Artgerechte Tierhaltung, gelebte Inklusion, Bildung für nachhaltige Entwicklung und regionale Wertschöpfung: Der Wersauer Hof in Reilingen vereint viele Themen, die auch dem Schwetzinger Landtagsabgeordneten Daniel Born seit vielen Jahren am Herzen liegen. Gemeinsam mit einer Reilinger SPD-Delegation um den Ortsvereinsvorsitzenden und Gemeinderat Dieter Rösch besuchte der ehemalige Landtagsvizepräsident den vielseitigen Biobetrieb der Familie Hoffmann. Geführt wurde die Gruppe von Hugo Acuna, der die Betriebsleitung für die Pferdehaltung innehat, aber auch Ansprechpartner für die Gastronomie, für Veranstaltungen und den Hofladen ist. Der gebürtige Uruguayer, der vor einem Jahr auf den Wersauer Hof kam, ist ein echter Glücksfall für den Betrieb. Der Wersauer Hof habe ihn, so sagt er, vom ersten Moment an nicht mehr losgelassen. Seitdem ist er mit viel Leidenschaft für Mensch und Tier im Einsatz. Sein Fachwissen und seine Begeisterung machen ihn zum Allrounder auf dem Hof – vom Heumachen bis zur Pferdefütterung, von der Kälberpflege bis zur Technik: Acuna kennt jeden Winkel, jede Schraube und jedes Tier.

Im Mittelpunkt des Rundgangs stand der respektvolle Umgang mit Tier und Natur. Die Rinderhaltung erfolgt im sogenannten Mutterkuhsystem: Die Kälber bleiben neun Monate bei ihrer Mutter, bevor sie getrennt werden. Auch wenn der Übergang behutsam gestaltet wird, die Tiere rufen in den ersten Tagen nach der Trennung noch nacheinander. „Das muss erst verarbeitet werden“, sagt Acuna. Täglich gibt es Auslauf und jedes Tier erhält individuell abgestimmtes Futter: „Das ist mehr Labor als Romantik“, so Acuna mit Blick auf die präzise Futterplanung und das digitale Tiermanagementsystem, das Daten wie Geburtsjahr, Impfstatus, Kalbungen oder sogar Muttereigenschaften dokumentiert.

Auch in der Pferdehaltung setzt der Hof Maßstäbe: 43 Pensionspferde leben im Aktivstall – mit eigener Krankenbox, Integrationsbereich, Dusche und Solarium. Letzteres sorgt im Winter für wohltuende Wärme und hilft beim Trocknen. Die Fütterung ist per Chip individualisiert: Jedes Pferd erhält genau die Portion, die es braucht, auch wenn es öfter an den Automaten kommt. Selbst Verdauungspausen sind programmiert.

Acuna berichtete auch über die Zukunftspläne des Hofs: Eine hofeigene Schlachtung ist geplant, um den Tieren Transportstress zu ersparen. Denn, so seine Überzeugung: Auch die Art der Schlachtung beeinflusst die Qualität und Ethik der Lebensmittelproduktion. Schon heute wird das Bio-Rindfleisch ab Hof vermarktet und ist auf Monate hinaus vorbestellt.

Daniel Born zeigte sich beeindruckt: „Hier wird vorgelebt, wie eine Landwirtschaft aussehen kann, die für Tiere, für Menschen und für unsere Umwelt Verantwortung übernimmt. Wer die Agrarwende ernst meint, muss solche Betriebe stärken.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war der Lernort Bauernhof. Der Wersauer Hof ist Teil des landesweiten Netzwerks qualifizierter Bildungsbauernhöfe und bietet Schulklassen und Kindergruppen authentische Einblicke in nachhaltige Landwirtschaft. „Es braucht Wissen, um Lebensmittel wertzuschätzen“, so Born. „Gerade für Kinder ist das Lernen mit Kopf, Herz und Hand ein prägendes Erlebnis.“ Er würdigte das Engagement der Familie Hoffmann und betonte: „Ich setze mich seit vielen Jahren dafür ein, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulleben weiter gestärkt und ausgebaut wird. Hier ist in unserem Wahlkreis ein ganz konkretes Beispiel, wie dies gelingt.“

Sorgen bereiten den Gastgebern jedoch die Förderlogik und strukturellen Hürden, die kleine Biobetriebe zunehmend unter Druck setzen. Michael Hoffmann machte deutlich: „Wenn man kleinstrukturierte Landwirtschaft erhalten will, reicht es nicht, nur die Fläche zu fördern. Dann müssen sich auch Bäume, Hecken und Naturschutzmaßnahmen rechnen.“ Er warb für mehr Kooperation – etwa bei der gemeinsamen Nutzung von Maschinen – und für eine differenziertere Agrarförderung. Der Schwetzinger Wahlkreisabgeordnete stimmte zu: „Wir brauchen ein Umdenken in der Förderpolitik. Agrarförderung muss auch ökologisches Wirtschaften belohnen.“

Auch das Thema Inklusion wurde angesprochen: Die Familie Hoffmann engagiert sich für inklusive Beschäftigung und arbeitet schon lange mit der Schwetzinger Comeniusschule zusammen. Noch gebe es viele bürokratische und strukturelle Hürden, so Hoffmann. Born zeigte sich zuversichtlich: „Mit Vernetzung, Beharrlichkeit und politischem Willen können wir neue Wege gehen.“ Inklusion sei, so Born, „kein Zusatz, sondern DNA unserer Demokratie.“

Homepage Daniel Born

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