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Landtagsvizepräsident Born: „Unsere Demokratie lebt von der persönlichen Begegnung“

Veröffentlicht am 08.07.2022 in Veranstaltungen

Daniel Born hat seinen Besuch der 75-Jahr-Feier des Volkshochschulverbands für ein deutliches Plädoyer für politische Bildung und eine weitere Stärkung der Volkshochschulen genutzt.

Offenburg. Landtagsvizepräsident Daniel Born sieht in der Arbeit der Volkshochschulen einen nicht wegzudenkenden Baustein für die Demokratie in Deutschland. „Die politische Bildung, die hier geleistet wird, ist wertvoll, das Prozesse verstanden werden müssen, um sie mit Teilhabe und Teilgabe bereichern zu können. Aber die wertvolle Arbeit für die Demokratie geht noch viel weiter. Mit den Kursen der Volkshochschulen werden die Menschen zu Akteuren bei Transformations- und Reformprozessen. Bildung macht einen vom Statisten zum Handelnden. Und jede Demokratie lebt von der persönlichen Begegnung. Die Vereinsamung und Fake-News in Mini-Blasen sind das Gegenteil von demokratischer Teilhabe. Und in den Kursen der Volkshochschulen findet Begegnung statt“, so der SPD-Politiker.

Mit rund 150 geladenen Gästen feierte der Volkshochschulverband Baden-Württemberg sein 75-jähriges Jubiläum. Die Jubiläumstagung war dem Thema „Demokratie verantwortlich gestalten – Freiheit gemeinsam leben“ gewidmet und beleuchtete den Beitrag, den die Volkshochschulen beim Aufbau der Demokratie in den Nachkriegsjahren geleistet haben und den sie bis heute für das demokratische gesellschaftliche Zusammenleben überall vor Ort leisten. Begrüßt wurden die Gäste von Kultusministerin Schopper, den Festvortrag hielt die Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing, Prof. Dr. Ursula Münch.

Der Volkshochschulverband nutzte die Gelegenheit, seine Forderung zur Umsetzung der bereits vereinbarten Erhöhung der Landesförderung für die allgemeine Weiterbildung um ca. zwei Millionen Euro pro Jahr bis 2026 zu bekräftigen und begründete dies mit wachsenden Aufgaben bei den aktuellen gesellschaftlichen Transformationsprozessen und mit steigenden Kosten.

In seiner Eröffnungsrede erklärte der zum vierten Mal gewählte Vorsitzende des Volkshochschulverbandes Fritz Kuhn OBM a.D., dass die Gründung von etwa 50 Volkshochschulen und die damit einhergehende Gründung der ersten Verbandsstrukturen der Ausdruck eines Aufbruchs und Neuanfangs nach dem zweiten Weltkrieg waren. Die Absicht sei es gewesen, die neu gewonnene Demokratie mit aufzubauen und die zurück erhaltene Freiheit mit neuem Leben zu füllen. Heute, 75 Jahre später, sei dies immer noch der zentrale Auftrag, dem die Volkshochschulen verpflichtet seien.

„Mit ihren Weiter[1]bildungsbildungsangeboten zu aktuellen gesellschaftlichen Themen von Digitalisierung über Integration und kultureller Vielfalt bis hin zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit setzen sich die Volkshochschulen auch heute und in Zukunft für ein gelingendes demokratisches Zusammenleben in Staat und Gesellschaft ein“, betonte der Vorsitzende Fritz Kuhn und ergänzte: „Dafür benötigen sie eine höhere finanzielle Förderung durch das Land, wie sie in der Vereinbarung GEMEINSAM.FÜR.WEITERBILDUNG bereits festgehalten wurde.“

Weiter vertieft wurde das Thema der Jahrestagung durch den Jubiläumsvortrag „Wider die Demokratiemüdigkeit: Zur Bedeutung politischer Bildung in Zeiten des Vertrauensverlusts“ von der Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing, Prof. Dr. Ursula Münch. In ihrem Vortrag legte Münch dar, welchen Beitrag die Demokratiebildung zur Gestaltung unserer Zukunft leisten kann und muss und erklärte es mit den Worten: „In Zeiten der Krise ist die Absicherung der Menschen durch Sozialpolitik, durch den Rechtsstaat und eine zukunftsbeständige Bildung unverzichtbar. Damit wir als demokratische und pluralistische Gesellschaft einigermaßen solidarisch dem Wandel durch die Großen Transformationen kommen und den Folgen der Pandemie und des Krieges gewachsen sein werden, muss Weiteres hinzukommen: politische Urteilskraft. Sie hilft im Umgang mit den gezielten Fehlinformationen und den einfachen Botschaften.“

Homepage Daniel Born

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