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Landtagsvizepräsident Born im Gespräch mit dem Chef der Arbeitsagentur Heidelberg zum Wandel auf dem Arbeitsmarkt

Veröffentlicht am 13.03.2024 in Wahlkreis

Schwetzingen. Im Gespräch zwischen Klaus Pawlowski, dem Leiter der Agentur für Arbeit in Heidelberg, und Landtagsvizepräsident Daniel Born (SPD) ging es vor allem um ein Thema: den Fachkräftemangel, der für Unternehmen in Baden-Württemberg längst zu einem erheblichen Risikofaktor geworden ist. Grund dafür ist vor allem der demografische Wandel: Die Generation der Babyboomer, geboren Mitte der 50er bis Ende der 60er Jahre, verlässt das aktive Arbeitsleben und wechselt von der Rolle der Beitragsleister in die von Empfängern. Eine Entwicklung, die erst am Anfang steht. Born, der viele Jahre in leitender Position in der Arbeitsagentur in Karlsruhe tätig war, bevor er 2016 in den Landtag gewählt wurde, und Pawlowski sind sich einig: Unternehmen müssen intensiv dabei unterstützt werden, Fachkräfte auszubilden und zu gewinnen – im Inland und, wo es sinnvoll ist, auch im Ausland.

Aktuell sind die Hürden für die Rekrutierung im Ausland allerdings nach wie vor hoch. Das liegt insbesondere daran, dass die Anerkennung der Qualifikationen aufwändig ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, auch bei den Behörden von Manila bis Mexiko Stadt. Born nimmt die politische Herausforderung an: „Um leichtere Zugänge in den Arbeitsmarkt zu schaffen, müssen wir Bürokratie abbauen und Menschen dazu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Wenn jemand in seinem Herkunftsland nachweislich Erfahrung in einem Berufsfeld gesammelt hat und der Meister im Betrieb vor Ort grünes Licht gibt, dann können wir auch mit Anerkennungsfiktion arbeiten und den Stempel nachholen,“ ist sich Bildungsexperte Born sicher.

Vollausbildungen können durch Assistenzausbildungen sinnvoll ergänzt werden. Pawlowski hat hierfür ein regionales Projekt ins Leben gerufen, mit dem der Auftragsstau von Wärmepumpen abgearbeitet werden soll: Wer die Qualifikation zum „Solaranlagen und Wärmepumpeninstallateur-Helfer“ absolviert hat, kann all die Vorarbeiten ausführen, für die es keinen Elektriker braucht. Dieser bleibt weiterhin für die Inbetriebnahme einer Anlage zuständig. „Damit können Betriebe ihre Kapazität verdreifachen,“ so Pawlowski. Der Erfolg einer weiteren Assistenzausbildung freut den bildungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion besonders: Der Direkteinstieg Kita, eine verkürzte Ausbildung für berufserfahrene Menschen zur sozialpädagogischen Assistenzkraft, erfreut sich großer Nachfrage. „In jeder Hinsicht eine gute Nachricht: Denn die Kita braucht gutes Personal – und trägt damit zur Lösung des Fachkräfteproblems in anderen Bereichen bei. Wenn Eltern für ihr Kind verlässlich einen qualitativ hochwertigen Kita-Platz haben, gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Kita ist einer der entscheidenden Standortfaktoren für jede Kommune,“ weiß der erfahrene Bildungspolitiker.

Der Kampf gegen den fortschreitenden Fachkräftemangel ist ein Aspekt des Transformationsprozesses, der den Arbeitsmarkt verändert. Die Digitalisierung ein weiterer: „Mach´s Online“ heißt auch bei der Arbeitsagentur die Devise. „Unsere Dienstleistungen halten mit einem 24/7-Online-Angebot, was der Slogan verspricht: Von der Arbeitssuchendmeldung bis zur Terminvereinbarung ist die Arbeitsagentur mittlerweile digitaler, als viele denken,“ erklärt der Heidelberger Agenturchef nicht ohne Stolz. Die Servicezusage, innerhalb von 3 Tagen eine Bearbeitung dieser Anliegen sicherzustellen, bedeute für die Mitarbeitenden allerdings auch eine erhebliche Herausforderung.

Mit den Veränderungen in der Arbeitswelt wandeln sich auch die Aufgaben der Arbeitsagentur. Mit dem Strukturwandel steigen die Möglichkeiten für Aus- und Weiterbildungen und die Anforderungen an lebenslanges Lernen. Die Arbeitsagentur werde immer stärker zu einer „Agentur für Weiterbildung“, sagt Pawlowski.

Wie genau die Arbeitswelt der Zukunft aussehen wird, lässt sich trotzdem schwer prognostizieren. „Wir werden zunehmend unabhängig von Ort und Zeit arbeiten und uns öfter in multiprofessionellen Projektteams zusammenfinden. Die Arbeitswelt wird agiler. Neue Berufe entstehen und andere werden sich wandeln. Dank KI und digitaler Technik kann man bald Urban Farmer oder Drohnen-Pilotin werden,“ schaut Born vor allem erwartungsvoll und zuversichtlich auf die Entwicklungen der Zukunft. Ob es zukünftig die Elektronikerin für Gebäudesystemintegration ist oder ein KI-Trainer – wichtig ist Born das grundlegende Recht auf Bildung und Arbeit: „Denn davon hängt gesellschaftliche Teilhabe ab. Das macht eine starke Demokratie aus: Dass alle die Möglichkeit zur Teilhabe und Teilgabe in den unterschiedlichen Bereichen des Lebens haben, am Arbeitsplatz genauso wie in der politischen Auseinandersetzung.“

Homepage Daniel Born

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