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Landesregierung stärkt Berufsschulwesen mit zusätzlich zehn Millionen Euro

Veröffentlicht am 22.12.2014 in Pressemitteilungen

Rekord bei der Lehrereinstellung, zukunftsweisende Bildungsangebote, Stärkung des dualen Systems, niedrigste Abbrecherquoten: das berufliche Schulwesen in Baden-Württemberg hat sich unter der grün-roten Landesregierung positiv entwickelt. Auch in den kommenden Jahren will das Kultusministerium weitere Verbesserungen erzielen; im neuen Doppelhaushalt werden dafür insgesamt zehn Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt.

Die beruflichen Schulen in Baden-Württemberg sind nicht nur bei der dualen Berufsausbildung unverzichtbar für die heimische Wirtschaft. Ihre vielfältigen Bildungswege und Anschlussmöglichkeiten verbessern auch die Bildungsgerechtigkeit im Land. Denn auch für junge Menschen, deren Bildungsbiografien weniger geradlinig verlaufen, eröffnet der berufliche Schulbereich zahlreiche Ein- und Aufstiegschancen. „Wir haben das berufliche Schulwesen seit dem Regierungswechsel auf vielfältige Weise gestärkt. Mit den zusätzlich bereitgestellten Mitteln im neuen Doppelhaushalt werden wir diese Maßnahmen weiterführen und ausbauen“, erklärten Kultusminister Andreas Stoch und Staatssekretärin Marion v. Wartenberg.

Berufliche Bildung bundesweit vorne

Die gute Arbeit an den beruflichen Schulen im Land wird auch in Vergleichszahlen immer wieder deutlich. Beim "Bildungsmonitor 2014" des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln belegt die berufliche Bildung in Baden-Württemberg bundesweit den zweiten Platz; mit dem geringsten Anteil vorzeitig abgebrochener Ausbildungen sogar den ersten Platz. Die Jugendarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg ist mit derzeit 2,8 Prozent nicht nur im europaweiten Vergleich, sondern auch innerhalb Deutschlands außergewöhnlich niedrig.

Verbesserte Unterrichtsversorgung

Eine wichtige Voraussetzung für diese Erfolge ist die deutlich verbesserte Unterrichtsversorgung an den beruflichen Schulen. Zum aktuellen Schuljahr hat das Kultusministerium trotz der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Haushaltskonsolidierung für die beruflichen Schulen über 1.000 Deputate zur Verfügung gestellt. Im Jahr zuvor waren es sogar 1.150 Deputate. Durch diese und weitere Investitionen ist es seit dem Regierungswechsel gelungen, das sogenannte strukturelle Unterrichtsdefizit an beruflichen Schulen schrittweise von anfangs 4,4 Prozent in etwa zu halbieren. (Das strukturelle Unterrichtsdefizit ergibt sich aus dem Anteil von Unterrichtsstunden, die durch fehlende bzw. nicht besetzte Lehrerstellen ausfallen.)

Starke Berufsschulen, starke Azubis

Mit zahlreichen Initiativen werden die Berufsschulen als verlässliche Partner der Wirtschaft bei der dualen Ausbildung unterstützt. So wurde beispielsweise Englisch als Pflichtfach an mittlerweile über 160 Berufsschulen eingeführt, um Auszubildende noch besser auf einen erfolgreichen Berufsstart in einer globalisierten Arbeitswelt vorzubereiten. Ein anderes Beispiel ist der Ausbau von Angeboten zum ausbildungsbegleitenden Erwerb der Fachhochschulreife. Derzeit nehmen über 2.800 Auszubildende an 62 Berufsschulstandorten an diesem Programm teil. Auszubildende mit Unterstützungsbedarf werden in der Berufsschule durch einen sonderpädagogischen Dienst gefördert. Damit sollen ihre Chancen auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss erhöht und Ausbildungsabbrüchen frühzeitig entgegengewirkt werden.

AV dual – Sprungbrett in die Ausbildung

Für den sogenannten "Übergangsbereich" hat das Kultusministerium gemeinsam mit den Partnern der Wirtschaft ein Konzept erarbeitet, das mehr jungen Menschen den direkten Einstieg in eine duale Ausbildung ermöglichen soll. Ein Baustein ist die "Dualisierte Ausbildungsvorbereitung" (AV Dual), die jungen Menschen u.a. durch hohe Praxisanteile den Weg in eine Ausbildung ebnen soll. Die Erprobung von AV Dual ist in vier Modellregionen bereits gestartet und soll im kommenden Jahr weiter ausgedehnt werden.

Mehr Klassen an den Beruflichen Gymnasien

An den Beruflichen Gymnasien im Land wurden in den letzten Jahren 150 weitere Eingangsklassen geschaffen und die Angebotspalette um attraktive und zukunftsträchtige Profile erweitert. Im laufenden Schuljahr können mehr als 61.000 Schülerinnen und Schüler über die Beruflichen Gymnasien ihren Weg zur allgemeinen Hochschulreife gehen. Die Zahl der Schülerinnen und Schülern an Beruflichen Gymnasien ist während der Amtszeit der grün-roten Landesregierung um 8.800 bzw. fast 17 Prozent gestiegen.

Grundlage für diese und viele weitere Verbesserungen im Bereich der beruflichen Schulen sind die Empfehlungen der Enquetekommission "Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft". Die Landesregierung hat die Umsetzung dieser Empfehlungen im Koalitionsvertrag verankert und treibt diese mit den jetzt beschlossenen zusätzlichen Investitionen auch in den kommenden Jahren weiter voran. Die Integrationskraft der beruflichen Schulen wird dadurch weiter nachhaltig gestärkt und ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Baden-Württemberg geleistet.

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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