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Kultusminister Andreas Stoch zu Gast bei Daniel Born in Eppelheim

Veröffentlicht am 15.02.2016 in Veranstaltungen

Eppelheim. Andreas Stoch, Kultusminister in Baden-Württemberg, brach in Eppelheim eine Lanze für das zweigliedrige Schulsystem.

Zu einem von der Eppelheimer SPD und dem SPD-Landtagskandidaten Daniel Born veranstalteten Nachmittag mit einem Impulsreferat von Minister Stoch konnte SPD-Vorsitzender Devrim Korkut in der Stadtbibliothek vor allem Eltern und Lehrer begrüßen. Und er stellte schon vorweg klar, dass die Anwesenden reichlich Gelegenheit bekommen sollten, ihre Fragen zu stellen. Daniel Born erinnerte daran, dass die Bildungslandschaft im Umbruch sei.

„Das Ziel dabei ist neben dem Reagieren auf die demographische Entwicklung das Erreichen von mehr Bildungsgerechtigkeit“, so der Landtagskandidat. Dabei hätte man bisher aber nicht jede Ungerechtigkeit abschaffen können.

Nach der Begrüßung, definierte der Kultusminister die Bildung im Land als ein „hochsensibles Feld“, das sich zwischen der Wahrnehmung der Familien und der Lehrkräfte auftue. Er betonte: „Ideologiestreit habe noch nie jemanden weitergebracht, ich möchte deshalb konstruktiv und an der Sache entlang arbeiten“.

Die inhaltlichen Themen des Austausches waren, die Gemeinschaftsschule, die regionale Schulentwicklung, die Inklusion und die Ganztagesgrundschule.

„Seit 2003 geht die Schülerzahl in Baden-Württemberg zurück und trotzdem benötigen wir jede Lehrkraft, denn im Ländervergleich belegte Baden-Württemberg 2012 nur einen mittleren Platz“. Damit stellte Andreas Stoch gleich zu Beginn klar, dass er etwas ändern will in seiner Amtszeit. „Weil überall im Land Hauptschulen regelrecht „ausbluteten“, mussten wir handeln. Der Minister bekannte sich ohne Wenn und Aber zur Gemeinschaftsschule, die in Verbindung mit dem Ganztagesbetrieb sowie einer Kooperation Schule-Verein vor allem den schwächeren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit biete, ihre Defizite schneller aufzuholen. „Wir müssen uns fragen, wie man den Interessen der Schülerinnen und Schüler gerecht wird. Dabei geht es gar nicht um Schularten, sondern es geht um Schulabschlüsse — und da bietet die Gemeinschaftsschule einfach die größte Bandbreite“, stellte Stoch klar. Es sei seiner Meinung nicht opportun, dass möglichst jedes Kind das Abitur macht. Denn die Gesellschaft brauche nicht nur Akademiker, sondern auch Handwerker und Angestellte. Aus diesem Grund sprach sich Stoch auch für mehr Praxisnähe des Schulunterrichts aus, damit die Jugendlichen schon in der Schule herausfinden, welche berufliche Karriere zu ihren Neigungen und ihren Fähigkeiten passt.

Das alte, dreigliedrige System sei deshalb nicht in der Lage, die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Stoch sprach in diesem Zusammenhang auch das Thema Inklusion an. Er betonte die Bedeutsamkeit der sonderpädagogischen Expertise und räumte den momentan noch offenen Bedarf der Ausgestaltung der Dienst- und Fachaufsicht über entsprechende Verwaltungsvorschriften ein. Gerade im Bereich der Sonderschulen sprach sich der Minister für behutsame regionale Schulentwicklung und gegen Zufallsstrukturen aus.

Im Themenbereich der Ganztagesschule in Baden-Württemberg, nahm der Minister Bezug auf den mehrere Jahrzehnte gültigen GTS-Schulversuch, und das Spektrum zwischen offener- und gebundener Form. Ziel sei die Öffnung und Verzahnung von Schule im Sozialraum. „Ich beobachte, dass unter den Kommunen die Diskussion vorrangig unter dem Betreuungsaspekt betrachtet und zu wenig die pädagogische Qualitätsfrage in den Vordergrund gestellt wird“, bedauerte Stoch am Ende des Fachgesprächs, in dem über 20 Fragen gestellt und beantwortet wurden.

 

 

Homepage Daniel Born

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