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Kritik an Gebühren für internationale Studierende hat weiterhin Bestand

Veröffentlicht am 13.02.2019 in Pressemitteilungen

SPD-Hochschulexpertin Gabi Rolland zu den neuen Zahlen bei Studienanfängern aus Nicht-EU-Staaten: „Wir sehen eine Momentaufnahme mit noch vielen Fragezeichen, aber keineswegs einen einheitlichen Trend nach oben.“

Angesichts der heute veröffentlichten neuen Zahlen zu den internationalen Studienanfängern an baden-württembergischen Hochschulen sieht SPD-Hochschulexpertin Gabi Rolland für Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) keinen Grund, „ein Hohelied auf die Vereinbarkeit von Studiengebühren und Internationalisierung zu singen“. Nach dem Rückschlag von immerhin gut 19 Prozent im Wintersemester 2017/18 sei der jetzt zu verzeichnende Anstieg von 8,7 Prozent auch keineswegs ein kräftiger Sprung nach oben, wie dies Ministerin Bauer schön rechne, sondern „lediglich eine leichte Erholung“.

„Wir sehen eine Momentaufnahme mit noch vielen Fragezeichen, aber keineswegs einen einheitlichen Trend nach oben, zumal die genauen Zahlen für die einzelnen Hochschulen und Hochschularten noch nicht vorliegen“, so Rolland. Mit hoher Plausibilität könne man auch kontrafaktisch argumentieren, dass ohne Gebühren die Zahlen bei den internationalen Studienanfängern viel besser wären. Sie verwies zudem auf den Umstand, dass die Zahl für das Wintersemester 2018/19 (6.194) trotz des vermeldeten Wiederanstiegs um 8,7 Prozent immer noch unter der zum Wintersemester 2014/15 liege (6.351), wie die Schaubild-Anlage zur Pressemitteilung des MWK selbst offenbare.

Rolland sieht nach den bislang vorliegenden Zahlen auch zwei gewichtige Sonderfaktoren, die sich statistisch auf den Zuwachs bei den internationalen Studierenden ausgewirkt haben könnten: zum einen der weiter große Zulauf bei den Kunst- und Musikhochschulen, deren internationale Klientel offenbar gegen Studiengebühren weithin resistent sei, und zum anderen der überdurchschnittliche Zuwachs von Studierenden aus den ärmsten Ländern der Welt, die aber in der Regel von der Gebührenpflicht befreit seien.

Derzeit sieht Rolland keine Veranlassung, von ihrer bisherigen Beurteilung internationaler Studiengebühren auch nur einen Millimeter abzurücken: „Die Bauer-Maut versieht erstens das Recht auf Bildung für internationale Studierende mit einer finanziellen Hürde und wirkt so sozial diskriminierend, sie beschert zweitens den Hochschulen in Baden-Württemberg Nachteile im Wettbewerb um die gebotene Internationalisierung und sie ist drittens hochgradig ineffizient, weil sie viel bürokratischen Aufwand für wenig finanziellen Ertrag auslöst, der noch nicht einmal in vollem Umfang den Hochschulen selbst zugutekommt.“

Homepage Gabi Rolland MdL

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