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Industriearbeit, aber sicher!

Veröffentlicht am 28.10.2025 in Pressemitteilungen

Bei einem Werkstorrundgang am 24. Oktober diskutierte der Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Fulst-Blei mit dem Bundestagsabgeordneten Parsa Marvi und Dr. Sebastian Camarero vom Arbeitskreis Wirtschaft, Finanzen, Arbeit der SPD Mannheim gemeinsam mit Betriebsratsmitgliedern und Gewerkschaftsvertreterinnen und -vertretern im Mannheimer Norden über die Zukunft des Industriestandorts Mannheim. „Die SPD Mannheim steht an der Seite der Beschäftigten – wir hören zu, wir nehmen mit, und wir kämpfen dafür, dass ihre Stimmen in Stuttgart gehört werden. Industriepolitik darf nicht an den Werkstoren enden.“, so Dr. Stefan Fulst-Blei.

„Industriearbeit ist das Rückgrat unseres Wohlstands – aber sie braucht kluge Politik, europäische Zusammenarbeit und wirtschaftliche Vernunft, um auch in Zukunft sicher zu bleiben.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Sebastian Camarero, beruflich Bundesbankdirektor, die Veranstaltung „Industriearbeit, aber sicher!“, die in Kooperation mit der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen entstand. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten am Freitag der Einladung zum Werkstorrundgang mit anschließender Diskussion. Die Route führte zu drei Mannheimer Schlüsselunternehmen: Pepperl+Fuchs SE, Hidden Champion bei industriellen Sensorlösungen, Roche Diagnostics GmbH, einer der größten Arbeitgeber der Region und führend in der Medizintechnik, sowie Daimler Truck AG / Daimler Buses GmbH, einem zentralen Akteur im Bereich Nutzfahrzeugproduktion. Dabei wurde deutlich, die Herausforderungen reichen von globalen Lieferketten über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bis hin zum Fachkräftemangel.


Aus der Sicht der Betriebsräte
Alfred Storch, Betriebsratsvorsitzender bei Pepperl+Fuchs am Standort Mannheim, schilderte eindringlich die drohende Schließung der Fertigung am Standort und forderte Perspektiven für industrielle Wertschöpfung: „Wenn wir über Industriepolitik sprechen, müssen wir auch über Produktionsstandorte reden. Forschung allein reicht nicht – Wertschöpfung muss hier stattfinden und dafür auch investiert werden.“
Maximilian Hahn, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von Roche Diagnostics, beschrieb die Wachstumssituation des Unternehmens, machte aber auf strukturelle Risiken aufmerksam: „Wir wachsen, aber die internationale Konkurrenz schläft nicht. Der Umgang mit der amerikanische Zollpolitik, die Sicherung von Lieferketten und die Fachkräftegewinnung sind entscheidend, wenn wir als Standort attraktiv bleiben wollen.“
Bruno Buschbacher, Betriebsratsvorsitzender bei Daimler Truck, schilderte die Dynamik im Nutzfahrzeugbereich: „Die Konkurrenz aus China wächst, gleichzeitig stehen wir mitten im Umstieg auf klimaneutrale Antriebe. Politik und Unternehmen müssen gemeinsam sicherstellen, dass diese Transformation Arbeitsplätze sichert, statt sie zu gefährden. Hierzu sind Investitionen der Unternehmen in Produkt und Mensch notwendig. Die Ladeinfrastruktur sollte schnell ausgebaut werden, um die Elektromobilität zu fördern, und politisch Planungssicherheit geschaffen werden, um Fehlinvestitionen zu vermeiden sowie etwas gegen unfairen Wettbewerb außerhalb der EU gemacht werden.“

Diskussion zwischen Politik und Gewerkschaften
Dr. Janna Köke, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Mannheim betonte die Bedeutung von Mitbestimmung und Tarifbindung: „Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Damit Transformation gelingt, müssen Beschäftigte beteiligt, qualifiziert und (tariflich) abgesichert werden. Mindeststandards und Investitionen in lokale Standorte müssen von den Firmen eingefordert werden, und dies politisch durch entsprechende Rahmenbedingungen wie etwa Tariftreue und Local Content unterstützt werden. Außerdem müssen Politik und Unternehmen auch mittel- und langfristige Perspektiven für Beschäftigung berücksichtigen“.
Parsa Marvi SPD-Bundestagsabgeordneter aus Karlsruhe, stellvertretender Vorsitzender der SPD Baden-Württemberg und Mitglied im Finanzausschuss erläuterte, die aktuellen industriepolitischen Maßnahmen der Bundesregierung: „Mit dem neuen Sondervermögen stärken wir gezielt Zukunftsinvestitionen in Infrastruktur, Energie und Innovation. Dazu gehören auch Sonderabschreibungen für Investitionen und Förderprogramme für mittelständische Betriebe. Unser Ziel ist eine starke Industrie in einem starken Europa.“
Dr. Stefan Fulst-Blei, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Mitglied im Wirtschaftsausschuss, hob die Rolle des Landes für Standortpolitik und berufliche Bildung hervor: „Industriepolitik funktioniert nur mit gut ausgebildeten Menschen. Wir müssen die berufliche Ausbildung stärken, Übergänge zwischen Schule, Betrieb und Hochschule erleichtern und die digitale Ausstattung an Berufsschulen verbessern. Das Land muss hier endlich wieder investieren.“

Fazit und Ausblick
Dr. Sebastian Camarero, zog ein positives Fazit: „Die Gespräche haben gezeigt, dass Industrie, Bildung und europäische Wirtschaftspolitik untrennbar miteinander verbunden sind. Wer die industrielle Basis sichern will, braucht Investitionen in Technologie und Menschen – und ein Europa, das Standards und faire Wettbewerbsbedingungen setzt.“ Camarero betonte, dass die Ergebnisse der Diskussion in die programmatische Arbeit der SPD Mannheim und in die Vorbereitung des kommenden Landtagswahlprogramms einfließen werden.
Dr. Stefan Fulst-Blei, fasste zusammen: „Wir wollen eine sozialdemokratische Industriepolitik, die Zukunft schafft – sicher, gerecht und europäisch verankert ist. Auch darüber wird bei der Landtagswahl 2026 entschieden.“

Homepage Dr. Stefan Fulst-Blei: Für Mannheim im Landtag von Baden-Württemberg

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